Übervoll sind nicht selten die Glascontainer an Standorten im Kreis Karlsruhe. Der zuständige Containerdienst will jetzt auf Beschwerden besser reagieren. | Foto: Murat

Unmut nicht nur in Karlsbad

Ärgernis überquellende Altglas-Container: Dienstleister will Service verbessern

„Eine Sauerei“, „unhaltbare Zustände“. Solche und ähnliche Unmutsäußerungen musste sich zuletzt Spielbergs Ortsvorsteher Joachim Karcher wegen übervoller Glascontainer und Hinterlassenschaften drumherum anhören, klagte dieser im Gemeinderat von Karlsbad. „Es gibt riesengroße Probleme, irgendwie müssen wir da Abhilfe schaffen“, das Glas werde einfach nicht abgeholt.

Gemeinde beschwert sich wieder

Zuständig ist der Containerdienst Suez aus Knittlingen, die als Subfirma für das Duale System Deutschland (Grüner Punkt) im Landkreis das Glas abholt. Schnell stellte sich in der Diskussion im Gemeinderat heraus, dass auch andere Ortsteile Probleme haben. Karcher erzählte zudem von Berichten aus Waldbronn. Auf

Nicht geht mehr: Unter anderem in Karlsbad-Spielberg stören sich zahlreiche Menschen an vollen Altglascontainern – hier der Standort Douglasstraße. | Foto: jk

Beschwerden hin tue sich nichts. Umweltamtsleiter Klaus Rösch erklärte, etwas zu erreichen sei „ein ganz schwieriges Unterfangen“. Der Landkreis sei nicht zuständig und halte sich zurück. Zu volle Container sehe man seit einem halben oder dreiviertel Jahr schon, so Karcher. Die Scherben lägen teils am Ende auf der Straße. Bürgermeister Jens Timm zeigte wenig Verständnis dafür, Glas neben die vollen Container zu legen. „Ich werfe daheim auch nicht die Mülltüte daneben, wenn der Mülleimer voll ist.“

Landratsamt verweist auf Containerdienst

Beim Landratsamt hieß es auf Anfrage: Die Problematik sei zwar da. „Das läuft aber komplett über Suez.“ Man könne „maximal eine moderierende Funktion haben“, so Sprecher Matthias Krüger. Auf Anfrage räumt Suez-Geschäftsführer Oliver Grimm ein, dass man in der Vergangenheit Probleme hatte. Laut Einsatzleitung müsse man kreisweit gesehen seit einigen Tagen auf dem Stand sein, was die Abholung angeht. „Man ist dran“, betont er. Laut Vereinbarung leere man zweimal im Monat die Container – sprich etwa alle zwei Wochen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre müsste dies ausreichend sein.

Verweis unter anderem auf Grippewelle

Natürlich komme es vor, dass Behälter außerplanmäßig voll sind. Wird die Nummer an den Containern gewählt, versuche man, dies „zeitnah zu berücksichtigen“. Zuletzt sei man von der Grippewelle gebeutelt gewesen. 80 Mitarbeiter habe man, knapp 30 Krankenscheine seien angefallen. Ungewöhnlich groß sei zudem nach Ostern das Aufkommen an Altglas gewesen, zudem hätten einige Arbeitstage durch die Feiertage gefehlt. Ein weiterer Grund seien technische Probleme gewesen, ein Fahrzeug war offenbar ausgefallen. Doch bestehen Probleme ja offensichtlich nicht erst seit Ostern, zuletzt hatte das Landratsamt nach BNN-Informationen Abfuhrpläne von Suez angefordert. Grimm räumt ein, dass es im März Gespräche mit Landratsamt und Gemeinden gegeben hat. Aus Rheinstetten gab es wie berichtet vor Monaten schon massive Beschwerden, die Stadt hat ihre Container-Standorte auf Ende 2018 gekündigt.

Wir müssen moderner werden

Teile von Karlsbad sind laut Grimm in dieser Woche bedient worden. Notfalls werde man an diesem Wochenende noch ein Fahrzeug nach Spielberg schicken. Auch die Situation in Waldbronn werde man prüfen, verspricht er. Und warum wird – wie in Karlsbad bemängelt – auf Hinweise der Gemeinde per Mail nicht geantwortet? „Wir müssen moderner werden“, meint Grimm. Antworten statt nur abzuarbeiten sei sinnvoll, man wolle an der Kommunikation arbeiten. Und er gibt Karlsbads Umweltamt auch recht, dass Suez bei Abholungen nicht nur den Glascontainer leeren, sondern auch abgelegtes Glas im Umfeld mitnehmen muss. Grimm regt zudem an, über den Bedarf in den Kommunen nachzudenken – ob etwa wegen neuer Baugebiete weitere Container-Standorte sinnvoll sind.