Talk am Hobeltisch: Bernhard Appel,Hans Jörg Millies, Moderator Sadler, Johannes Arnold, Annika Heffner, Peter Kappes, Martin Willig (von links). | Foto: Müller

100 Jahre Augustinusheim

Von der Anstalt zum Sozialunternehmen

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Von  Klaus Müller
Ein Begriff zog sich   wie ein roter Faden durch die Feier „100 Jahre St. Augustinusheim“: Verlässlichkeit. Das Augustinusheim  Ettlingen sei ein Ort, wo die Zukunft von jungen Menschen verlässlich beginnt, sagte Klaus Schwarz, kommissarischer Leiter der Einrichtung. Rund 200 Gäste aus der Politik, der Wirtschaft, aus unterschiedlichen Organisationen und aus der Bürgerschaft waren auf den Hellberg gekommen, um den Geburtstag zu feiern. Was 1917 als „Fürsorgeheim für Knaben und Jünglinge“ in Bruchsal begann, hat sich zu einer weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten  Einrichtung entwickelt.

Früher eine Anstalt

„Aus der früheren Anstalt ist heute ein Sozialunternehmen mit hoher Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit geworden“, befand Hans Jörg Milles, Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes. „Wir sind stolz auf diese Einrichtung – auch darauf, wie respektvoll hier miteinander umgegangen wird“, fügte Diözesan-Caritasdirektor Monsignore Bernhard Appel an. Träger des Augustinusheims ist die Wohlfahrtsgesellschaft „Gut Hellberg“, deren Gesellschafter der Caritas-Verband für die Erzdiözese Freiburg und der Deutsche Caritasverband sind.

Enge Kooperation mit dem  Landkreis

Überdies arbeitet das Heim eng mit dem Landkreis zusammen, der, so Sozialdezernent Peter Kappes die Einrichtung mit ihrem Leitsatz „klare Linie mit Herz“ schätze. Für viele Jugendliche sei das hier die letzte Chance. Eine Chance, die Martin Willig, ehemaliger Jugendlicher im Heim und heute selbst in der Jugendarbeit tätig, nutzte. Er hob die „tolle Entwicklung der Einrichtung“ hervor. Zu der „Talkrunde am Hobeltisch“ gehörte ebenfalls der Ettlinger Oberbürgermeister Johannes Arnold, der das Augustinusheim mit einer kleinen Kommune in einer großen wie Ettlingen verglich – verbunden mit der gemeinsamen Zielsetzung „miteinander gestalten“.

Gäste,Bewohner und Ausbilder kamen zum Start der Feierlichkeiten 100 Jahre Augustinusheim. Am Sonntag ist noch Tag der offenen Tür. | Foto: kdm

Unterstützung durch die PSD-Bank

Neben Verlässlichkeit ist für Mitarbeiterin Annika Heffner Wertschätzung, immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen zu haben, eine wichtige Größe im Augustinusheim. Die dortige Vermittlung menschlicher Grundwerte sei für die PSD-Bank mit ein Grund, warum die Stiftung der Bank seit Jahren das Augustinusheim unterstütze, betonte Bankvorstandsmitglied Volker Staege. Und damit schloss sich der Kreis an dem Ort, wo die Zukunft junger Menschen beginnt – eine verlässliche Zukunft, die gemeinsam mit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gerade für die Jugendlichen Berechenbarkeit ergebe, so Schwarz. Durch die Feier führte Magnus Sadler, selbst Auszubildender im Augustinusheim. Seine gewinnende Art übertrug sich schnell auf die Besucher.  Musikalisch begleitete die Schulband die Feier.

Termin

Am Sonntag, 23. Juli, hat das Augustinusheim von 11.30 bis 17 Uhr aus Anlass des 100. Geburtstages einen Tag der offenen Tür. Der Blick von vielen Menschen aus der Region hinter die Kulissen ist dabei ausdrücklich erwünscht. Man kann Werkstätten besichtigen und Wohngruppen besuchen.  Zudem gibt es Kunstführungen, Workshops,  Speis und Trank.