Keine leichte Aufgabe war es für die Rettungskräfte, die am späten Sonntagabend beim Horror-Unfall auf der B3 zwischen Malsch-Neumalsch und Ettlingen-Bruchhausen an Ort und Stelle Dienst taten. | Foto: Feuerwehr Malsch

Strecke gilt als Angst-Ort

Appelle nach tödlicher Frontal-Kollision auf der B3 bei Malsch

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Ein regelrechter Angstort ist für viele Autofahrer die B3-Strecke zwischen dem Runden Plom in Ettlingen und Malsch-Neumalsch, wo immer wieder brenzlige Situationen und Unfälle den Atem stocken lassen.

Am Sonntagabend nun passierte – wie bereits kurz berichtet – ein tödlicher Frontalzusammenstoß durch ein Überholmanöver. Eine 41-Jährige kam ums Leben, ihr Beifahrer (20) wurde schwer verletzt. Die Frau hatte laut Polizei aus Richtung Malsch kommend mehrfach Überholvorgänge gestartet, auf Höhe des Kieswerks am Hardteck kam es gegen 20.40 Uhr zur folgenschweren Kollision. Dort dürfen Lkw nur 60 fahren, ansonsten gilt Tempo 100. Eine durchgezogene Linie zeigt Überholverbot an. Die 41-jährige aus dem Karlsruher Raum wollte einen Lastwagen hinter sich lassen und stieß mit dem Wagen einer 24-Jährigen aus dem südlichen Landkreis zusammen.

Bild des Schreckens

Den angerückten Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bot sich ein Bild des Schreckens: Das Trümmerfeld erstreckte sich über rund 70 Meter, durch die Wucht des Aufpralls waren die Fahrzeuge förmlich auseinandergerissen worden. Die Unfallverursacherin starb aufgrund ihrer schweren inneren

Im der Unfallverursacherin entgegen kommenden Fahrzeug wurden zwei Menschen eingeklemmt. | Foto: FFW Malsch

Verletzungen noch an der Unfallstelle. Die drei weiteren Schwerstverletzten wurden in Kliniken gebracht, ihr Zustand war teils kritisch. Ein mitfahrender Hund überlebte den Crash. Laut Feuerwehr wurden vier traumatisierte Unfallzeugen von Notfallseelsorgern in einem Malscher Hotel betreut. Der schwere Unfall zerrte an den Nerven der rund 40 Feuerwehrleute um den Malscher Einsatzleiter Gernot Schneider und der 23 Kräfte des Rettungsdienstes.

Am Ende zählt jedes km/h

Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe, kennt den Abschnitt der B3 gut. Es sei nach den anzulegenden Kriterien jedoch kein Unfallschwerpunkt. Demnach werden über einen Zeitraum von drei Jahren die schweren Unfälle in die Bewertung einbezogen. Auf den knapp 3,5 Kilometern zwischen Neumalsch und Auffahrt Bruchhausen habe es in den vergangenen beiden Jahren gar keinen tödlichen Unfall gegeben. Im Abschnitt zwischen Bruchhausen und Runder Plom in Ettlingen (rund drei Kilometer) wurde „nur“ ein schwerer Unfall registriert. Mit zwei Toten bei einem Frontalzusammenstoß Ende März 2016. Daher gilt Tempo 100, abgesehen von der Tempo-Reduzierung am Anschluss Bruchhausen.

Jede Hilfe zu spät kam für eine 41-jährige Frau, die einen Lastwagen zwischen Bruchhausen und Neumalsch überholen wollte. | Foto: FFW Malsch

Die beiden Abschnitte sind gerade Strecken, weiß Zwirner: „Die Aufmerksamkeit lässt dann gern nach, oder man greift nach dem Handy.“ Dass im Bereich viele Verkehrsteilnehmer Angst vor einer schlimmen Kollision – womöglich unverschuldet – haben, bestätigt der Verkehrsexperte. Man müsse den Gegenverkehr im Auge behalten und lieber vorsorglich abbremsen, falls waghalsige Überholmanöver drohen: „Am Ende zählt jedes km/h.“

Geschwindigkeit wird oft unterschätzt

Auch beim Polizeirevier Ettlingen kennt man die Strecke und die gefühlte Unsicherheit. „Die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs wird gern unterschätzt“, so Markus Pallmann. Man warne und warne, in der Hoffnung, dass das Leben von Menschen nicht aufs Spiel gesetzt wird.