Ernüchternd waren bei aller Freude über einen gelungenen Umzug die Attacken junger alkoholisierter Leute, die beim Malscher Fastnachtsumzug in auffällig wurden. | Foto: Röwer

Fastnacht soll sicher bleiben

Polizei arbeitet Geschehnisse bei Malscher Umzug auf und sucht Unruhestifter

Die Gewalt und Pöbeleien durch Gruppen von Jugendlichen und Heranwachsenden am Rande des Jubiläumsumzugs der GroKaGe Malsch am Sonntag, 29. Januar, beschäftigen weiter die Polizei. Zum Einen in Sachen Aufarbeitung der Geschehnisse, zum anderen was Zeugenaufrufe und Blick auf weitere Fastnachtsveranstaltungen angeht. Auf der Facebook-Seite der Badischen Neuesten Nachrichten äußern sich Fastnachtsfreunde traurig, schockiert und wütend zu den unschönen Szenen in Malsch.
Wie berichtet, hatten Dutzende junger Leute unter teils massivem Alkoholeinfluss für Ärger gesorgt. Am Ende waren rund 60 Polizisten im Einsatz, um die Unruhestifter im Zaum zu halten. Es kam zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Die Polizei spricht jetzt von bis zu 700 jungen Leuten, die unkostümiert nach Malsch gereist waren, um ihre Art von Spaß zu haben. Ein 15-Jähriger etwa schlug einem Polizisten ins Gesicht. Teilweise waren sie mit Sturmhauben vermummt. Auf der BNN-Facebook-Seite werden Stimmen nach mehr Überwachung bei Fastnachtsumzügen laut. Auch Augenzeugen melden sich zu Wort. So wird berichtet, dass eine junge Frau ohne Kostümierung Hexen aus den Reihen der Umzugsteilnehmer immer wieder ein Bein gestellt habe, um diese zu Fall zu bringen.

Neubewertung weiterer Umzüge

Ettlingens Revierleiter Alexander Seifert befürchtet, dass die Gruppen sich über soziale Medien nach Malsch „verabredet“ haben könnten, „um Stunk zu machen“. Man habe im Vorfeld die Lage, auch nach Gesprächen mit dem Polizeiposten Malsch, so eingeschätzt, dass man mit elf Beamten beim Umzug auskommen kann, zu dem dann rund 10 000 Zuschauer kamen. Vor Ort stellte sich die Lage schnell brisant dar. „Man wird in der Einschätzung immer mal falsch liegen.“ Ein Ordner- und Sicherheitskonzept der Vereine gebe es für die wenigsten Umzüge. Für den Nachtumzug in Ettlingen-Spessart habe man ein solches. „Das kann nicht jeder Verein schultern.“ Und von der Polizei könne letztlich niemand erwarten, „dass alle 50 Meter ein Polizist steht“. Natürlich werde man jedoch eine neue Lagebewertung für die Fastnachtsumzüge im Revierbereich vornehmen, erklärt Seifert.

Zeugenaufruf

Die Polizei sucht weitere Geschädigte. So einen Mann und eine Frau, denen nahe der Umzugsstrecke (Adlerstraße 16) von einer danach festgenommenen 16-Jährigen gegen 12.50 Uhr ins Gesicht geschlagen wurde. Diese hatte einen Strumpf übers Gesicht gezogen, ein Lippenpiercing und trug ein schwarzes Oberteil und Tarnfleckenhose. Hinweise an +49 (7243) 32000.