Tot sehen will der Verfasser eines Flugblatts in Karlsbad einen ihm offenbar lästigen Vierbeiner und ruft offen dazu auf, diesen zu töten. | Foto: Symbol Hirschberger

Unglaubliche Flugblattaktion

Aufruf zum „Mord“ an einem Hund in Karlsbad

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So etwas hat die Polizei im Albtal auch noch nicht erlebt: Mit einem Flugblatt, das in großem Stil in Karlsbad unter die Leute gebracht wurde, wird dazu aufgerufen einen Hund zu töten. Für die Tat winke zudem nach erfolgreicher Tötung eine Belohnung von 1.000 Euro.

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden in Karlsbad-Langensteinbach beim dortigen Rathausplatz und entlang der Speicherstraße sowie in den Schneidergärten die Flugblätter verteilt, erklärt Martin Rickersfeld, Leiter des Polizeipostens Albtal.

Zahle Geld in bar

Teils wurde in Briefkästen eingeworfen, teils wurden die Flugblätter an Fahrzeugen angebracht. Einige wurden auch auf der Straße gefunden. Inzwischen liegen rund 50 dieser Ausfertigung bei der Polizei vor, wurde inzwischen vermeldet. Wie viele Flugblätter insgesamt in den Umlauf kamen, ist nicht bekannt. Dabei wurde sogar die Wohnadresse des Hundehalters exakt genannt, wo der braune Vierbeiner zu finden sei. Der Verfasser der Flugblätter unterstrich zudem, dass Geld fließen werde: „Zahle Geld in bar“, ist darauf zu lesen.

Polizei ermittelt auch wegen Verleumdung

Das Flugblatt sei in „normalem“ Deutsch verfasst, so Rickersfeld. Die Verteilung der Flugblätter dürfte einige Zeit in Anspruch genommen haben. Darüber hinaus wurde als Verantwortlicher für das Flugblatt der Leiter beim Ordnungsamt Karlsbad namentlich auf dem Flyer genannt. Der wusste freilich von nichts.

Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass die Flugblätter auch im Industriegebiet von Karlsbad-Ittersbach sowie beim Friedhof in Langensteinbach verteilt wurden.

Die Polizei ermittelt nun wegen öffentlicher Aufforderung zu einer Straftat sowie Verleumdung und hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Bei der Polizei vermutet man, dass es bei dem Aufruf zur Straftat um ungeliebtes Bellen eines Hundes geht. Auf diese Aktion gab es im Internet heftige Reaktionen.

Zeugenaufruf: Sachdienliche Hinweise zu Personen, die bei der Verteilung beobachtet wurden oder andere sachdienliche Hinweise werden erbeten: An den Polizeiposten Albtal unter der Telefonnummer (0 72 43) 6 77 79 oder ans Polizeirevier in Ettlingen unter der Telefonnummer (0 72 43) 3 20 00.