In der Baustelle auf der A5 haben die Baggerarbeiten begonnen.
In der Baustelle auf der A5 haben die Baggerarbeiten begonnen. | Foto: Fabry

Enorme Baustelle auf der A5

Autobahn wird südlich von Karlsruhe zum Nadelöhr

Nur zwei, drei Schritte und eine Warnbake von etlichen vorbeifahrenden, tonnenschweren Lkw entfernt sein – da kann einem schon mal mulmig zumute sein. Für die Arbeiter, die gerade die A5 zwischen den Anschlussstellen Rastatt-Nord und Ettlingen sanieren, ist das Alltag.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat das Projekt jetzt vor Ort vorgestellt, das rund 20 Millionen Euro kosten und bis November dieses Jahres dauern soll. Von einem ist Projektleiter Johannes Foos derzeit überzeugt: „Wir liegen super im Zeitplan.“

Denn die mobilen Stauwarnanlagen sind installiert; die Bagger haben ihre Schaufeln bereits in die Erde gegraben, um in Fahrtrichtung Basel auf der Höhe der braun-weißen Hinweistafel „Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord“ die erste von drei Nothaltebuchten zu bauen; in Fahrtrichtung Frankfurt sollen zwei weitere folgen.

Auswirkungen auf der Autobahn ab Ettlingen spürbar

In der zehn Kilometer langen Autobahn-Baustelle werden in Fahrtrichtung Süden drei Nothaltebuchten gebaut.
In der zehn Kilometer langen Autobahn-Baustelle werden in Fahrtrichtung Süden drei Nothaltebuchten gebaut. | Foto: Fabry

Wer nach Süden unterwegs ist, merkt die Auswirkungen schon ab der Ausfahrt Ettlingen, wenn nur noch zwei Fahrspuren verfügbar sind. Mitte Juni soll der gesamte Verkehr in der rund zehn Kilometer langen Baustelle vierspurig auf der westlichen Seite der A5 abgewickelt werden. Dann können zudem Autofahrer aus Rastatt kommend nicht mehr in Karlsruhe-Süd die Autobahn verlassen und in Richtung Frankfurt dort nicht mehr auffahren. Bei dem Zeitplan gibt es aber einige Unwägbarkeiten, sagt Lars Lau, zuständiger Sachgebietsleiter im Regierungspräsidium Karlsruhe: „Es sind sehr viele witterungsbedingte Arbeiten dabei.“ Deswegen könne er keinen konkreten Termin für die Zusammenlegung nennen.

Fliegerbomben sind unbekannte Größen

So darf es etwa 24 Stunden nicht geregnet haben, bevor die gelben Markierungen auf die Fahrbahn geklebt werden können. Eine weitere unbekannte Größe sind Fliegerbomben, die unter der Autobahn liegen könnten. Deswegen hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Luftbilder der Strecke ausgewertet.

„Es gibt verschiedene Verdachtsflächen im Bereich der A5. Dort, wo wir im größeren Maße ins Erdreich eingreifen, werden dann entsprechende Kampfmitteluntersuchungen gemacht“, erklärt Lau mit erhobener Stimme, um gegen den Autobahnlärm anzukommen.

Maßnahmen gegen Aquaplaning und „Blow-ups“

Von der Sanierung und dem neuen Fahrbahnbelag der A5 erhofft sich Projektleiter Foos viel: „Die Waschbetondecke ist leiser und griffiger.“ Dadurch könne Aquaplaning vermieden werden. Zudem seien die neuen Betonplatten 2,5 Zentimeter dicker als die alten, was Hitzeschäden, sogenannte Blow-ups, verhindere. Insgesamt ist das Projekt sehr ambitioniert, meint Sachgebietsleiter Lau. „Wir setzen 20 Millionen Euro in knapp fünfeinhalb Monaten um. Das ist ein wöchentlicher Umsatz von über 800.000 Euro.“

Die Autofahrer in Richtung Süden merken die Auswirkungen der Baustelle ab der Ausfahrt Ettlingen.
Die Autofahrer in Richtung Süden merken die Auswirkungen der Baustelle ab der Ausfahrt Ettlingen. | Foto: Fabry

Das gleiche Budget ist auch für 2018 veranschlagt: Dann wird die Fahrbahn zwischen Rastatt und Ettlingen in Richtung Basel erneuert, und der südwärts fahrende Verkehr wird über den östlichen Teil der A5 geführt. In dieser Zeit ist die Anschlussstelle Karlsruhe-Süd für Autofahrer gesperrt, die aus der Richtung Frankfurt kommend abfahren oder gen Basel auffahren wollen.

Lau glaubt nicht, dass die jetzt begonnene Sanierung der A5 ein Chaos verursacht: „Wir erwarten, dass die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss auf der Autobahn deutlich geringer sind als in den letzten Jahren. Allerdings wird man es natürlich an Spitzentagen und in den Ferienzeiten merken.“ Nervenaufreibend könnte es für Autofahrer in zwei Jahren werden.

Am Autobahndreieck Karlsruhe könnte 2019 gebaut werden

Dann wird eventuell die A5 im Bereich des Autobahndreiecks Karlsruhe saniert. „Erste Planungen gehen davon aus, dass wir ab 2019 in diesem Bereich anfangen. Das kann sich aber noch verschieben“, erklärt Lau und möchte sich noch nicht festlegen. Johannes Foos betrachtet die Sanierungen pragmatisch: „Wenn wir fahren wollen, müssen wir auch bauen.“