Harmonie auf Rollen: Ruth Brabänder (links) und Melina Humbsch vom RSV Ettlingen zählen zu den besten Rollkunstläuferinnen der Nation.
Harmonie auf Rollen: Ruth Brabänder (links) und Melina Humbsch vom RSV Ettlingen zählen zu den besten Rollkunstläuferinnen der Nation. | Foto: Klaus Müller

Auszeichnung kommt per Post

Basketball-Talent und Rollkunstlauf-Duo holen bei der Sportlerwahl in Ettlingen die Titel

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Der Ehrungsabend in der Stadthalle Ettlingen muss wegen der Corona-Pandemie entfallen. Ihre Auszeichnung erhalten die Gewinner der Sportlerwahl in diesem Jahr per Post.

Kira Schakimov und Melina Humbsch/Ruth Brabänder heißen die Gewinner der Sportlerwahl in Ettlingen. Das Basketball-Talent und das Rollkunstlauf-Duo setzten sich bei der vom Kultur- und Sportamt organisierten und von den BNN begleiteten Abstimmung durch.

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Was wäre das für ein Fest geworden? Ein Ehrungsabend für erfolgreiche Sportler, bei dem zwei der drei Hauptgewinnerinnen gleichzeitig ihren Geburtstag feiern – ohne die Corona-Krise hätte Ettlingen genau jenes fast zu kitschige Prozedere erlebt.

Ehrung auf dem Postweg

Doch kurz vor dem anvisierten Termin 6. März, auf den die zunächst Ende Januar geplante Veranstaltung wegen des Indoor-Meetings in Karlsruhe verschoben wurde, sagte die Stadtverwaltung die Sportlerehrung in der Stadthalle aufgrund der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland kurzfristig ab.

So erfolgt die Auszeichnung in diesem Jahr auf dem Postweg, statt eines Händedrucks von Oberbürgermeister Johannes Arnold (parteilos) gibt es diesmal ein freundliches Schreiben aus dem Rathaus, das die Gewinner Kira Schakimov (Sportler/Sportlerin) und Melina Humbsch/Ruth Brabänder (Mannschaft) in diesen Tagen erreicht.

„In diesem Jahr war es in beiden Kategorien ein sehr knappes Rennen. Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben außergewöhnliche Leistungen erbracht und hätten damit den Sieg verdient“, sagte Arnold zum Ausgang der Sportlerwahl.

Ich weiß nicht, wo ich nächste Saison spiele.

Kira Schakimov, Sportlerin des Jahres

Mit Ballgefühl: Kira Schakimov vom TSV Ettlingen ist ein vielversprechendes junges Basketball-Talent, auf das die Fachwelt bereits aufmerksam geworden ist.
Mit Ballgefühl: Kira Schakimov vom TSV Ettlingen ist ein vielversprechendes junges Basketball-Talent, auf das die Fachwelt bereits aufmerksam geworden ist. | Foto: Klaus Müller

„Sehr schade, dass die Ehrung nicht stattfinden kann“, sagt Basketball-Talent Schakimov, die am 6. März ihren 13. Geburtstag feierte. Mit den Nachwuchsteams des TSV Ettlingen misst sie sich in der U14-Regionalliga und der U16-Landesliga mit deutlich älteren Gegnerinnen. Ihre außergewöhnlichen Leistungen brachten sie im vergangenen Jahr in den Landeskader.

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Im Moment hofft Schakimov, dass die Zeit des Einzeltrainings wegen der Corona-Auflagen bald vorbei ist. Vom Verband bekomme sie Übungspläne, die sie fleißig absolviert. Ob sie beim TSV Ettlingen bleibt, ist unklar. „Ich weiß nicht, wo ich nächste Saison spiele.“

 

Ich habe damit gerechnet, dass die Ehrung auf das nächste Jahr verschoben wird.

Melina Humbsch, Rollkunstläuferin vom RSV Ettlingen

Ebenfalls unerwartet kam die Nachricht vom Wahl-Triumph für die Rollkunstläuferinnen Melina Humbsch und Ruth Brabänder, die bei der Bundesmeisterschaft den Titel in der Zweierlauf-Meisterklasse holten. „Ich habe damit gerechnet, dass die Ehrung auf das nächste Jahr verschoben wird“, sagt die 24-jährige Humbsch. Für die nötigen Stimmen legte sie sich mit ihrer Partnerin mächtig ins Zeug.

Schaulaufen dient als Werbung

Bei einem Schaulaufen in der Sporthalle der Pestalozzischule habe man im Februar richtig Werbung gemacht. „Auch der OB war vor Ort und hat unsere Kür gelobt“, erinnert sich Humbsch.

Bei der Suche nach Trainingsgelegenheit gehen die Rollkünstlerinnen derzeit ungewöhnliche Wege. Da es in Ettlingen keine Freibahn gibt und die Sporthalle wegen des Coronavirus noch geschlossen ist, suchen die beiden extrem glatte Straßen. „Ohne geht es einfach nicht, man muss jede Möglichkeit nutzen“, sagt Ruth Brabänder, die am 6. März, dem geplanten Ehrungsabend, ihren 22. Geburtstag feierte.

Einen Vorteil haben die begrenzten Trainingsmöglichkeiten aber doch. „So habe ich mehr Zeit, um Kostüme zu schneidern“, sagt Brabänder, die gerade ihre Meister-Ausbildung zur Maßschneiderin absolviert.

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Deutsche Meisterschaft im Fokus

Während Humbsch schon immer in Ettlingen lebt, stammt Brabänder aus der Nähe von Darmstadt. Als sie vor vier Jahren für ihre Ausbildung nach Karlsruhe kam, schloss sie sich dem RSV Ettlingen an.

„Nach dem ersten Training mit ihr habe ich sie damals gleich überrumpelt und gesagt, dass sie mit mir Zweierlauf machen muss. Vom Niveau her haben wir gut zusammen gepasst und hinterher gemerkt, dass das Läuferische und das Menschliche auch gut zueinander passt“, sagt Humbsch.

Nächstes Ziel des Duos sind die deutschen Meisterschaften in Nattheim (Kreis Heidenheim) im September.

Bei der vom Kultur- und Sportamt organisierten und von den Badischen Neuesten Nachrichten begleiteten Sportlerwahl standen für die beiden Kategorien Sportler/Sportlerin sowie Mannschaft des Jahres jeweils drei Kandidaten zur Auswahl.
Die Wahl zum Einzelsportler entschied Basketball-Talent Kira Schakimov (TSV Ettlingen) mit 441 Stimmen (366 online/75 per Mail oder Brief) für sich. Auf die Plätze zwei und drei kamen Mittelstreckenläufer Christoph Kessler von der SSV Ettlingen mit 374 (353/21) Stimmen und Schachspieler Jonas Rosner vom SK Ettlingen mit 280 (265/15) Stimmen.
Bei den Mannschaften lagen bei der Online-Abstimmung die DLRG-Rettungsschwimmer (1.247/1.223/24) vorne, wurden aber letztlich wegen der per Brief oder E-Mail abgegebenen Stimmen vom Rollkunstlauf-Duo Melina Humbsch/Ruth Brabänder (1.399/1.162/237) geschlagen. Den dritten Rang belegte das Lauf-Trio Jannik Weiß, Christoph Wallner und David Mahnke von der SSV Ettlingen (163/155/8). Im Vorjahr hatten Laura Reister vom Rollsportverein Ettlingen sowie das Duo Senara Geiger/Linus Bornhäußer von der Tanzsportgarde Ettlingen die Wahl gewonnen.

Gleich sechsmal hat die Stadt Ettlingen ihre höchste Auszeichnung für aktive Sportlerinnen und Sportler vergeben können. Drei der begehrten Lauerturm-Trophäen gingen an Leichtathleten. „Das zeigt, welch großes Potenzial in dieser Sportart in Ettlingen vorhanden ist. Durch die baldige Fertigstellung des Tribünengebäudes im Albgaustadion tragen wir unseren Teil dazu bei, ihnen und anderen Sportlern die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus unterstreichen die drei anderen Preisträger aus den Bereichen Tennis, Schach und Motorsport einmal mehr die Vielfalt des Sports in Ettlingen“, sagt Oberbürgermeister Johannes Arnold.
Die mit dem Lauerturm ausgezeichneten Athleten im Überblick:
– Heide Ort: 1. Platz Tennis-Weltmeisterschaft Senioren Damen Einzel, Altersklasse 75.
– Marvin Fritz (AMC Albgau) – 4. Platz FIM EWC Motorrad Langstrecken Weltmeisterschaft.
– Christoph Kessler (SSV-Leichtathletik), 8. Platz bei den Europameisterschaften 800 Meter.
– Jannick Weiß (SSV-Leichtathletik): 3. Platz bei den Europameisterschaften 5.000 Meter
– Clemens Werner (Schachklub Ettlingen): 3. Platz Europäische Seniorenmeisterschaften 65+ an Brett 1 für die deutsche Nationalmannschaft
– Elisabeth Henn (SC 88 Bruchhausen): 1. Platz Weltmeisterschaft 8 km Cross-Country und 2. Platz Europameisterschaft 2.000 Meter Hindernis (jeweils in ihrer Altersklasse).
Bei der Großen Sportlerehrung wurden 129 Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet, darunter 44 Jugendliche, 58 Erwachsene und 27 Senioren. 51 der Auszeichnungen waren in Gold, 33 in Silber und 39 in Bronze. Die Sportlerinnen und Sportler kommen aus 16 Vereinen: TV 05 Bruchhausen, SSV Ettlingen, TSV Ettlingen, RSV Ettlingen, AMC Ettlingen, Schützenverein Ettlingen, Ettlinger Keglerverein, ASV Wolfartsweier, TSG Ettlingen, Schachklub Ettlingen, TV Schluttenbach, Hundesportverein Ettlingen, TTV Grün-Weiß Ettlingen, TSC Sibylla Ettlingen, DLRG Ettlingen, SC 88 Bruchhausen.
Dabei sind 17 verschiedene Sportarten vertreten: Leichtathletik, Rollsport, Judo, Gardetanz, Motorsport, Schießsport, Wasserball, Basketball, Schach, Paartanz, Tischtennis, Kegeln, Faustball, Rettungsschwimmen, Trampolinspringen, Hundesport, Tennis.
Bei der Kleinen Sportlerehrung wurden 93 Sportlerinnen und Sportler bis 18 Jahre für Erfolge auf Schul-, Bezirks-, Staffel-, Kreis- und badischer Ebene ausgezeichnet. Die Nachwuchssportler kommen aus zehn Vereinen/ Schulen: AMC Albgau, DLRG Ettlingen, Eichendorff-Gymnasium, Ettlinger Keglerverein, FV Alemannia Bruchhausen, RSV Ettlingen, SSV Ettlingen, TSV Ettlingen, TTV Grün-Weiß Ettlingen, TV 05 Bruchhausen. Zudem gab es eine Sonderehrung für die Jugendlichen des Stenografenvereins.