Ulrich Schindewolf bei einemn Vortrag an der Kinder-Uni des KIT im Jahre 2011 | Foto: KIT Irina Westermann

Trauer um Ulrich Schindewolf

Bedeutender Chemiker der Universität Karlsruhe

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Professor Ulrich Schindewolf, den in seiner aktiven beruflichen Zeit fast jeder in Waldbronn wegen seiner täglichen Fahrten im Liegendfahrrad zu seiner Arbeitsstätte an der Universität Karlsruhe kannte, ist jetzt im Alter von über 90 Jahren gestorben. Ulrich Schindewolf wurde als Sohn von Otto Heinrich Schindewolf 1927 in Berlin geboren. Er studierte an den Universitäten in Berlin (Humboldt-Universität) und Tübingen und promovierte am heutigen Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen bei Karl Friedrich Bonhoeffer mit einer elektrochemischen Arbeit.

Entgiftung von Cyanid-Abfällen

Nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten, unter anderem am Massachusetts Institute of Technology, ging Schindewolf schließlich an das Kernforschungszentrum Karlsruhe. Er habilitierte sich in Karlsruhe und wurde 1972 als ordentlicher Professor an die Universität Karlsruhe (TH), Institut für Physikalische Chemie, Lehrstuhl für Molekulare Physikalische Chemie, berufen. Dort setzte er seine Arbeiten über die Isotopen-Trennung und Anreicherung von schwerem Wasser fort. 1974 konzipierte er ein preisgekröntes Verfahren zur Entgiftung Cyanidabfällen. Er wurde 1997 emeritiert. Nach seiner Emeritierung hielt er bei der Kinder-Universität des KIT viele mitreißende Vorträge.

Mitreißende Vorträge an Kinder-Universität

Er verstand es das Interesse von vielen Kindern mit kleinen chemischen Experimenten, die mit viel Humor und Spaß unterfüttert waren, für Naturwissenschaften zu wecken.

Schindewolf gründete Freie  Wähler in Waldbronn

Er  engagierte sich seit 1975 aktiv in seiner Wahlheimat Waldbronn in der Kommunalpolitik. „Er war für manchen lockeren Spruch gut“, erinnert sich ein früheres Mitglied des Gemeinderats. Schindewolf, der zu den Gründern der Freien Wählervereinigung Waldbronn zählte, gehörte dem Gemeinderat 24 Jahre bis 1999 an.