Mit dem beleuchteten Haus im Advent erwirtschaftete Brigitte Strunk in 20 Jahren mehr als 200 000 Euro für krebskranke Kinder. | Foto: Zimmer

Bundesverdienstkreuz

„Beleuchtetes Haus“ in Ettlingen – Orden für Brigitte Strunk

Anzeige

Es waren gleich zwei gute Botschaften, die in Ettlingens guter Stube ans Ohr der Gäste drangen: Erstens: Brigitte Strunk hat das Bundesverdienstkreuz und zweitens: statt ihrem beleuchteten Haus im Advent gibt es ein Lichterfest im Sommer, als „kleine Kompensation“, so Strunks Sohn Siegfried  im Rittersaal.

Nicht gerne  im Rampenlicht

Vor allem Familie, Freunde und Nachbarn waren ins Schloss gekommen, um die Ehrung einer Frau mitzuerleben, die es gar nicht mag, im Rampenlicht zu stehen, der öffentliche Aufmerksamkeit eher unangenehm ist: Brigitte Strunk aus Ettlingen-West. Seit 20 Jahren ist mit ihrem Namen ein vierwöchiges Event im Advent verbunden: das „beleuchtete Haus“ im Pappelweg 45.

228 408,44 Euro für krebskranke Kinder

Genau 228 408,44 Euro haben Brigitte Strunk und ihre Helfer in dieser Zeit erwirtschaftet – für den Förderverein für krebskranke Kinder in Karlsruhe. Mit diesem Geld, „für das wir unendlich dankbar sind“, wurden unter anderem Geräte für die Kinderkrebsklinik  und diverse Angebote für Eltern finanziert, so die Ehrenvorsitzende Gudrun Schütte.

Minister Peter Hauk überreichte Brigitte Strunk das Bundesverdienstkreuz. | Foto: hei

Sie haben das Herz geöffnet

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk, der Strunk die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten überreichte und  sich ins Goldene Buch eintrug, bezeichnete die 78-Jährige als jemanden „der sein Herz geöffnet“ habe für andere. Mit ihrer alljährlichen Aktion habe die Geehrte „ eine Welle der Begeisterung“ ausgelöst, Besucher aus nah und fern angezogen. Entscheidend sei nicht die Zahl von 200 000 Euro, sondern „der Geist, der dahinter steckt“, sagte Hauk weiter.

„Beleuchtetes Haus“ initiiert

Brigitte Strunk sei Initiatorin und Organisatorin gleichermaßen. Sie kümmere sich ums musikalische Programm am „beleuchteten Haus“ und die Bewirtung. Auch die „enormen Stromkosten“ für tausende von Lichtern hätten die Strunks in den Anfangsjahren komplett getragen. Engagierte Menschen wie Brigitte Strunk seien fürs Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar. „Ich habe höchsten Respekt vor Ihnen“, so der Minister.

Treffpunkt im Advent

Als Hausherr würdigte OB Johannes Arnold – alljährlich bei der Eröffnung des Lichterhauses dabei – den Einsatz der Strunks und ihrer Mitstreiter im Stadtteil. Aus einer „ kleinen Idee heraus hat Brigitte Stunk etwas Großartiges geschaffen“, meinte er. Nicht nur, dass viel Geld für kranke Kinder und deren Angehörige hereingekommen sei, nein, der Pappelweg 45 habe sich auch zu einem Treff-und Kommunikationspunkt in Ettlingen-West entwickelt. „Ihr Vorbild leuchtet heller als alle Lampen am Haus zusammen“, betonte Arnold und übergab einen Strauß an Brigitte Strunk.

Team will nach 20 Jahren Schluss machen

Da das Team Strunk nach 20 Jahren mit dem „beleuchteten Haus“ Schluss machen wolle, „wird uns künftig in der Vorweihnachtszeit etwas fehlen“. Beantragt hatte das Verdienstkreuz übrigens der Ettlinger Arzt Karsten Harloff. Er hat Brigitte Strunks ehrenamtlichen Einsatz über viele Jahre hinweg erlebt. Die Feierstunde wurde musikalisch begleitet vom Posaunenquartett der Musikschule Ettlingen.