Schlimme Schädlinge können Borkenkäfer sein. Jetzt nach der langen Trockenzeit treten sie auch im Ettlinger Forst massenhaft auf. | Foto: Manfred Grohe

Fichten im Albtal betroffen

Borkenkäfer verbreitet sich massenhaft

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Und als würde die Hitze  und Trockenheit der vergangenen Wochen den Bäumen nicht schon genug zu setzen, verbreitet sich jetzt noch der Borkenkäfer in einer rasanten Geschwindigkeit. Auf einem der Albtalhänge bei Spessart haben Forstwirte über 300 Fichten entdeckt, in denen sich diese Insekten massenhaft vermehrt haben. Die Larven der Rindenbrüter ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde (Bastgewebe).

300 Fichten müssen gefällt werden

Da diese Schicht die Lebensader des Baums darstellt, führt der Befall meist zu dessen Absterben. der Ettlinger Forst hatte geplant, im Herbst die Bäume einzuschlagen. Nun muss aber alles vorgezogen werden: Auf den Rinden der Fichten sind nun diagonale roten Striche statt eines orangefarbenen Punktes aufgesprüht. Will heißen: Sie müssen in den nächsten Tagen schleunigst gefällt und aus dem Waldstück herausgebracht werden. „Doch das Problem ist, dass nicht nur wir eine Borkenkäferplage haben – landauf landab hat der Forst damit zu kämpfen“, so Joachim Lauinger, Leiter der Fortverwaltung der Stadt Ettlingen, bei einem Vororttermin. Es sei schwer, ein Unternehmen zu bekommen, das die Bäume ab und dann ist noch Ferienzeit.

Borkenkäfer hinterlässt feines Holzmehl

Feines Holzmehl liegt am Fuße des Baumstammes, die „Einstichlöcher“ an der Rinde sind nicht zu übersehen und blickt man nach oben, haben die Nadelbäume zum Teil schon keine Rinde mehr. Die grünen Nadeln rieseln gleich Regentropfen auf den Waldboden, ein weiteres Indiz für den Borkenkäfer. Gut 1 000 Festmeter dürften es sein, die vom Borkenkäfer befallen sind, schätzt Lauinger. Nur die Douglasien und Roteichen kommen mit der Trockenheit besser zurecht. Den anderen Arten gehen die hohen Temperaturen an die Substanz. In manchen Waldstücken gibt es kaum noch ein schattenspendendes Laubdach, auf dem Boden liegen die braunen Blätter. „Wir werden erst im Frühjahr sehen, ob die Bäume wieder Blätter austreiben“. Dabei wäre 2018 ein richtig gutes Mastjahr gewesen. Ob Buche oder Ahorn, die Bäume hängen zum Teil übervoll mit Fruchtständen. Das kostet den Baum zusätzliche Energie – deshalb wirft er die Blätter ab. Bei den Neupflanzungen „sieht es nicht gut aus“.

Bei Neupflanzungen Ausfall von 30 Prozent

„Normalerweise haben wir hier einen Ausfall von vielleicht fünf Prozent. Jetzt sind es über 30 Prozent“. Dort, wo sich die Bäume, besonders Laubbäume, gegenseitig Schatten spenden, sieht man kaum Spuren von der Hitze. Deshalb ist es wichtig, behutsam im Wald vorzugehen, keine großen Eingriffe, sie hätten große Folgen. In den kommenden Tagen werden die Forstwirte an den Grillplätzen Schilder aufhängen, dass Waldbrandgefahr besteht.

Landratsamt in Calw: Verzicht auf Frischholz-Einschlag zwingend

Seinen zahlreichen privaten Waldbesitzern rät der Landkreis Calw aufgrund der aktuellen Lage dringend, bis auf Weiteres auf Frischholzeinschlag zu verzichten. Eine regelmäßige Kontrolle nadelholzreicher Waldbestände auf Borkenkäferbefall sei dagegen umso wichtiger. Mancherorts hätten Gewitter erhebliche Schadholzmengen verursacht. Sturmholz biete den Borkenkäfern ideale Brutvoraussetzungen.
Vor der Aufarbeitung von Sturm- und Käferholz, das über das Landratsamt verkauft werden soll, müssten Privatwaldbesitzer zwingend die zuständigen Forstrevierleiter kontaktieren, um Sortierung, Sortimentsbildung und Längenaushaltung abzustimmen. „Nicht abgesprochene Hölzer“ liefen beim momentanen Markt Gefahr, unverkäuflich zu sein, da viele Holzkäufer die Über