Um an den Brandherd zu gelangen, musste die Feuerwehr das Dach des Gebäudes teilweise abflexen. | Foto: Reichelt

Mehrere Verletzte

Brand in Malscher Swingerclub: 120 Floriansjünger im Einsatz

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Bei einem Feuer in einem Swingerclub in Malsch am Montagmorgen waren insgesamt 120 Floriansjünger über Stunden im Einsatz.

Nach BNN-Informationen waren die Feuerwehren aus Malsch, Ettlingen, Durmersheim, Rheinstetten und Bretten am Brandort in der Daimlerstraße, außerdem der Gefahrgutzug des Landkreises Karlsruhe. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Polizei waren vor Ort. Am Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten noch an.

Mehrere Verletzte

Bei dem Feuer, das im Dachgeschoss des Gebäudes ausgebrochen war, wurden laut Polizei sechs Menschen durch Rauchgasvergiftungen leicht verletzt. Der Kreisfeuerwehrverband Karlsruhe spricht von elf Personen mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation. Nach BNN-Informationen konnten alle das Malscher Bürgerhaus, in dem sie versorgt wurden, am Montagnachmittag wieder verlassen.

Der entstandene Sachschaden soll sich nach ersten Schätzungen im sechsstelligen Bereich befinden. | Foto: Reichelt

Auch in der Sammelstelle für evakuierte Personen in der Sporthalle befanden sich nach Informationen der Polizei am Montagnachmittag keine Menschen mehr. Dorthin waren nach BNN-Informationen auch die Mitarbeiter eines etwa 500 Meter vom Brandort entfernt ansässigen, großen Logistikzentrums gebracht worden.

Im Einsatz waren laut Polizei vier Rettungswagen, ein Notarzt, ein leitender Notarzt, zwei Organisationsleiter und die DRK-Bereitschaften aus Ettlingen und Malsch.

Feuer vermutlich in Sauna ausgebrochen

Nach Angaben des Besitzers des Gebäudes sei das Feuer gegen 10 Uhr im Saunabereich des Swingerclubs ausgebrochen. In einem Swingerclub treffen sich Männer und Frauen, die ihre Sexualität frei mit verschiedenen Partnern ausleben wollen. Meistens sind die Etablissements am Stadtrand oder in Industriegebieten gelegen, da die meisten Gäste bei ihren Besuchen nicht gesehen werden möchten.

Brandursache unklar

Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar. Brandermittler der Kriminalpolizei Karlsruhe hatten sich am Montag ein Bild der Lage in der Daimlerstraße gemacht, werden aber voraussichtlich erst am Dienstag die Untersuchungen im Gebäude durchführen können.

Dach abgeflext

In der Werkstatt im Erdgeschoss des Gebäudes befanden sich nach BNN-Informationen beim Ausbruch des Brandes drei Mechaniker. Der Betrieb musste wegen der starken Rauchentwicklung eingestellt werden. Gegen 11.30 Uhr am Morgen machte sich auch Malschs Schultes Elmar Himmel ein Bild von der Lage. Um an den Brandherd zu gelangen, musste die Feuerwehr Teile des Dachs abflexen.

Großer Schaden

Nach BNN-Informationen ist am Montagnachmittag auch das Technische Hilfswerk (THW) eingetroffen. Nach der Begutachtung habe sich ergeben, dass das Gebäude nicht einsturzgefährdet sei und vorerst nicht abgerissen werden müsse. Der Besitzer des Gebäudes sprach am Montagmorgen gegenüber den BNN von mindestens 200 000 Euro Schaden.

Rauchwolke bis auf die Autobahn

Aufgrund der stundenlangen starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner in Malsch und Muggensturm aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch die Behörden warnten über die offizielle Katastrophen-App „Nina“ vor dem giftigen Rauch. Die Rauchwolke reichte zwischenzeitlich bis zur A5. Die Polizei sperrte die Zufahrtsstraßen zum Industriegebiet ab. Insgesamt waren 170 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK und THW wegen des Brandes im Einsatz.

BNN