Die Bürgermeisterwahl in der Kurstadt Bad Herrenalb ist zunächst ohne Entscheidung geblieben. | Foto: BNN-Archiv / Jehle

Kämmerin Sabine Zenker vorne

Bürgermeisterwahl ohne Entscheidung: Bad Herrenalber müssen ihr Kreuz noch einmal setzen

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Die Bürgermeisterwahl in der Kurstadt Bad Herrenalb ist zunächst ohne Entscheidung geblieben. Wie erwartet lagen drei Kandidaten am Sonntagabend vorn. Am 10. November wird es also zum erneuten Urnengang kommen – dann reicht die einfache Mehrheit, um den Chefsessel im Rathaus zu erobern.

Bad Herrenalbs Kämmerin Sabine Zenker  (36), der Karlsruher Touristik-Chef Klaus Hoffmann (57) und Rechtsanwalt Marc-Yaron Popper (43) aus Karlsruhe haben im ersten Wahlgang die Plätze eins bis drei belegt. Kämmerin Zenker kam dabei auf 39,1 Prozent, Hoffmann auf 28,7 Prozent und Popper auf 25,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,8 Prozent, 3111 der rund 6500 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Zum Nachlesen: Live-Ticker der Wahl in Bad Herrenalb

Schon früh füllte sich der Nebensaal des Kurhauses. Um 19 Uhr standen die Menschen dicht an dicht vor der Leinwand, wo die Wahlergebnisse nach und nach eintrudelten. Schon um 18.24 Uhr kam das erste Schnell-Ergebnis herein. Der Bezirk Neusatz hatte am zügigsten ausgezählt. Hier hat Klaus Hoffmann mit 39,2 Prozent die Nase vorn. Die Euphorie währte nur kurz. Wenige Minuten später kam der Stadtteil Bernbach, wo Sabine Zenker ein Haus baut. Ein Heimspiel sozusagen: Sie kam auf über 50 Prozent. Marc-Yaron Popper setzte mit deutlich über 20 Prozent dort ein Ausrufezeichen. Hoffmann ist bei 18 Prozent. Auch in der Kernstadt hat Zenker die Nase vorn. In Rotensol sind Zenker und Hoffmann fast gleichauf.

Interesse aus den Nachbargemeinden

Als gegen 18.56 Uhr das Ergebnis kam und nur noch der Briefwahlbezirk fehlte, waren auch schon einige Politiker aus der Umgebung eingetroffen; etwa der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke, Marxzells Bürgermeisterin Sabrina Eisele sowie der Dobler Rathauschef Christoph Schaack und Bad Wildbads stellvertretender Bürgermeister Jochen Borg.

Um Viertel nach sieben verkündete der amtierende Bürgermeister und Vorsitzendes des Wahlausschusses, Norbert Mai, das vorläufige amtliche Stimmergebnis. Sabine Zenker zeigte sich „total happy“ und sagte: „Jetzt kommen weitere Hausbesuche.“ Klaus Hoffmann wollte eine Nacht über das Ergebnis schlafen: „Es zeigt aber, dass die Bürger eine Veränderung wollen.“ Marc-Yaron Popper möchte jetzt erst recht durchstarten: „Herrenalb will eine Lösung von außen.“

Die Wahl in Bad Herrenalb stand im überregionalen Blickpunkt, weil es mit 29 Bewerbern ein rekordverdächtiges Teilnehmerfeld gab. Viele Kandidaten kamen dabei von der Polit-Satire-Partei „Die Partei“. Im Vorfeld der offiziellen Kandidatenvorstellungen gab es Ängste, dass diese Bewerber einem ernsthaften Wettbewerb um das Bürgermeisteramt in der 8000-Einwohner-Kurstadt im Wege stehen – was aber nicht der Fall war.
Das Auftreten der Bewerber von „Die Partei“ sahen manche als Missbrauch des passiven Wahlrechts. In Stuttgart sollen Politiker schon darüber nachgedacht haben, auch bei Bürgermeisterwahlen in kleineren Kommunen – ähnlich wie bei Städten ab 20000 Einwohner – als Bewerbungsvoraussetzung Unterstützerunterschriften von Bürgern der Kommune zu verlangen.