Viel Platz haben die Badegäste derzeit noch im Albgaubad. Es gilt eine maximale Besucherzahl von 850 Gästen. Ins Schwimmerbecken dürfen höchstens 60 Personen gleichzeitig. | Foto: Trauden

Bisher 1.000 Besucher

Check-in mit QR-Code und Schwimmen in der Einbahnstraße: So läuft der Betrieb im Ettlinger Albgaubad

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Rund 1.000 Badegäste haben das Albgau-Freibad in Ettlingen seit der Öffnung am 15. Juni besucht. Vor allem mit der Ticket-App tun sich einige noch schwer. Deshalb können Personen, die kein Smartphone besitzen, Karten jetzt auch analog vor Ort erwerben.

Am Eingang zum Ettlinger Albgaubad heißt es in diesem Sommer erst mal: Smartphone zücken. Wer baden will, der muss vorher einchecken, und zwar indem er einen QR-Code auf seinem Handybildschirm vorzeigt.

Buchung ist drei Tage im Voraus möglich

Den hat er vorher mit der Buchungsbestätigung über die neue Ettlinger Bäder-App bekommen. Zugegeben: Gerade für die älteren Besucher des Bades ist dieses Prozedere sehr kompliziert. Deshalb, erklärt Badmitarbeiter Andreas Thail, während er den QR-Code auf dem Handy eines Badegastes scannt, ermögliche man ihnen jetzt, montags bis freitags zwischen 9 und 10 Uhr eine Eintrittskarte im Vorverkauf zu erwerben.

Man hat viel Platz, ich finde das ganz toll.

Walter Henninger, Badegast 

So kam auch Walter Henninger (82) aus Ettlingen wieder in den Genuss, im Albgaubad seine Bahnen zu ziehen. Am Montag, genau eine Woche nach der Badöffnung, ist er zum ersten Mal da. „Ich habe kein anständiges Handy und kenne mich mit der Technik nicht aus. Als ich erfuhr, dass man jetzt auch Karten an der Kasse vorne kaufen kann, habe ich gleich welche für drei Tage besorgt“, erzählt er. Drei Tage, so lange im Voraus kann man die Badtickets maximal buchen.

Sauna, Hallenbad und Spinde bleiben geschlossen

Das Schwimmbad hat ihm in den letzten Monaten wirklich gefehlt, betont Henninger. „Ich gehe jeden Morgen eine Stunde schwimmen und einmal die Woche in die Sauna – auch im Sommer.“ Letzteres geht gerade nicht, da die Sauna genauso wie das Hallenbad geschlossen ist.

Auch die Spinde, die Henninger sonst als Jahreskarten-Besitzer belegen konnte, sind nicht verfügbar. Aber das ist für den sportlichen Rentner nur ein kleiner Wermutstropfen: „Man hat viel Platz, ich finde das ganz toll“, sagt er über das wieder geöffnete Freibad.

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Besucherkontingent soll auf 1.000 erhöht werden

Maximal 850 Besucher dürfen pro Tag ins Albgaubad. Man erwäge, die Zahl auf 1.000 zu erhöhen, erklärt der Ettlinger Bäderleiter Daniel Daul. „Wir warten aber die heißen Tage diese Woche ab, bevor wir das entscheiden.“ Einen richtigen Testlauf mit der maximalen Zahl von 850 Badegästen gab es nämlich noch nicht.

1.000 Besucher seit der Öffnung am 15. Juni

Seit der Öffnung des Freibads am 15. Juni habe man rund 1.000 Besucher gezählt, davon allein 470 am vergangenen sonnigen Samstag. Am Buchtzigsee waren es bislang 1.200, im Waldbad Schöllbronn 300. Daul ist zufrieden mit der bisherigen Bilanz: „Es gibt schon einzelne, die nörgeln, weil sie den Badebetrieb anders kennen. Aber allgemein sind die Leute sehr verständnisvoll. Die freuen sich einfach, dass sie wieder ins Schwimmbad können.“

Um zu gewährleisten, dass Hygiene- und Abstandsgebote eingehalten werden, haben Daul und sein Team Schilder aufgehängt, Einbahnstraßen ausgewiesen, einige Zugänge mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Die Zahl der Bademeister wurde um anderthalb Stellen aufgestockt, erklärt Daul. Zudem sind täglich zwei Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes vor Ort.

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Maximal 60 Menschen im Schwimmerbecken

Das Abstandsgebot stellt am Montag eine Woche nach der Eröffnung aber noch kein Problem dar. Auf den Liegewiesen haben nur vereinzelte Sonnenhungrige ihr Badetuch ausgebreitet, im Schwimmerbecken, wo Platz für maximal 60 Leute ist, ziehen gerade mal ein Dutzend Menschen ihre Bahnen.

Ich kann auf dem Rücken schwimmen und keiner kommt mir dabei in die Quere.

Ingrid Witte, Besucherin

„Schön viel Platz“, freuen sich einige Besucher über die Nebenwirkung der Corona-Auflagen. Waltraud, Ingrid und Bärbel aus Ettlingen sind sich nicht ganz einig, ob die Freude über die Wiederöffnung des Bades überwiegt oder der Ärger über die schwierige Buchung per Handy-App und die geschlossenen Spinde. „Positiv denken“, appelliert die 72-jährige Ingrid dann und lacht. „Ich kann auf dem Rücken schwimmen und keiner kommt mir dabei in die Quere.“

Nicht alle Angebote sind verfügbar

Und die jüngeren Besucher? „Der Strömungskanal ist zu, es ist immer nur eine Rutsche geöffnet und der Kiosk macht auch später auf“, weiß Tatjana Schwarzbeck, die mit dem sechsjährigen Sohn Maximilian gekommen ist. „Das ist schon schade. Ich weiß nicht, ob wir so oft hierher kommen wie sonst.“

Die Abstandsregeln an den Rutschen stören auch zwei Jungs, die ihre Kunststücke an den Sprungtürmen proben: Dennoch waren sie seit der Eröffnung am 15. Juni schon mehrmals im Bad. „Total locker“ sehen derweil Stephanie Schulze und ihre drei Söhne Karl (10), Robert (7) und Tom (5) die Auflagen.

Eine 39-jährige Malscherin lobt das Buchungssystem, das Schlange stehen an der Kasse verhindere. „Ich sehe genau, wie viele Leute schon im Bad sind und wie viele noch rein dürfen. Das ist echt easy.“

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Am Kiosk ist noch Luft nach oben

Am Kiosk im Bad läuft es derweil noch alles andere als rund. Statt zwei Kassen hat nur eine geöffnet – und Inhaberin Maria hat am ersten Samstag nach der Öffnung nur rund 40 Kunden bedient. An normalen Sommersamstagen waren es 200. Darauf, dass die steigenden Temperaturen mehr Kunden bringen, setzt Maria nicht: „Wir können nicht sagen, was kommt. Wir müssen abwarten.“