Coronavirus -Zeiten: Manchen nehmen die Abstandsgebote nicht ernst und treffen sich in kleinen Gruppen am Epplese | Foto: Wener Bentz

Tag 3

Coronavirus Tagebuch: Urlaubsgefühle am Epplesee

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Wie die Coronavirus -Pandemie das gesellschaftliche Leben direkt vor der Haustür verändert, schreiben die BNN täglich in ihrem Coronavirus-Tagebuch. Am dritten Tag des Buches geht es um die Umsetzung der neuen Verordnung der Landesregierung, das richtige Verhalten vor und in Märkten und das Freizeitverhalten am Epplesee und am Wasen.

Wahrlich besondere Zeiten

Es könnte so schön sein … Nebenan im romantischen Ettlinger Rosengarten sitzt ein Pärchen turtelnd auf der Bank im Sonnenschein. Die vielleicht 14- oder 15-Jährigen sind verzweifelt. Offenbar haben die Eltern verboten, dass sich die Tochter weiter mit ihren Freunden „unkontrolliert“ trifft. Sie haben Angst vor dem Coronavirus. Das Mädchen fängt an zu schluchzen, bevor sich die beiden verabschieden. Ein letzter Kuss, dann geht sie, er schaut hinterher – es sind wahrlich besondere Zeiten.

Vieles, was dem Charme unseres Städtchens ausmacht, ist weg.

OB Johannes Arnold schaut am Tag nach der Verordnung der Landesregierung, nur noch Geschäfte des täglichen und gesundheitlichen Bedarfs offen zu lassen, traurig auf die Altstadt. „An der Hälfte der Geschäfte klebt der Zettel, dass geschlossen ist. Vieles, was den Charme unseres Städtchens ausmacht, ist weg. Wir sehen jetzt im Reallabor, was uns verloren gehen würde, wenn wir nach der Corona-Zeit weiter nur auf Online-Shopping setzen.“

Mit Plexiglasscheiben sollen in den Supermärkten die Kassiererinnen vor dem Virus geschützt werden. Bei OB Arnold versammelten sich am Morgen Marktleiter – mit Abstand – zu einer Besprechung. Es geht jetzt um die Einhaltung von Zutrittsregeln beim Einkauf und den Einsatz von Security.

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Bargeld auch am Schalter

Gesprochen hat Arnold mit dem Karlsruher OB Mentrup und  Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse Karlsruhe, dass Menschen, die keine Kreditkarte haben. Bei der Sparkasse Bargeld erhalten. Eine entsprechende Anweisung ging jetzt an die Zweigstellen in den Kommunen des südlichen Landkreises heraus.

Ausweis für die Einkaufshelfer

Kassiererinnen sind angewiesen, „Hamstern“ zu verhindern. Das stellte die Einkaufshelfer der KjG, die für Ältere in den Supermärkten Lebensmittel in großem Stil besorgen, vor Probleme. Mit den Marktleitern vereinbarte OB Arnold, dass die jungen Einkaufshelfer jetzt sich mit einem versiegelten Schreiben des OB an den Kassen ausweisen können.

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Security vor Supermärkten

Um Supermärkten bei der Zutrittsregelung zu helfen, hat der Ettlinger Krisenstab ab sofort stadteigene Security eingestellt. Die sollen dem Kommunalen Ordnungsdienst auch helfen, junge Leute, die sich am Wasen zu Partys zusammenrotten, wegzuschicken.

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Urlaubsgefühle am Epplesee

Die Sonne scheint prächtig. Was auch am Forchheimer Epplesee zu sehen ist. Trotz Corona scheint bei einigen zwar noch keine Krankheit ausgebrochen zu sein, aber Urlaubsgefühle. In kleinen Gruppen sitzen sie wild zusammengewürfelt da und feiern Shisha-Partys. Rheinstettens OB Sebastian Schrempp will hart durchgreifen. Er denkt an Bußgeld, weil dies gegen das Versammlungsverbot verstößt. Auch für jene jungen Leute, die sich beim Schulzentrum treffen. Gleichzeitig lobt er jene, die sich strikt an die Verordnungen halten.

Schrempp ist entsetzt, wie undiszipliniert es noch im ein oder anderen Supermarkt zugeht. Es sei schon unglaublich, wenn die Menschen „mit Kind und Kegel“ zum Einkaufen anrücken. Er fährt, wie auf unter www. rheinstetten.de zu lesen ist, eine konsequente Linie.

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