Nach dem Leben getrachtet wird einem Mischling in Karlsbad, zu dessen Tötung per Flugblatt aufgerufen wurde. | Foto: Symbol Patrick Pleul

Tier wurde schon angezündet

„Das ist ein Hundehasser“: Besitzer ist nach Aufruf zur Tötung fassungslos

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„Das ist ein Hundehasser.“ Aufgebracht reagiert im BNN-Gespräch der Besitzer des Vierbeiners auf den Aufruf zur Tötung des braunen Mischlings im Gewerbegebiet von Karlsbad-Ittersbach. Die Polizei ermittelt zwar weiter, hat aber nach wie vor noch keine heiße Spur.

Der Aufruf per Flugblatt zur Tötung eines Hundes vor rund zwei Wochen im Gewerbegebiet „Im Stöckmädle“ in Karlsbad-Ittersbach hat Wellen geschlagen (Artikel). Die Gemeinde hat inzwischen sogar eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Gegenüber den BNN äußerte sich nun der Besitzer des Hundes erstmals.

Sollte Vierbeiner verbrannt werden?

„Da kann man sich keinen Reim machen. Das ist ein Hundehasser“, erklärt der Halter. Auf dem Firmengrundstück seien die Hunde natürlich auch dazu da, das Gelände zu bewachen. „Das ist ihr Job.“ Wie berichtet, wurde auf den Flugblättern aufgerufen: „Zahle 1 000 Euro Belohnung. Wenn du brauner Hund von folgender Adresse tötest …“ Es sei „ein ganz normaler kleiner Mischling“, betont der Besitzer, dessen Firma sich direkt im Gewerbegebiet befindet. Wohnbebauung gibt es dort nicht. Er habe noch einen größeren Hund, dem aber nicht nach dem Leben getrachtet wird. Auf den Mischling habe es indes schon vor den Flugblättern Anschläge gegeben. „Er wurde mit Benzin übergossen.“ Und jemand habe auch versucht ihn anzuzünden. „Das Fell war versengt“, erzählt der Hundehalter und betont: „Der Hund hat doch auch eine Daseinsberechtigung.“ Dieser Hass sei einfach nicht zu verstehen.

Polizei sucht nach Fingerabdrücken

Laut Frank Otruba, Sprecher beim Polizeipräsidium Karlsruhe, stellten TV-Sender aus ganz Deutschland Interview-Anfragen. Der Firmenchef und Hundehalter wolle sich aber nicht für Reportagen zum Thema zur Verfügung stellen. Die Polizei werte die Flugblätter auf Fingerabdrücke aus. Dadurch an den Täter zu kommen, sei allerdings nicht einfach. Dazu müsse der oder die Unbekannte schon polizeilich bekannt und dessen Fingerabdrücke gespeichert sein. Hatte er bisher eine weiße Weste, sieht es schlecht aus. Auch das nähere Umfeld der Betriebsstätte in Ittersbach wird  beleuchtet.

Noch keine heiße Spur

In der Nacht auf Samstag, 6. Oktober, wurden in Karlsbad-Langensteinbach und Karlsbad-Ittersbach Dutzende Flugblätter mit dem Aufruf verteilt, den Hund umzubringen. Flyer fanden sich etwa an Autos oder in Briefkästen. Als Ansprechpartner in Sachen der Anstiftung zu einer Straftat wurde auf dem Flugblatt der Ordnungsamtsleiter der Gemeinde angegeben, der aus allen Wolken fiel und wegen Verleumdung Anzeige erstattete. Leider sind laut Polizeisprecher Otruba bislang trotz diverser Aufrufe keine sachdienlichen Zeugenhinweise in dem Fall eingegangen. Die sind weiterhin unter der Telefonnummer (0 72 43) 3 20 00 bei der Polizei in Ettlingen möglich.