Und los geht's: Das Feld des Halbmarathons war beim Start im Horbachpark noch dicht beisammen, entzerrte sich aber spätestens beim ersten Anstieg in Richtung Ettlinger Höhenorte. Nach der Hitzeschlacht 2018 waren die Bedingungen diesmal gnädig. | Foto: Andreas Kleber

615 auf der großen Schleife

Dauerbrenner: Starter zwischen 17 und 80 bewältigen anspruchsvollen Ettlinger Halbmarathon

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21 Kilometer, die es in sich haben: Vorfreudige Anspannung herrschte vorm Startschuss bei den mehr als 600 Startern beim SWE-Halbmarathon. Nach einer Hitzeschlacht 2018 wurde die Strecke angepasst. Das Wetter war jedoch am Samstag gnädig und das Laufereignis ein gut organisiertes Erlebnis.

Von unserem Mitarbeiter Andreas Kleber

Eigentlich hätte der vom Lauftreff und der Spiel- und Sportvereinigung Ettlingen veranstaltete SWE-Halbmarathon 2008 ein einmaliger Jubiläums-Event zum 30-jährigen Bestehen des Lauftreffs sein sollen. „Aufgrund der hervorragenden Resonanz haben wir uns dann aber für eine Neuauflage entschieden“, erklärt Johannes Ibach. Der wachsende Erfolg und die steigenden Teilnehmerzahlen seien laut dem Sprecher des siebenköpfigen Orga-Teams schließlich ausschlaggebend dafür gewesen, dass der Lauf fest im Jahresprogramm verankert wurde.

Durch den Wald statt über Asphalt

So waren es bei der zwölften Auflage am Samstag 615 Läufer im Alter von 17 bis 80 Jahren, die sich nach dem Startschuss von Bürgermeister Moritz Heidecker vom Horbachpark aus auf die 21,1 Kilometer lange Strecke begaben. Läufer mit brasilianischer, französischer, kanadischer, kamerunischer und schweizer Nationalität gaben dem Event einen internationalen Anstrich.

„Die Hitze 2019 war der Grund, weshalb wir am zweiten Teil der Strecke gefeilt haben. Anstatt über Asphalt geht es von Oberweier nun über schattige Waldwege zurück in den Park“, so Lauftreff-Abteilungsleiter Jürgen Frommhold unmittelbar vor dem Start des Halbmarathons, der vom Deutschen Leichtathletik-Verband zu einer nationalen Laufveranstaltung hochgestuft wurde.

Fitnesszustand ist entscheidend

„Mit der Veränderung bin ich sehr zufrieden, zumal die neue Strecke in puncto Landschaft einiges zu bieten hat“, befand der achtfache Teilnehmer Rolf Maier aus Oberweier, der die Route im Vorfeld abgelaufen war. Im Gegensatz zum 67-Jährigen war Steffen Schnepf (42) aus Ettlingenweier etwas kritischer: „Zugegeben, die Strecke ist schön. Allerdings könnte sie auf potenzielle Teilnehmer irritierend wirken. Wer nicht fit ist, dem bringt auch ein Plus an Schatten nichts. Der Fitnesszustand ist entscheidend.“

Zudem sorgte er sich ums Event-Feeling an der Strecke. „Im Wald werden sicherlich keine Zuschauer stehen und die Läufer anfeuern“, sagte er vor seiner neunten Teilnahme. Während Maier nach 1:59,16 Stunden als 234. die Ziellinie überquerte, belegte Schnepf nach 1:52,05 Stunden Platz 163. Die beiden Laufkumpels blieben damit unter der angepeilten Zeit von weniger als zwei Stunden.

Roland Golderer und Claudia Wipfler sind vorn

Deutlich schneller unterwegs war Roland Golderer vom RSV „Schwalbe“ Ellmendingen, der als Sieger gerade mal 1:18,58 Stunden benötigte und damit Marius Seith vom TSV Graben (1:23,43) auf Rang zwei verwies. Den respektablen dritten Platz belegte Frank Scholl vom Tri-Team des SSV Ettlingen (1:25,50).

Bei den Frauen siegte die Ettlingerin Claudia Wipfler, die für das Team „Erdinger Alkoholfrei“ an den Start gegangen war. Sie bewältigte die 21,1 Kilometer in 1:27,24 Stunden und belegte damit in der Gesamtwertung Platz sechs. Zweite wurde Carmen Scharpfenecker (Team Leistungsdiagnostik.de) in 1:37,14 Stunden vor Kathrin Hoffmann (1:38,59, BBP Bosch).

Alle sind heil angekommen

Während es für alle Zielläufer Medaillen und Urkunden gab, durften sich „KarlsRUNiversity“ aus Karlsruhe als stärkste Gruppe über drei Liter Champagner aus Ettlingens Partnerstadt Epernay freuen. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten rund 100 SSV-Mitglieder sowie Polizei und DRK-Ortsverein, und ein großer Dank ging an alle Sponsore, die unter anderem die Sportler im „Runners Heaven“ im Ziel versorgten.

„Glücklicherweise gab es keinerlei Zwischenfälle. Alle Läufer sind heil angekommen“, erklärte Sprecher Johannes Ibach, der bei etwa 24 Grad und leichter Brise von „idealen äußeren Bedingungen“ sprach.

Service: Informationen und die kompletten Ergebnislisten gibt es auf der Seite www.ssv-ettlingen.de.