Stürmerlegende Erich Sies (links) erzielte einst jede Menge Tore für Mörsch. Das Bild stammt aus den 1950er Jahren. | Foto: Archiv SVM

In der Verbandsliga behauptet

Der SV Mörsch wird 100 Jahre alt und feiert kräftig

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Der SV Mörsch  wird 100 Jahre alt. Er blickt auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück und sieht sich derzeit gut aufgestellt. Die Schwarz-Gelben  kicken in der Verbandsliga Südbaden.

Von Klaus Müller 

„Es ist dies für uns sowie alle Sportfreunde ein erhebendes Gefühl, solch lange Zeit auf das sportliche Wirken unseres Vereins zurückblicken zu dürfen.“ Gemessen an Jahren dürfte das Gefühl der aktuellen Verantwortlichen des   SV Mörsch noch um einiges „erhebender“ sein. Denn zwischen  der Feststellung des damaligen Vereinsvorsitzenden Franz Rastätter von 1969  und  heute  liegen weitere 50 Jahre SV-Geschichte. In der Summe kann der  SV Mörsch also auf 100 Jahre zurückblicken.

Gründung im Gasthaus „Hirsch“

Am 17. Dezember 1919 riefen im Mörscher Wirtshaus „Hirsch“ einige Fußballfans den Verein ins Leben. Schwarz und Gelb waren  und sind  die Farben des SV. Gespielt wurde anfangs auf einer Wiese. Allein der Gemeinderat betrachtete das Treiben, die  mit kritischem Blick. Schnelle Erfolge ließen alsbald die Kritiker verstummen. Mehr noch: Die Kicker fanden auf der vormaligen „Sauweide“ und heutigen „Sandgrube“ eine feste und bis jetzt unverrückbare Bleibe.

Sportliche Erfolgsgeschichte

Dann kamen die Jahre zwischen 1933 und 1945. Ein paar Zeilen finden sich darüber in der Vereinschronik von 1969: „Ab 1933 wurde das sportliche Leben leider mehr und mehr in die politische Entwicklung einbezogen.“ Auch diese Zeit ging vorbei. Es folgte eine sportliche Erfolgsgeschichte. Anfang der 1950er Jahre, erzählt SV-Urgestein Aribert Fitterer, sei der SV Staffelmeister in der zweiten Amateurliga geworden.

Superstürmer Erich Sies

Allerdings beschloss die Mitgliederversammlung, aus „finanziellen Gründen“ auf den Aufstieg zu verzichten. Ein Jahr später, wieder stand der SV ganz oben, gab es keine Bedenken mehr gegen einen Aufstieg in die erste Amateurliga. Maßgeblich daran beteiligt war der Superstürmer Erich Sies, der in der Saison 1953/54 von 97 erzielten Toren allein 48 schoss.Bemerkenswert ist die jahrelange, erfolgreiche Präsenz des SV in der 1. Amateurliga (von 1954 bis 1969). Aber es folgten auch sehr magere Jahre, begleitet vom Absturz in die Niederungen des Fußballs. „Leider ging so etwas wie Kontinuität verloren“, resümiert Fitterer.

Warum im südbadischen Fußballverband?

Und dann gibt es ja noch die Geschichte, warum der SV dem Südbadischen Fußballverband angehört. „Angeblich wollten die Durmersheimer nach Nordbaden und im Tausch gingen wir nach Südbaden“, berichten der SV-Vorsitzende Torsten Feil und Fitterer. Verbrieft sei das aber nicht. Sicher wiederum ist, dass sich der SV an den eigenen Fußballschuhen aus seiner misslichen sportlichen Lage zog.

Inzwischen auch Frauenfußball

Auch Dank des Trainers Dietmar Blicker und  einer „wirklich guten Nachwuchsarbeit“. Seit vier Saisons ist der 630 Mitglieder zählende Verein fester Bestandteil der Verbandsliga.Auch Frauen schnüren seit Anfang der 1980er Jahre ihre Fußballschuhe beim SV. Was die Zukunft bringt? Möglicherweise in absehbarer Zeit eine Fusion von allen Fußballvereinen in Rheinstetten.  Gespräche in diese Richtung laufen seit langem.

Vom 11. bis 14. Juli ist Jubiläumsfest in Mörsch.  Am Donnerstag startet man um 18 Uhr mit einem Blitzturnier der C-Junioren in den Festbetrieb, ehe am Freitag der Hardt-Cup ausgespielt wird (Anpfiff 17.30 Uhr). Am Samstagmorgen bestreiten die D-Junioren des Vereins ein Einlagespiel, ehe es am zweiten Turniertag des Hardt-Cup für den SV Mörsch, gilt seine Triumphe der Vorjahre zu verteidigen. Am Samstagabend hat sich der Verein etwas Besonderes ausgedacht. Bei einem Alte Herren Traditionsturnier geben sich  auch Traditionsmannschaften aus den vergangenen 20 Jahren  ein Stelldichein. So werden Teams um die ehemaligen Trainer Alfons Burkart, der mit dem SV Mörsch einst den Aufstieg in die Kreisliga A feierte, Bezirksligameister Martin Fleck, sowie Landesligameister Dietmar Blicker erwartet.Am Sonntag kommt es morgens zu einem Spieltag der Kleinsten. Die G- und F-Junioren jagen ab 9.30 Uhr dem runden Leder hinterher. Am Nachmittag weht dann ein Hauch Bundesligaluft durch die Mörscher Sandgrube. Kurz nach der Frauen Weltmeisterschaft kommen mit der TSG 1899 Hoffenheim und dem SC Sand zwei Frauen-Bundesligateams zum Einlagenspiel nach Mörsch (14 Uhr).