Das über Ettlingen hinaus bekannte Seniorenkabarett "Die Grauen Zellen" bereitet sich auf die Premiere seines neuen Programmes vor. | Foto: tz

Seniorenkabarett Ettlingen

„Die Grauen Zellen“ und die Liebe im Alter

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Mit seinem neuen Programm  „Lieben –  oder lieber nicht?“ geht das über Ettlingen hinaus bekannte Seniorenkabarett “ Die Grauen Zellen“ an den Start. Die Premiere ist am 2. November im Ettlinger Schloss.

„Erst beim Küssen beginnt sie zu blühen, und zu glühen, heiß und wild. Wie ein Feuer beginnt sie zu sprühen, Bis sie ganz ihren Zauber enthüllt“ heißt des in dem Zarah Leander-Evergreen „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“ – und mit diesem und vielen anderen Liedern ist das Ettlinger Seniorenkabarett „Die Grauen Zellen“ mitten im Thema.

Die Liebe in allen Facetten

Es geht – der eigens für dieses Programm hergestellte knallbunte Bühnenvorgang signalisiert es: Um die Liebe in allen Facetten und natürlich auch und im ganz Speziellen um die Liebe im Alter. „Lieben – oder lieber nicht?“ ist der Titel des 23 . Programms der vitalen Truppe. Wieder hat Fritz Pechovsky, Senior und Autor des Kabaretts, Musik ausgesucht und Sketche rund ums Thema geschrieben. Inszeniert hat wie schon in den vergangen Jahren die Regisseurin Ines Krautwurst.

Eine neue Frau am Klavier

Alles beim alten also? Nicht ganz: Am Klavier werden die Kabarettisten erstmals unterstützt von der Musikerin Eugenia Eichhorn. Sie hat Klavier in in ihrer Heimatstadt Odessa und in Karlsruhe studiert und freut sich über ihr Engagement bei den „Grauen Zellen“, denn sie liebt die Vielseitigkeit: „Nicht nur Klassik, sonder auch Jazz und Chanson“ spielen zu können.

Erotik gibt auch im Alter Lebensfreude

Die Frage, die der Programmtitel aufwirft, ist für Fritz Pechovsky eindeutig beantwortet. Natürlich soll man lieben. Wobei ihm wichtig ist, dass es beim Thema „Liebe“ um viel mehr als Sex geht: „Ich bin der Meinung, dass die Erotik auch im Alter Lebensfreude gibt. Man soll das nie aufgeben.“ Für ihn persönlich sei es ein beglückende Erfahrung „wenn ich mit einer jungen Frau flirte und dann wird sie rot“.

Nachdenken über gemeinsame Jahre

Ein anderes Thema ist die retrospektive Betrachtung des großen Themas „Liebe“, etwa in einer traditionellen Ehe. Bei der Probe spielen  „ Die Grauen Zellen“ eine Szene, in der in altes Ehepaar laut über die gemeinsamen Jahre nachdenkt. Dabei reden sie eher nebeneinander her als miteinander. Jeder hängt seinen eigene Gedanken nach, und die Bilanz fällt nicht gerade rosig aus, von Anfang an. Sie hatte ihr Studium aufgegeben, um ihm den Rücken für seine Promotion freizuhalten. Und doch sagen Frauen – in der Wirklichkeit und auf der Kabarettbühne – immer noch Sätze wie „ich hab’ ja nie was gearbeitet.“

Wir haben das alles schon erlebt

In einer anderen Szene versucht ein Professor den Frauen mit einem wissenschaftlich verquasten Vortrag nahezubringen, was es mit den Frauen auf sich hat, bis eine entnervt ruft „Hören Sie auf!“ Darüber lässt sich nachdenken., und gerade die Alten habe noch mehr Anregungen zu Diskussionen über das Thema zu bieten, eben weil sie alt sind. So schreiben sie in ihrer Programmankündigung selbstbewusst: „Wir haben das alles schon erlebt. Die völkische Vorstellung von Liebe, dann den gemäßigten Wohlstands-Puritanismus und dann die von der Jugend gefeierte sexuelle Befreiung. Und jetzt erleben wir in der #metoo-Bewegung etwas völlig Neues, das zwar eine befreiende Notwendigkeit hat, aber leicht in eine Diktatur der Befreiung führen könnte.“ Thomas Zimmer

„Lieben – oder lieber nicht?“ hat Premiere am Freitag, 2. November, um 19.30 im Schloss Ettlingen (Epernay-Saal).Karten bei der Stadtinformation, Telefon (0 72 43) 10 13 80. Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 11. November., und Samstag, 17. November , jeweils 15 Uhr im Begegnungszentrum am Klösterle Ettlingen.