Unzählige Teddybären schauen die Besucherinnen und Besucher der Spielzeuglandschaft aus ihren Knopfaugen an. | Foto: Bentz

Zwei neue Ausstellungen

Museum im Ettlinger Schloss zeigt eine Spielzeuglandschaft auf der „Weihnachtswiese“

Anzeige

Das Museum im Ettlinger Schloss macht`s möglich: Dort kommen ab 1. Dezember Fans des Künstlers Karl Hofer genauso auf ihre Kosten wie Kinder, Eltern und Großeltern, die Teddies, Schaukelpferde und Puppenstuben mögen.

Neue Weg geht das Ettlinger Museum: Es zeigt ab 1. Dezember erstmals gleichzeitig zwei neue Ausstellungen. Gemälde von Karl Hofer und „Die Weihnachtswiese“ – eine Spielzeuglandschaft aus „Peterchens Mondfahrt“, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt.

Dieses Mal ist alles anders. Keine Vernissage, keine langen Reden und Vorträge. Stattdessen Lesungen und Kurzführungen, das Ganze bei Kaffee und Gebäck. Wo? Im Ettlinger Schloss beim Museumssonntag am 1. Dezember. Erstmals lädt das Team um Daniela Maier dazu ein, gleich zwei neue Ausstellungen zu besuchen, die thematisch so gar nichts miteinander zu tun haben: Zum einen „Karl Hofer – Lebenslinien“, zum anderen „Die Weihnachtswiese – Eine zauberhafte Spielzeuglandschaft frei nach Peterchens Mondfahrt“.

„Die Weihnachtswiese“ soll Spaß machen

Während sich die Sonderschau mit 46 Gemälden und Grafiken aus sieben Jahrzehnten Schaffensphase Karl Hofers eher an diejenigen richtet, die sich für die klassische Moderne interessieren, soll die „Weihnachtswiese“ vor allem jungem Publikum, seinen Eltern und Großeltern Spaß machen.

Sie wollte das schon lange mal machen

Die Idee, ein Kapitel aus Gerdt von Bassewitz‘ berühmtem Märchen als Grundlage für eine eigene Ausstellung zu nehmen und das im Jubiläumsjahr 50 Jahre Mondlandung, stammt von Anne Brunner-Determann, Museumsmitarbeiterin und für die Kinderkunstschule zuständig. „Sie wollte das schon lange mal machen, jetzt war die richtige Gelegenheit“, erzählt Daniela Maier.

Murmeln und Puppen statt Gras und Klee

In „Peterchens Mondfahrt“ wachsen auf der „Weihnachtswiese“ nicht etwa „Kartoffeln oder Bohnen, Gras oder Klee“, sondern Spielzeug. „Alles, was man sich denken kann – von Soldaten bis zu den Püppchen und Hampelmännern, von den Murmelkugeln bis zu den Luftballons“, textet Gerdt von Bassewitz im Jahr 1912. Und solches Spielzeug, das die beiden Kinder Peterchen und Anneliese bei ihrer Fahrt zum Mond  auf besagter „Weihnachtswiese“ entdecken, zeigt das Museum in den barocken Salons. Die sind schon weihnachtlich geschmückt und teilweise grün ausgelegt mit einer Art Kunstrasen – Symbol für die Wiese.

Unzählige Teddybären in der Vitrine

Darauf finden sich mechanische Spieldosen aller Art und Güte, Gesellschaftsspiele und Kinderbücher aus vergangenen Epochen, Schaukelpferdchen und Baukästen, Puppenküchen, -möbel, -geschirr und vieles mehr. In einer großen Vitrine sind unzählige Teddybären jeden Alters versammelt und schauen einen aus großen Knopfaugen an – mal liebevoll, mal eher grimmig.

Spielzeug von 1870 bis 1950

Ebenfalls hinter Glas platziert haben die Mitarbeiter Blech- und Zinnspielzeug; das meiste davon gehört Daniela Maier zufolge privaten Leihgebern. Die Sonderschau „Weihnachtwiese“ deckt mit ihren Objekten bewusst den Zeitraum zwischen 1870 und 1950 ab; Spielzeug der Gegenwart sucht man vergeblich.

Mitmachangebote  für Kinder

Wer möchte, kann sich an einer Hörstation die „Weihnachtswiese“ vorlesen lassen, für Kinder gibt es unter anderem Ausmal-Angebote und ein Quiz mit der Chance, etwas zu gewinnen. Aus Erfahrung mit Spielzeug-und Puppenküchenausstellung weiß Maier: „Das Thema zieht, vor allem um Weihnachten herum.“ Für Mitte Dezember, wenn die „Märchenhafte Schlossweihnacht“ im Ettlinger Veranstaltungskalender steht (15. Dezember 11-18 Uhr), kündigt Maier noch einige ergänzende Rauminstallationen zu Bildern aus „Peterchens Mondfahrt“ an.

Gemälde und Grafiken Karl Hofers sind in der Städtischen Galerie ab 1. Dezember zu sehen. | Foto: Bentz

Karl Hofer hat seine Fangemeinde

Auch bei Karl Hofer (1874-1955) in der Städtischen Galerie ist Maier optimistisch, denn der Künstler hat eine überregionale Fangemeinde. Die komme gern nach Ettlingen, weil das Museum etliche Dauerleihgaben der Stiftung „Menschenbild“ aus Winterthur beherbergt. Die Stiftung wiederum verwaltet den künstlerischen Nachlass Hofers. „Lebenslinien“ ist nur der erste Teil einer umfangreichen Werkschau, die das Museum für den Frühsommer 2020 plant.

1. Dezember 11.30 Uhr Begrüßung und Lesung „Die Weihnachtswiese“ im Rittersaal, 12.30 Uhr Kurzführung durch die Ausstellung „Karl Hofer – Lebenslinien“, 13.30 Uhr neuerliche Lesung „Die Weihnachtswiese“ und 14.30 Uhr weitere Führung durch Hofer-Schau. Der Eintritt zu allen Ausstellungen im Schloss ist an dem Tag frei. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11 bis 18 Uhr.