Anmutig und stilvoll präsentierten sich die United Angels aus Stuttgart bei ihrem Auftritt im Waldbronner Eistreff. | Foto: Jürgen Hotz

Sport und Kultur im Eistreff

Eis-Gala in Waldbronn fasziniert Publikum

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Von  Jürgen Hotz
Der Eistreff Waldbronn ist bei der Eis-Gala in warmes Licht getaucht. „Mit 616 Sitz- und 50 Stehplätzen sind wir ausverkauft“. Die Spartenleiterin Eiskunstlauf und Organisatorin Natalie Weingardt zeigt sich hoch zufrieden.

Grußworte von Franz Masino

Zum neunten Mal lädt der Eis- und Rollsport Club Waldbronn zu seiner Eis-Gala an Silvester ein. Sie erfreut sich großen Zuspruchs. Bürgermeister Franz Masino richtet seine Grußworte an das Publikum und bedankt sich bei Weingardt und Vorstand Volker Auracher für die perfekte Organisation.   Ina Bender übernimmt dann als Moderatorin das Mikrofon.

Rahmenprogramm um Top Acts

Um die Top Acts herum eingebettet zeigt der ERC die Früchte seiner Trainingsarbeit. Kleine und große Eiskunstläuferinnen und -läufer drehen auf dem Eis  Pirouetten oder zeigen Waagen. Das Publikum reagiert mit Beifall und wirft Rosen. Bei der jungen Sophie Bender, die ihre Kür anmutig im roten Skaterdress läuft, fliegt sogar ein riesiger Eisbär in die Arena.

„United Angels“ der erste Höhepunkt

Mit der Synchron-Eislaufformation „United Angels“ aus Stuttgart folgt ein erster Höhepunkt. 13 Damen und zwei Herren, die Damen im eisblauen Peter-Pan-Kostüm. Sie zeigen eine faszinierende Kür zur Musik von Lana del Rey. Wie sie sich aus einer Blockformation lösen, in vier Gruppen teilen, in die entfernten Enden der Eisfläche gleiten, um dann wieder zueinander zu finden ist absolut sehenswert. Der Applaus lässt nicht auf sich warten.

Programm läuft Schlag auf Schlag

Im Programm geht es  Schlag auf Schlag mit ERC-Sportlern weiter: Valeria Grebencikov läuft zu „Still Loving You“. Lu Li, er kommt ursprünglich aus Singapur, zeigt Rittberger oder eingesprungene Waage. Lea Todt läuft zu Björks „It’s Oh So Quiet“, um nur drei der zahlreichen Läuferinnen und Läufer des Clubs zu nennen, die ihr Können zeigen. Moderatorin Bender kündigt mit Anton Kempf einen Spitzensportler des deutschen Eiskunstlaufs an.

Anton Kempf zeigt Kür zu Musik von Michael Bublé

Der Oberstdorfer, 2015 deutscher Meister im Herren Einzel Eiskunstlauf, zeigt seine Kür zur Musik von Michael Bublé. Das Publikum ist hingerissen. Schließlich betritt als weiteres Highlight das Eistanzpaar Jennifer Urban/Benjamin Steffan, ebenfalls aus Oberstdorf, das Oval. Sie haben, wie die Moderatorin anmerkt, „nur um ein Zehntel den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft verpasst und wurden Dritte.“ Ausdrucksstark und sinnlich tanzen sie ihre Kür. Spätestens jetzt ist klar, dass Glamour und Erotik in die Eislaufhalle Einzug gehalten haben. Dabei wollte Benjamin Steffan einst Eishockeyspieler werden. Mit den 2007 gegründeten „Ice-Freestylern“ Karlsruhe trifft das 19. auf das 21. Jahrhundert. „Steampunk“ ist das Thema, wie die unterlegte Musik, eine Art viktorianisches Techno mit Uhrenticken, die Damen in gerüschten Kleidern mit Schnürmieder, die Herren im Zylinder mit Schweißerbrille gewappnet. Akrobatisch gewagt, sausen sie in Hochgeschwindigkeit über das Eis, gekrönt von Sprüngen über Rampen und Menschenpyramiden.
Nach einer Stunde wird zur Pause gerufen, Gelegenheit für die Band „The Hot Rolls“ ordentlich einzuheizen, wie es bei Rock’n Roll-Bands  so trefflich heißt. Die Sängerin röhrt originalgetreu „Let’s Have A Party“. Das Publikum fängt an zu wippen. „Wir finden es ganz klasse“ sagen übereinstimmend Kim (14) und Cheyenne (15), die sich die Gala mit drei Freundinnen ansehen.  Jürgen Görtz, mit Felix (10) und Julia (6), bewundert, dass „die Athleten aus Oberstdorf extra anreisen – immerhin ist Silvester.“ Das alles sind die guten Nachrichten. Die schlechte Nachricht ist, dass der Gemeinderat Waldbronn beschlossen hat, die Eishalle zum 31. März 2020 aus Kostengründen zu schließen.

ERC-Aktive wirbeln über das Eis

Alexander Schroth vom ERC hofft, dass die Entscheidung aufgehoben wird, vielleicht im Mai 2019, wenn ein neuer Gemeinderat gewählt wird. Zum Abschluss zeigt der ERC sein mit viel Liebe zum Detail einstudiertes Musical „Mary Poppins“, bei dem alle Aktiven in „an langen Abenden erstellten Kostümen“ (Moderatorin Bender) über das Eis wirbeln. Beim großen Finale werden alle Akteure abgeklatscht, es wird getrampelt und gejohlt und auch die Jugend der ERC Eishockeymannschaft Huskies kommt zum Defilée hinzu.