Claudio Milo ist einer von rund 70 Mitarbeitern, die bei der Firma AfB in Ettlingen Laptops und andere IT-Hardware überholen.
Claudio Milo ist einer von rund 70 Mitarbeitern, die bei der Firma AfB in Ettlingen Laptops und andere IT-Hardware überholen. | Foto: K. Lautenbach/AfB

In der Krise große Nachfrage

Ettlinger Computerfirma profitiert vom Homeoffice-Trend

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Rund 70 Beschäftige beim Inklusionsunternehmens AfB gGmbH, die gebrauchte Computer aufarbeiten und marktfertig machen, sind am Standort Ettlingen beschäftigt. Seit Beginn der Coronakrise kann sich die Produktionsstätte draußen im Industriegebiet vor Nachfragen nach generalüberholten Computern kaum „retten“.

Die Umstellung vieler Unternehmen auf Homeoffice hat die Nachfrage nach generalüberholten Notebooks und komplett neu aufbereiteten gebrauchten Personal Computern (PCs) nach oben schnellen lassen. Grund für die starke Nachfrage ist, dass es nicht so leicht sei, in ausreichenden Mengen preisgünstige IT-Hardware auf die Schnelle zur Bestückung von Arbeitsplätzen zu erhalten.

Der deutsche IT-Markt spürt schon die unterbrochenen asiatischen Lieferketten

„Der deutsche IT-Markt spürt schon die unterbrochenen asiatischen Lieferketten“, meint Marion Lichti, Pressesprecherin bei AfB. Durch die wochenlange Drosselung der Notebook-Produktion in China seien zu wenige Neugeräte am Markt verfügbar.

Für die Ettlinger Firma gibt es allerdings ein Problem: Es fehlt Nachschub an ausgemusterten Notebooks und PCs. Die Lkw, die täglich auf Tour gehen, um von Verwaltungen größerer Firmen und von Behörden ausrangierte IT- und Mobilgeräte abzuholen, sind nicht so häufig wie außerhalb der Corona-Krise angefordert.

Aufruf an Firmen ausgemusterte Computer nicht zu verschrotten

Deshalb hat die AfB-Geschäftsleitung ihre Hauptklientel, das sind Unternehmen, die tausend und mehr IT-Geräte in Gebrauch haben, aufgerufen, diese nicht zu verschrotten, sondern einem zertifizierten IT- Refurbisher („Generalüberholer“) wie AfB zur Aufarbeitung zu übergeben.

Die Gewinnung neuer Partnerunternehmen ist aktuell unser Hauptaugenmerk

„Die Gewinnung neuer Partnerunternehmen ist aktuell unser Hauptaugenmerk“, sagt AfB-Geschäftsführer Daniel Büchle. „Wir können nur gute Hardware liefern, wenn uns Unternehmen ihre ausgemusterte Hardware zur Löschung, Aufarbeitung und Weitervermarktung anvertrauen.“ Besonders gefragt sind bei AfB Marken wie Apple, HP, Dell, Lenovo, Fujitsu und andere.

15.000 Notebooks, 4.000 PCs und 7.000 Monitore im März verkauft

„Wir sind froh, dass wir jetzt viele Unternehmen, Privatpersonen und Versorgungsbetriebe mit dringend benötigter Hardware unterstützen können“, so Büchle weiter. Seit Anfang März konnte das IT-Unternehmen mehr als 15.000 Notebooks, 4.000 PCs und 7.000 Monitore kurzfristig bereitstellen.

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, Schulen und auch Krankenhäuser greifen insbesondere auf die aufbereiteten Geräte zu. Unternehmen, die ausgemusterte IT- und Mobilgeräte nicht verschrotten, sondern überholen lassen, helfen in der Krise und förderten in Zusammenarbeit mit AfB Inklusion auf dem Arbeitsmarkt. Die Zweitnutzung schont die Umwelt und Lieferengpässe können durch generalüberholte Geräte ausgeglichen werden.

AfB ist Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen. An 19 Standorten in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweiz und Slowakei beschäftigt AfB 440 Mitarbeiter, davon 45 Prozent mit Behinderung. In der Produktion am Standort Ettlingen arbeiten derzeit 72 Mitarbeiter. Deutschlandweit sind weitere 76 Mitarbeiter in der Produktion und 55 im Homeoffice.