Am Zentralsitz von Klingelnberg in Hückeswagen demonstrierten Beschäftigte aus Ettlingen-Oberweier für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze | Foto: Zirwes

80 Beschäftigte zeigen Flagge

Ettlinger Klingelnberg-Mitarbeiter demonstrieren vor 300 Kilometer entfernter Firmenzentrale für ihren Job

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Martin Obst, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Karlsruhe, ist vorsichtig optimistisch: „Ich glaube, wir haben heute in Hückeswagen etwas für den Standort von Klingelnberg in Ettlingen erreicht“, sagte er unserer Redaktion nach einem Gespräch in der Unternehmenszentrale.

In Hückeswagen, mehr als 300 Kilometer von Ettlingen entfernt, ist der Sitz von Klingelnberg. Das Maschinenbauunternehmen will in Oberweier Produktion und Entwicklung stilllegen und dort nur noch Service/Vertrieb belassen. Das könnte 160 Menschen den Job kosten.

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80 Beschäftigte zeigen Flagge am Werkstor

80 von ihnen nahmen am Donnerstag Urlaub und fuhren im Bus nach Hückeswagen, wo der Gesamtbetriebsrat, die IG Metall, Rechtsbeistände und ein zugeschalteter externer Berater einen Termin mit der Geschäftsleitung hatten. Sie legten ein Konzept vor, wie ein Teil der Arbeitsplätze in Oberweier erhalten werden könnte.

Bleibt Teil der Produktion in Ettlingen erhalten?

„Wichtig war uns, die Chefetage davon zu überzeugen, dass die Herstellung der großen Zahnräder in Ettlingen bleiben muss und die dafür notwendigen Hallen nicht abgebaut werden“, so Obst. Damit wäre, ein Teil der Produktion und ein Teil der Arbeitsplätze gerettet. Gleichzeitig könnten die von Klingelnberg gewünschten Einsparungen erreicht werden. Der Gewerkschafter sprach von einer sachlichen Atmosphäre.

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Geschäftsleitung will Vorschläge prüfen

Für einen Auftritt der Ettlinger Beschäftigten am Werkstor von Klingelnberg seien die Gespräche unterbrochen worden. Obst zufolge gibt es die Zusage, die Vorschläge der Arbeitnehmerseite zu prüfen. Schriftliches dazu erwarte er vor dem 27. Februar. Gut getan habe den Leuten aus Ettlingen die Solidarität des hiesigen Gemeinderats, des Ortschaftsrats Oberweier und der Verwaltungsspitze. Für Obst war es der insgesamt dritte Termin in Hückeswagen. Beim Zweiten sei er weniger zuversichtlich gewesen, dass „die Tür nicht zugeschlagen ist“.

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