In die Jahre gekommen ist der Bahnhof „Ettlingen West“. Demnächst soll er barrierefrei umgebaut werden – ein Landesförderprogramm macht’s möglich.
In die Jahre gekommen ist der Bahnhof „Ettlingen West“. Demnächst soll er barrierefrei umgebaut werden – ein Landesförderprogramm macht’s möglich. | Foto: Trauden

Umgestaltung dank Förderung

Ettlinger OB fürchtet hohe Kosten für Barrierefreiheit am Bahnhof West

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Der Bahnhof „Ettlingen West“ im Gewerbegebiet soll barrierefrei umgestaltet werden. Möglich wird dies durch ein Landesförderprogramm. Der Ettlinger OB Johannes Arnold fürchtet allerdings zu hohe Kosten für die Stadt.

Zu wenig Beleuchtung, keine abschließbaren Fahrradstellplätze, Park and Ride-Möglichkeiten sind Fehlanzeige und von Barrierefreiheit kann erst gar nicht die Rede sein: Dass der Bahnhof „Ettlingen West“ nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, ist bekannt – dass Verbesserungen nötig sind, auch.

Eigenanteil von voraussichtlich 2,3 Millionen Euro

Insofern sorgte die Nachricht, dass Ettlingen in das Landesförderprogramm „Bahnhof der Zukunft“ aufgenommen wurde, im Dezember im Rathaus für große Freude. Nur die Kosten bereiten OB Johannes Arnold noch Bauchschmerzen. Denn der Eigenanteil, den die Stadt für den Umbau zahlen müsste, ist mit voraussichtlich 2,3 Millionen Euro zu hoch, wie der Rathauschef kürzlich beim Besuch des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn (DB) in Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, deutlich machte. Vor Ort war auch CDU-Landtagsabgeordnete Christine Neumann-Martin dabei.

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Rampen als günstige Alternative zu Aufzügen

2,3 Millionen Euro, das sind 20 Prozent der Gesamtkosten für die Umgestaltung des Bahnhofs. 11,5 Millionen Euro müssen dafür laut Bahn wohl aufgebracht werden. Beim Umbau des Bahnhofs geht es vor allem um Barrierefreiheit: Bahnsteige müssen abgesenkt, eventuell Aufzüge eingebaut werden. Oder, wie Arnold beim Treffen mit Bahnvertreter Krenz vorschlug, zwei Rampen mit sechs Prozent Neigung und einem Durchstich unter den Bahnsteigen – diese barrierefreie Lösung sei deutlich günstiger als die von der Bahn vorgeschlagenen Aufzüge.

Ein „Durchstich“, also ein Durchgang unter den Gleisen, zähle ebenfalls zur Barrierefreiheit, machte Thorsten Krenz bei seiner Visite in „Ettlingen West“ deutlich. Bislang müssen die Fahrgäste einen Umweg laufen, um auf die Bahnsteige zu kommen, wenn sie aus der Richtung des Gewerbegebiets kommen. Auch für Radfahrer sei der Durchstich wichtig, damit sie den Bahnhof von beiden Seiten erreichen können.

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Bahnhof soll Verkehrsknotenpunkt werden

Stadt und Bahn gehen davon aus, dass der Haltepunkt reger genutzt werden wird, wenn die von Verwaltung und Land geplanten Veränderungen umgesetzt werden. Dazu zählt der Radschnellweg zwischen Ettlingen und Karlsruhe, der am Bahnhof vorbeiführen wird, aber auch der Ausbau der Busanbindung sowie die Bereitstellung von Carsharing-Fahrzeugen und eines Shuttle-Services.

„Ettlingen West soll ein Verkehrsknotenpunkt werden“, erklärte Wassili Meyer-Buck vom Planungsamt der Stadt.

Stadt und Bahn rechnen mit mehr Fahrgästen

Auch wegen dieser Zukunftsaussichten ist der barrierefreie Umbau des Bahnhofs wichtig. Ab einer Frequenz von täglich 1.000 Fahrgästen gelten diesbezüglich genaue Vorgaben, machte Thorsten Krenz deutlich. Bislang bewegt sich Ettlingen West mit mehr als 900 Fahrgästen pro Tag unter dieser Grenze.

Bis die Umbauarbeiten beginnen, kann es jedoch noch dauern, sagt Oberbürgermeister Arnold im Gespräch mit den BNN. „Das Land und die Bahn müssen jetzt erst mal eine Rahmenvereinbarung schließen. Erst dann kann es zu einer Einzelvereinbarung zwischen der Kommune und der Bahn kommen.“ In der würde dann geregelt, was wann wo entsteht und wie viel Geld in die Hand genommen werden muss.