Einen großen Erfolg bei den Zuschauern landeten die Festspiele 2019 mit der Zauberflöte. Sie hoffen, dass die Corona-Krise den Theatersommer 2020 nicht beeinträchtigt.
Einen großen Erfolg bei den Zuschauern landeten die Festspiele 2019 mit der Zauberflöte. Sie hoffen, dass die Corona-Krise den Theatersommer 2020 nicht beeinträchtigt. | Foto: SFS

Intendantin Bauer hofft

Ettlinger Schlossfestspiele: Beginnen die Proben trotz Corona-Krise Mitte April?

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Festspielintendantin Solvejg Bauer betet zwar nicht, sie hofft aber. Und zwar trotz Corona-Krise auf einen planmäßigen Start des Ettlinger Festspielsommers mit dem Musical „The King and I“ am 20. Juni und der Operette „Die Fledermaus“ einige Tage später.

Für Letztgenannte sind die ersten Proben gelaufen. „Da hatten wir irrsinniges Glück, denn wir sind gerade noch mit unserem Pensum durchgekommen, bevor der Betrieb unterbrochen wurde“, sagt sie.

Auch der Bürgerchor, in dem sich 90 Frauen und Männer aus der Stadt in wechselnder Besetzung engagieren, habe sich mehrmals vor Ausbruch der Corona-Krise im Kasino getroffen und seinen Part einstudiert. Mal mit dem „Fledermaus“-Ensemble, mal alleine. Nur virtuell und nicht wie geplant im Ettlinger Schloss stattfinden werde ein Probenwochenende Anfang April.

Nichts läuft derzeit in der Schneiderei, und auch in der Bühnenbild-Werkstatt herrscht Ruhe. Die Mitarbeiter aus der Intendanz sind wie Bauer selbst vorwiegend im Homeoffice, erstellen unter anderem das Spielzeitbuch und sammeln dafür die Biographien der Künstlerinnen und Künstler ein.

Start mit Schauspiel „Sein oder Nichtsein“ geplant

Für die Intendantin ist klar, dass „wir unseren kompletten Spielplan erfüllen können, wenn wir nach den Ostertagen ab 19. April wieder proben dürfen“.

Start solle dann mit dem Schauspiel „Sein oder Nichtsein“ (Premiere 17. Juli in der Schlossgartenhalle) und dem Familienstück „Prinz und Bettelknabe“ (ab 13. Juni im Schlosshof) sein, ab Anfang Mai gehe es ans Musical. Eine zweite Runde „Fledermaus“-Proben, dann im Schlosshof mit Orchester und in Kostümen, ist ab Mitte Juni vorgesehen.

Sollte die Corona-Krise bis Mitte April nicht abgeflacht sein und sich der Probenbeginn weiter verzögern, müsse der Schalter umgelegt werden und es „könnte auf ein abgespecktes Angebot in diesem Theatersommer hinauslaufen“.

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An den schlimmsten Fall, eine Komplettabsage, möchten derzeit weder Solvejg Bauer noch Rathauschef Johannes Arnold (parteilos) denken. Der sagt: „Ich wünsche mir sehr, dass wir auch 2020 Festspiele in unserer Stadt haben, und wenn die Proben wie geplant starten können, wäre das ja auch Beleg dafür, dass es gesundheitlich aufwärts geht.“

Schlossfestspiele sind bisher nie ausgefallen

In den mehr als 40 Jahren ihres Bestehens sind die Schlossfestspiele noch nie ausgefallen, nicht einmal während des Golfkrieges in den 1990er Jahren.

Bislang gut gelaufen ist der Vorverkauf für die „royale“ Saison 2020. Die hohe Nachfrage nach Karten, die bis zum Ausbruch der Corona-Krise zu verzeichnen war, sieht die Spielleiterin als „Vertrauensbeweis für unser Team“.

16.400 Karten sind reserviert

Stand Dienstag waren knapp 16.400 Karten reserviert, in allen Sparten. Damit liegen die Schlossfestspiele trotz Corona um 2.000 Tickets besser als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Zur Erinnerung: 2019, im ersten Jahr unter Solvejg Bauer, lockten die Ettlinger Festspiele mehr als 43.000 Gäste an und damit so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. An diesen Erfolg würde Bauer im Jahr zwei gerne anknüpfen.

Mehr zum Thema: Schlossfestspiele Ettlingen punkten: Mehr als 43.000 Gäste

Kann das Theaterfest trotz Coronavirus stattfinden?

Sie hofft, dass es auch beim Appetitanreger, dem Theaterfest am 24. Mai, bleiben kann. Vor dem Schloss will sich das Ensemble dann mit Ausschnitten aus dem neuen Programm präsentieren und damit intensiv für den Theatersommer werben.

Stand Dienstag soll das spektakuläre Dach in luftiger Höhe den Schlosshof ab Mitte Mai überspannen, die Tribüne wird in der letzten Maiwoche aufgebaut. Das alles nur, wenn das Virus den Kulturschaffenden keinen Strich durch die Rechnung macht.