Das Dreigestirn der Ettlinger Narrenvereinigung, Markus Utry (Mitte), Bernd Eyberger und Karlheinz Guhl (rechts), begrüßt auf der Bühne an der Sxchillerbrücke Umzugsteilnehmer. | Foto: jcw

80 Fußgruppen in Ettlingen

Ettlinger Umzug am Rosenmontag: Familiär und friedlich

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Das war schon rekordverdächtig: Über 80 Fußgruppen zogen  im Ettlinger Umzug am Rosenmontag durch die  Innenstadt der „Alb-Stadt“. Voraus OB Johannes Arnold und sein neuer Amtskollege Bürgermeister Moritz Heidecker, die ja wie verkündet „100-prozentig“ zusammenarbeiten. Sie schoben „eingepackt“ in leuchtfarbene Arbeitskittel einträchtig einen Karren der Stadtreinigung durch die noch sauberen Straßen. Am Ende des Zuges hätte der vermutlich besser gepasst, gab es doch da auf der Wegstrecke nach den Konfettiregen der vielen teilnehmenden Hexen- und Hästrägergruppen und den vielen herumliegenden Flaschen, deutlich mehr zu „fegen“.

Zwei fleißige Männer der Ettlinger Stadtreinigung: OB Arnold (links) schiebt den Karren und Bürgermeister Moritz Heidecker  zeigt, wo es lang geht. | Foto: jcw

Bürgermeister „fegen“ saubere Straßen

Fest in „Ettlinger Hand“ war der Kopf des Zuges, folgten doch direkt nach den beiden Amtsträgern gleich zwölf Ettlinger Fußgruppen. Angeführt von den blau gewandeten Wasenknoddlern, danach die dunkelbraun kostümierten Spessarter Eber, die Dohlenaze des ECV, die Moschdschelle, die Schlosseulen, die Rebhexen, die Wolfsgruppe, die Horbachdeifl, die Moggel und die Wiesenzwerge. Das farbenfrohe Bild der ersten Ettlinger Gruppen war Ausdruck des gewachsenen Selbstbewusstsein der Ettlinger Fasnachter. Meinte doch ein Stadtrat am Rande des Geschehens zutreffend: „Was die Narrenvereinigung Ettlingen hier auf die Beine gestellt hat, ist großartig. Ettlingen entwickelt sich mit seinem Umzug zu einen kleinen Fasnachtsmittelpunkt in der Region.“

Die Bohnengringel aus Ettlingerweier ziehen vorbei an vielen hundert Zuschauer durch die Pforzheimer Straße in Ettlingen. | Foto: jcw

Lob von Stadtrat für Narrenvereinigung Ettlingen

Martin Becker, Einsatzleiter der Polizei, belegte mit seinen Besucherzahlen – er sprach von über 15 000 Menschen – die Aussage des Stadtrats.
Über zwei Stunden zog sich der närrische Lindwurm von der Schöllbronnerstraße, wo sich die Gruppen aufstellten, über die Friedrichstraße, Pforzheimer- und Kronenstraße, Albstraße und östliche Schillerstraße bis zum Hugo-Rimmelspacher-Platz, wo sich der Zug auflöste. Die mit am weitesten angereisten Fasnachtsgruppen kamen aus Wiesloch oder Staufen.

Kinder des Ettlingen Kintergartens Wiesenzwerge waren bei der Straßenfastnacht ebenfalls mit dabei. | Foto: jcw

Ausgelassene Stimmung bei den drei Bühnen

Besonders ausgelassene Stimmung, trotz der Temperaturen nahe an der Frostgrenze, herrschte auch dank zeitweise herrlichen Sonnenscheins an der Bühne gegenüber der Herz-Jesu-Kirche, wo ECV-Präsidentin Kerstin Frank mit viel Schalk im Nacken die defilierenden Narren mit ihren jeweiligen Narrengrüßen vom „Rebbi-Rebbo“ über „Narri-Narro“ bis zu „Schibi-Schibo“ passend begrüßte, sie drei Mal unterstützt vom Publikum hochleben ließ und den Dank für das Kommen aussprach. Ähnlich gefeiert wurden die rund 2 000 Hasträger an den beiden anderen Bühnen an der Ettlinger Stadthalle sowie auf der Schillerbrücke, wo das Dreigestirn Markus Utry, Bernd Eyberger und Karlheinz Guhl von der Narrenvereinigung mit den Menschen sang und schunkelte. Guggenmusiker bestimmten mit ihren schrill-schrägen stampfenden Rhythmen von Anfang bis Ende und davor und danach auf dem Platz rund um den Georgsbrunnen musikalisch das Geschehen. Nicht fehlen durften dabei bekannte Fasnachtsmelodien wie „Ja wir san mim Radl da“ bis hin zu dem ebenfalls dabei gebräuchlichen „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

Rhythmus der Guggenmusiker prägt Musik von  Ettlinger Umzug

Von einem familiär-friedlichen Umzug sprach Martin Becker, Einsatzleiter der Polizei Ettlingen. Allerdings hatten die Polizisten im Vorfeld des Umzugs alle Hände voll zu tun, um Jugendlichen, die am Stadtbahnhof und am Erbprinz um die Mittagszeit eintrafen, Wodka-Flaschen und Ähnliches abzunehmen. Zwei Fälle trübten etwas die insgesamt positive Bilanz: Eine 17-Jährige musste mit einer Alkohol-Intoxikation in eine Klinik eingeliefert werden und eine stark alkoholisierte 13-jährige soll eine Treppe hinuntergestürzt sein und sich Zähne ausgeschlagen haben.