Ist als Regisseurin viel herumgekommen und kehrt jetzt in die Stadt ihrer Kindheit zurück: Catharina Fillers. | Foto: hei

Proben haben begonnen

Ettlingerin Catharina Fillers inszeniert „Die Fledermaus“

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Zurück zu den Wurzeln heißt es für Catharina Fillers in diesem Sommer. In Ettlingen, wo sie aufgewachsen ist, inszeniert  die Wahl-Kölnerin die Operette „Die Fledermaus“. Die Proben mit dem Bürgerchor haben schon begonnen.

Für Catharina Fillers ist es eine Heimkehr auf Zeit. Eine Heimkehr in die Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Wo sie ihr Abitur ablegte und in der noch heute ihre Mutter lebt. Als Regisseurin inszeniert die 49-Jährige in diesem Sommer die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß im Ettlinger Schlosshof.

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Da ihre Proben mit dem Bürgerchor nach erfolgreichem Casting begonnen haben, ist die Wahl-Kölnerin ins elterliche Haus zurückgezogen. Sie genießt es, die alte Heimat wieder mit dem Fahrrad zu erkunden.
„Bei den Schlossfestspielen war ich schon als Kind, weil mich Theater immer fasziniert hat“, erzählt sie unserer Redaktion und erwähnt beiläufig, dass „mein Bruder dort mal im Musical Jesus Christ auf der Bühne stand“. Heute macht der beruflich was völlig anderes.

Theaterfrau ist viel herumgekommen

Catharina Fillers ist viel herumgekommen. Nach dem Studium von Theaterregie und Schauspiel in Ulm („eigentlich wollte ich nur Schauspiel machen, habe mich dann aber überzeugen lassen, Regie dazu zu nehmen“), verdiente sie sich ihre ersten Sporen am Theater Junge Generation in Dresden.

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Zwei Jahre lang konzentrierte sie sich dort auf die Arbeit fürs junge Publikum, ehe sie anschließend wieder als freischaffende Regisseurin unterwegs war. 2002 übernahm Fillers in Köln die künstlerische Leitung des Comedia Theaters Köln, eines Kinder- und Jugendtheaters, das sich damals in der Auf- und Ausbauphase befand. „Eine spannende, aber anstrengende Zeit“, meint sie rückblickend.

Bei Burgfestspielen erstmals Operette inszeniert

Als die Comedia 2009 ins neue Kölner Kinderkulturhaus umzog, ging Catharina Fillers wieder auf Reisen, nahm Verpflichtungen in Häusern in Cottbus, Potsdam, Aachen, Saarbrücken und im österreichischen Salzburg an. „Mein Schwerpunkt war immer Schauspiel mit Musik“, sagt die Regisseurin. Das änderte sich, als sie 2017 bei den Burgfestspielen in Mayen einen Vertrag für ihre erste Operetteninszenierung „Das weiße Rössl“ abschloss und damit 2018 prompt einen Treffer landete.

Kritiker waren voll des Lobes

So schrieb etwa der Generalanzeiger Bonn „… Nun hat Regisseurin Catharina Fillers die Operette für die Burgfestspiele jazzig-frisch aufpoliert und mischt die leise Kaiserreich-Ironie der Vorlage … mit augenzwinkernden Anleihen beim zeitgeistigen Humor …“. Als „tolldreist genial“ bezeichnete die Rhein-Zeitung das „Weiße Rössl“ in der Verantwortung von Catharina Fillers.

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Auf einen ähnlichen Erfolg und positive Schlagzeilen hofft die Spielleiterin jetzt mit der „Fledermaus“ . Sie sagt: „Ich bin da ganz zuversichtlich. Das wird ein witziges Stück mit einem jungen Ensemble, viel Tempo, schnellen Wechseln“.

Die Festspielintendantin kennt sie seit einem Kongress

Ettlingens Intendantin Solvejg Bauer kennt Fillers nicht erst seit ihrer Hospitanz 2019 in Mozarts „Zauberflöte“. Erstmals begegnet seien sie sich schon vor zwei Jahren bei einem Kongress „Frauen im Theater“ als sie in der gleichen Arbeitsgruppe saßen.

Bauer habe beiläufig von ihrer Bewerbung um die Intendanz in Ettlingen erzählt. „Als ich dann von meiner Mutter erfahren habe, dass tatsächlich eine Frau an die Spitze gewählt wurde, habe ich mich total gefreut und ihr gleich gratuliert“. Da Bauer auch Fillers „Weißes Rössl“ gesehen und es ihr gefallen hatte, fragte sie bei ihr für „Die Fledermaus“ an. Und die beiden wurden sich einig.

Schon Pläne für die Zeit nach Ettlingen

In den nächsten Wochen will sich die Regisseurin ganz auf den Bürgerchor konzentrieren („da könnten wir übrigens noch die eine oder andere männliche Stimme gebrauchen“), dann geht‘s für einige Zeit zurück nach Mayen, wo sie für „Die Schöne und das Biest“ verantwortlich ist, ehe dann die Proben mit dem elfköpfigen „Fledermaus“-Ensemble“ an der Alb starten.

Auch für die Zeit nach den Festspielen hat die umtriebige Theaterfrau schon vorgeplant, besser gesagt ist sie verplant: Zunächst soll‘s am Hans Otto Theater Potsdam eine Uraufführung geben, die ihre Handschrift trägt. Der Stückname sei „noch geheim“, aber so viel sagt sie dann doch: „Es geht um 30 Jahre Wende“. Danach führt Catharina Fillers am Grenzlandtheater Aachen in der Komödie „Eins, Zwei, Drei“ von Franz Molnár Regie.

Ob das unstete Leben, heute hier und morgen da, denn auf Dauer nicht sehr anstrengend sei? Catharina Fillers lacht. „Ich habe es bisher nicht bereut, so unterwegs zu sein“. Und sie habe ja immer die Möglichkeit, jenseits aller Aktivitäten auf der Bühne in Ettlingen eine schöpferische Pause einzulegen.

Premiere „Die Fledermaus“ am 3. Juli, 20.30 Uhr im Schlosshof, Tickets bei der Stadtinformation im Schloss, Telefon (0 72 43) 10 13 33. Weitere Informationen gibt es hier.