Im Regenwald von Ecuador mit der Kamera unterwegs: Laura Winter und Thorsten Böhnke. Am 20. Februar erlebt man sie in Ettlingen. | Foto: pr

Filmemacher im Kino Kulisse

Im Regenwald von Ecuador unterwegs

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Der Yasuní Nationalpark im Regenwald von Ecuador umfasst eine Fläche von knapp 10 000 Quadratkilometern. Er  gilt als eines der artenreichsten Gebiete der Welt. Im Jahr 1989 wurde er von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt. Yasuni  ist  Heimat für eine unglaubliche Vielzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Es soll dort sogar Bäume geben, auf denen mehr Insektenarten leben als in ganz Europa. Aus Sicht von Naturschützern lagern unter diesem Paradies aber  auch große Ölvorkommen, weshalb der staatliche Ölkonzern dort neue Förderfelder erschließen möchte.

„Yasuni – Papageien, Primaten, Pipelines“

Über einen Zeitraum von vier Jahren haben Laura Winter und ihr Lebensgefährte Thorsten Böhnke den Kampf um den ecuadorianischen Regenwald begleitet. Herausgekommen ist der Dokumentarfilm „Yasuní – Papageien, Primaten, Pipelines“ . Am 20. Februar, um 20 Uhr ist er   im Ettlinger Kino „Kulisse“  zu sehen und wird live kommentiert..

Meeresbiologin hat Bezug zu Ettlingen

„Die Zuschauer dürfen sich inklusive  Film auf einen rund zweistündigen, packenden Vortrag freuen, der zum Reflektieren unseres eigenen Verhaltens gegenüber der Umwelt in allen Bereichen anregen soll“, erklärt die 35-jährige Meeresökologin. Sie wurde in Leverkusen geboren wurde und wuchs im kanadischen Vancouver auf.  Zu Ettlingen  hat sie einen  besonderen Bezug.  „Es ist die Heimatstadt meiner Mutter, und auch ich habe hier mittlerweile meinen Erstwohnsitz.“

Vogelspinne im Stiefel

Für die Realisierung des Films sind Winter und Böhnke von ihrem Interimsdomizil Panama aus insgesamt dreimal für rund fünf Wochen nach Ecuador gereist, wovon sie jeweils 14 Tage im Regenwald verbrachten. Dabei haben die beiden Naturfilmer auch ein paar kleine Abenteuer erlebt, von denen sie ihrem Ettlinger Publikum selbstverständlich berichten werden. „Einmal ist es mir passiert, dass ich morgens in meinen Stiefel schlüpfen wollte und ich dabei auf etwas Widerstand gestoßen bin. Als ich nachschaute,  sah ich, dass es sich dort eine Vogelspinne gemütlich gemacht hatte“, sagt Böhnke. Heute kann er darüber lachen.

Überfall in Panama

Nicht ganz so witzig fand der gebürtige Hamelner indes den folgenschweren Biss eines winzigen Sandflohs sowie den Überfall auf ihn in einem Aufenthaltsraum eines Sportboothafens in Panama. Zunächst sei er mit einer Waffe bedroht worden und habe dann mit dieser einen Schlag auf den Kopf erhalten. „Geraubt wurden uns dabei drei Computer mit jeder Menge Material für unseren Film. Zum Glück hatten wir vorher Sicherungskopien angefertigt“, so Böhnke. Er beziffert das Budget für den „Umweltfilm“, in dem unter anderem auch Anwohner und indigene Völker zu Wort kommen, auf rund 30 000 Euro. Andreas Kleber

www.yasuniderfilm.de  ;  www.kulisse-ettlingen.de