Vom Schwarzwald bei Bad Herrenalb zum Rhein: So fließt die Alb. Die Landschaft am Flüsschen, Tierbeobachtungen und Geschichten um Menschen zeigt ein Dokumentarfilm von 2017.
Vom Schwarzwald bei Bad Herrenalb zum Rhein: So fließt die Alb. Die Landschaft am Flüsschen, Tierbeobachtungen und Geschichten um Menschen zeigt ein Dokumentarfilm von 2017. | Foto: Ruppert

Natur-Film „Unsere Alb“

Faszinierende Heimat

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Am ersten Drehtag seines Filmprojekts über das Flüsschen Alb erlebte Marco Ruppert gleich, was er da Schweres auf sich genommen hat: „Es war im Februar 2017. Ich wollte mit dem Auto möglichst nah zur Quelle fahren bei der Teufelsmühle. Doch es lag so viel Schnee, dass ich nicht durchkam. Es ging nur zu Fuß. Ich nahm die ganze Ausrüstung, ich hatte auch einen Kran dabei, als Gepäck mit und schleppte sie über zwei Stunden lang hin. Es war ein echt harter Tag“, erzählt der 48-jährige Ettlinger.

In Ettlingen war „Unsere Alb“ sehr erfolgreich

Doch nicht nur diese Mühe hat sich gelohnt. Im Laufe des vergangenen Jahres belohnte sich Ruppert schließlich selbst – und das Publikum im Ettlinger Kino „Kulisse.“ Die Naturdokumentation „Unsere Alb“ mit 100 Minuten über den Fluss zwischen Bad Herrenalb, Ettlingen, Karlsruhe und der Mündung in den Rhein wurde zum Renner. Seit Oktober sahen 5.000 Menschen die Reise entlang dieses Flusses. „Damit stehen wir wohl an dritter Stelle beim Zuspruch 2017 in der ,Kulisse’, nach „Fack ju Göhte 3“’ freut sich Ruppert, der Freizeitfilmer mit hohen Ansprüchen.

Viele Karlsruher auf Ausflug traf er schon bei den Dreharbeiten im Albtal, viele Großstädter sahen sich den Film in Ettlingen an. Und an den nächsten beiden Sonntagen, muss man nun nicht mehr in die Nachbarstadt fahren, um die faszinierenden Tier- und Landschaftsaufnahmen sowie die Geschichten vom Ufer zu genießen. Das Kino „Die Kurbel“ in der Kaiserpassage Karlsruhe zeigt „Unsere Alb“ am Sonntag, 14. Januar, um 11 Uhr, sowie am 21. Januar, um 11.30 Uhr. Kartenreservierung, auch über die Homepage des Kinos, ist empfohlen.

Das Projekt von Marco Ruppert

Drehbuchautor und Regisseur Ruppert ist im Hauptberuf Grafik-Designer bei einer Softwarefirma. Dabei realisierte er Unternehmensfilme. Gleichzeitig ist er schon sehr lange begeisterter Naturfotograf und Zuschauer von Filmdokumentationen. „Aber erst vor fünf Jahren, beim Gomera-Urlaub mit meiner Frau Katrin, hat es mich wie ein Blitz getroffen. Mir wurde plötzlich klar, das ich selbst ein Projekt realisieren wollte.“ Weil der aus Herne in Westfalen gebürtige Mann Ettlingen und das Albtal als neue Heimat lieben gelernt hat, lag das Thema vor der Haustür. Nur etwas über 50 Kilometer lang ist die Alb – aber wenn man sich in sie vertieft, steckt ganz schön viel Stoff drinnen und am Ufer. Ruppert nahm seine Frau mit ins Boot – und konkret mit aufs Floß, das eine Rolle spielt im Streifen.

Anpirschen mit Tarnumhang

Akribische Recherche, exakte Vorbereitung der Drehtage im Urlaub oder der perfekte Umgang mit der Foto- und Filmkamera Nikon D 750 bildeten die Basis für Rupperts ambitionierten Traum. Realität werden konnte er aber nur dank vieler Frauen und Männer als Unterstützer, Mitstreiter und Experten. Etwa für Drohnenflüge. Gunnar Schmidt, Schauspieler am Staatstheater Karlsruhe, spricht die Texte, Frédéric Ploke aus Ettlingen komponierte und arrangierte die Filmmusik. Mit dem 500-Millimeter-Objektiv unterm Tarnumhang pirschte sich Ruppert an Vögel oder Schmetterlinge heran. „Bei diesen Bildern wurde nichts neu montiert, diese Geschichten sind echt. Und wo wir etwas symbolisch dargestellt haben, wie bei der Wanderung der Lachse, ist das klar erkennbar.“

Nicht nur Idyllisches, aber mit Liebe zur Heimat

Entlang der Alb auf Karlsruher Gemarkung fand der Filmer viel weniger natürlichen Lebensraum für Flussbewohner oder Anwohner. Es ist keine nur idyllische Dokumentation geworden, wenn sie auch mit viel Liebe zum Regionalen aufwartet. Und damit begeistert. „Genau das freut mich“, meint Ruppert, „wenn die Zuschauer die Natur in ihrer Heimat neu entdecken und erleben können.“

Er und seine Frau sind begeisterte Wanderer. Selbst wenn Sie in Kanada oder den USA unterwegs sind, sie verbringen ihre Urlaubsreisen möglichst mit Übernachtung im Zelt. „Seine“ Alb reißt Ruppert derzeit weiter mit. Er ist in Kontakt mit weiteren Kinos, im März erscheint der Film als DVD und wird auch bei Video on Demand in HD-Qualität zur Verfügung stehen. Und man kann sich denken, dass es nicht das letzte bewegte Naturprojekt des Ettlingers war. Der Schwarzwald bietet noch viele Seh- und Drehmöglicheiten.

„Unsere Alb“, Naturdokumentation. Sonntage 14. Januar (11 Uhr) und 21. Januar (11.30 Uhr), Kino Kurbel Karlsruhe, Kaiserpassage.