Der in die Kritik geratene Bürgermeister Thomas Fedrow bei einem BNN-Besuch. | Foto: Archiv rob

„Behauptungen in Brief unwahr“

Ettlingens Bürgermeister Fedrow wehrt sich

Ettlingens Bürgermeister Thomas Fedrow (CDU) wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe auf die seinem Dezernat zugeordnete und derzeit krankgeschriebene Justiziarin psychischen Druck ausgeübt. Zehn Amtsleiter der Stadt  hatten sich Ende November an Oberbürgermeister  Johannes Arnold gewandt. In einem  zweiseitigen Schreiben   hatten  sie das  Verhalten Fedrows gegenüber  der 30-Jährigen beanstandet. Es sei erniedrigend und herabwürdigend.  Zugleich appellierten  die Unterzeichner  an Arnolds Mitarbeiterfürsorgepflicht.

Behauptungen falsch und unwahr

Fedrow erklärte jetzt sowohl im Gespräch mit den BNN als auch in einer Pressemitteilung, es sei „falsch und unwahr“, was in dem Amtsleiter-Brief behauptet worden sei. „Ich habe zu keiner Zeit meine Mitarbeiterin gemobbt oder unter psychischen Druck gesetzt oder sie erniedrigt“, so der Beigeordnete wörtlich. Über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe habe er via Medien erfahren; besagten Brief habe er zunächst nicht gekannt und bei OB Johannes Arnold zweimal anfordern müssen. Ein Gespräch zwischen ihm und dem Rathauschef habe es in der Sache bislang nicht gegeben.

Justiziarin zur Beförderung empfohlen

Fedrow betont  weiter, dass „zwischen dem Bürgermeister und der Juristin stets ein sehr gutes Arbeitsverhältnis bestünde“. Die Mitarbeiter aus dem Justiziariat hätten bestätigt, dass sie die genannten Vorwürfe „nie persönlich so erlebt hätten“. Als Vorgesetzter habe er die Justiziarin im September aufgrund bester Referenzen sogar zur Beförderung vorgeschlagen. Darüber, so Fedrow zu den BNN, sollte während der Haushaltsberatungen entschieden werden.

Kein Kommentar zu Gespräch mit CDU

Mittlerweile hat sich der Bürgermeister sowohl mit den unterzeichnenden Amtsleitern („Kein Kommentar über das Ergebnis“) als auch der CDU-Fraktion getroffen („ebenfalls kein Kommentar“).  Am Montag stand ein Gespräch mit allen Fraktionsvorsitzenden an.

Neuerliches Disiziplinarverfahren?

Aus dem Regierungspräsidium Karlsruhe war zu hören, man prüfe die Einleitung eines neuerlichen Disziplinarverfahrens gegen Fedrow. Eines aus dem Jahr 2014 sei noch anhängig und nicht entschieden. Am Mittwoch geht es im Gemeinderat um das Dezernat des Bürgermeisters und die Frage, ob das Justiziariat dort abgezogen wird. Anschließend ist Weihnachtsessen im Ettlinger Schloss.

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