Baugebiet Festplatz zwischen Rastatter Straße (rechts) und Dieselstraße (unten): 22 Bäume sollen im Februar im Vorgriff auf dem künftigen Baufeld gefällt werden. Der Gartenschau-Zwiebelbrunnen wird nach hinten versetzt. | Foto: Ingenieurbüro IP-Roth

Bebauung Festplatz Ettlingen

„Ergebnisse unabhängiger Gutachten müssen akzeptiert werden“

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Die Bebauung des Festplatzes rückt näher. Bürger warfen zuletzt Fragen auf, doch liegen inzwischen Gutachten vor, die aus Sicht der Stadtbau Ettlingen GmbH hierzu positiv für Klarheit gesorgt hätten. Nach der Fastnacht werde die Fällung von insgesamt 22 Bäumen auf dem Gelände beim Gatschina-Park anlaufen, wo bekanntlich bezahlbares „Generationenwohnen“ mit 69 Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte entstehen sollen.

Interessengemeinschaft lehnt Projekt auf dem Festplatz ab

Unter dem Motto „offensiv informieren“, so Stadtbau-Geschäftsführer Steffen Neumeister, kündige man nun auch die Baumfällungen an, die bis Ende Februar erledigt sein sollen. Bei den Bäumen handle es sich um Spitzahorn und Linden, sechs davon mit mehr als 22 Zentimeter Stammdurchmesser, zwölf mit 20 bis 22 und vier mit bis zu 20 Zentimetern. 24 Bäume würden laut Plan dann auf dem Areal angrenzend an Dieselstraße und Rastatter Straße später nachgepflanzt. „Stattliche Bäume. Die müssen einen Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern haben“, so Neumeister. Zentral auf dem Quartiersplatz der Wohnbebauung werde ein besonders großer Trompetenbaum platziert. In Bezug auf Kritik am Bauprojekt von Seiten der Interessengemeinschaft Dieselstraße erklärte Neumeister: „Es gibt Fachleute für alle Themen in Deutschland, und man kann nicht einfach sagen, dass jeder Gutachter lügt.“ Damit bezog er sich auf die inzwischen vorliegenden Gutachten, die den freien Weg für das Bauprojekt bestätigen würden. Alle Gutachten seien auch der IG „in Originalform“ zugestellt worden. Am 24. Januar soll im Technikausschuss der Stadt der Offenlagebeschluss für den Bebauungsplan erfolgen – Baubeginn soll im Herbst 2018 sein.

Stadt sieht Bedenken zerstreut

Im Artenschutz-Gutachten sei lediglich auf geschützte Fledermäuse im Bereich verwiesen worden. Nistkästen in Form von Hohlsteinen würden installiert. Das Schall-Gutachten habe Bedenken der IG nicht bestätigt. Auch die Auswirkung auf und durch die neuen Gebäude sei untersucht worden. „Die Richtwerte werden eingehalten“, so Neumeister. Zur Rastatter Straße hin würden Schallschutzfenster vorgesehen, eine Lärmschutzwand oder ein Schutzwall seien nicht notwendig. Der ausgeweitete Schutz auf der Gegenseite der Rastatter Straße stamme noch aus Zeiten vor der Umgehung, als die B 3 noch durch Ettlingen verlief. „Das waren ganz andere Verkehrszahlen“, erklärte Anna Eiden vom Stadtplanungsamt. Sie fügte an, dass die Luftschadstoffe auch für den künftigen Kindergartenbetrieb unbedenklich seien. Das geotechnische Gutachten zum Baugrund habe keine Beeinträchtigungen ergeben, auch ein Kampfmittel-Gutachten habe keine Gefahren ergeben, so Projektleiter Benjamin Pitz von der Stadtbau. Die hydraulische Untersuchung bestätige laut Neumeister, dass das Neubauprojekt „ohne Weiteres an die Kanalisation angeschlossen werden kann“. Ein Rückstau im Abwasserbereich sei nicht zu befürchten. „Das Regenwasser wird verteilt abgeführt.“ Die Initiative habe ja angeführt, dass keine weitere Belastung vertragen wird. Und er fordert überdies: „Ergebnisse unabhängiger Gutachten müssen akzeptiert werden.“