Viel los war bei der Ausbildungsbörse, die Stadt und Betriebe in der Albgauhalle Ettlingen veranstalteten. | Foto: Förster

70 Betriebe präsent

Viel Interesse an Ausbildungsbörse

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Von Claudia Förster

Wieder Ausbildungsbörse in Ettlingen: Zusammen mit der Stadt bildeten rund 70 regionale Betriebe bei der Ettlinger Ausbildungsbörse in der Albgauhalle  eine Plattform zur Anwerbung von Nachwuchs. „Die Bewerbungen kommen mittlerweile immer später“, sagt Elke Kromer vom Hotel Erbprinz. „Man merkt, dass viele auf weiterführende Schulen gehen und studieren wollen. Körperliche Arbeit und die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind bei dieser Generation nicht der Renner“. Die Suche nach Hotelfachleuten und Köchen sei schwieriger als früher. Gleiches  gelte für Köche und Handwerker generell.

Berufe mit Aufstiegschancen

Je nach Branche geraten spezifische Ausbildungsberufe in Vergessenheit. Laut Bardusch  Ettlingen sinken die Klassenmitglieder in den Berufsschulen für Textilreiniger, obwohl gerade solche unbekannten, aber anspruchsvollen Berufe gute Aufstiegschancen mit sich bringen. Um Präsenz zu zeigen und sich bei potenziellem Nachwuchs attraktiv zu machen, scheuen Arbeitgeber wie Erbprinz, Autohaus Stoppanski oder die Stadtwerke deshalb keine Mühe.

Ausbildungsplatzbörse: Auch das Klinikum Karlsruhe zeigte Präsenz in Ettlingen. | Foto: Förster

Kasse lockt mit Übernahmegarantie

Die meisten sind bei Messen und Infotagen in Schulen vertreten. Und eben auch bei der Ausbildungsbörse.  „Mit unseren Partnerschulen machen wir Bewerbungstrainings, bei denen wir gezielt Briefwechsel und Vorstellungsgespräche üben“, geben die Stadtwerke an. Die AOK lockt Azubi  mit Übernahmegarantie und wirbt wie die Versicherung BGV in sozialen Netzwerken. Die Curatio Alten- und Pflegeheime stellen sich auf die aktuelle Situation mit vielen Flüchtlingen ein und bieten eine Ausbildung mit parallel laufendem Sprachkurs.

Großes Interesse bei Schülern und Eltern

Bei Schülern und Eltern weckt die Vielfalt in der Albgauhalle großes Interesse. „Diese Börse ist eine gute Möglichkeit, mich auch über lokale Angebote zu erkundigen“, sagt Elftklässlerin Michelle Sattler. „Ich bin offen für Ausbildung und Studium“. André und Nicolas, Neuntklässler der Schillerschule, nähern sich ihren Wunschberufen durch freiwillige Praktika. Diese Technik loben die Betriebe. Beim Ettlinger Autohaus Stoppanski gehöre es dazu, sich bei einem Praktikum einen Überblick über die Einsatzbereiche als Nachwuchsmechatroniker et cetera zu verschaffen.

OB lobt Qualität der Börse

Über schwächere schulische Leistungen sehe die AOK hinweg, wenn Praktikanten Eindruck hinterlassen. Erste Kontakte würden dabei auf interaktiven Ausbildungsbörsen  geknüpft. Diese seien wie Beratungsgespräche essenziell, um über die vielen Möglichkeiten aufzuklären. „Lokale Angebote sind oft eine attraktive Alternative zu überlaufenen oder unerreichbaren Bildungswegen“, so Marita Grunert-Nagel von der Arbeitsagentur. Beim Rundgang durch die Ausbildungsbörse  stellte OB Johannes Arnold im Gespräch mit Eltern die Qualität der Veranstaltung heraus. Hier kenne man viele der Firmenvertreter. Dadurch werde der Gesprächsfaden  viel leichter aufgenommen.