Rotlicht am Ettlinger Schloss: Die Fassade wird am Montagabend besonders beleuchtet. Es handelt sich um eine Aktion der Veranstaltungswirtschaft. | Foto: jtr

Night of Light

„Flammender Appell an die Politik“: Ettlinger Schloss ganz in Rot

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Rot illuminiert wird am Abend des 22. Juni  die Ettlinger Schlossfassade. Damit will die Veranstaltungswirtschaft – vom Eventmanager über den Caterer bis zum Messebauer – einen „flammenden Appell“ an die Politik richten, ihre Branche in der Corona-Krise nicht komplett zu vergessen.

Mit der Teilnahme an „Night of Light“, so das Motto der bundesweiten Aktion, befindet sich Ettlingen in guter Gesellschaft. Insgesamt werden in einigen hundert Städten markante Bauwerke und Gebäude rot angestrahlt. Damit folgt man dem Aufruf des Europäischen Verbandes der Veranstaltungscentren (EVVC).

Dramatische Lage wegen Absagen in der Corona-Krise

„Unsere Branche befindet sich in einer  dramatischen Lage“, sagt Joachim Hippe.  Und zwar, weil auf jeden Fall  bis Ende August große Veranstaltungen abgesagt sind. Der Ettlinger Unternehmer ist auf Eventorganisation und Catering spezialisiert und damit seit 13 Jahren im Geschäft. Zuvor war er als Gastronom in der Stadt aktiv.

Durch Corona habe er finanzielle Einbußen in einer Größenordnung von 80 Prozent. Andere hätten zum Teil seit März einen Komplettausfall. Hippe bereitet zusammen mit dem Veranstaltungsbeleuchter Kilian Körber aus Oberweier den Rotlicht-Abend in Ettlingen vor. Ab 18 Uhr wird am Schloss aufgebaut, nach 21 Uhr sollen die Menschen dann die Fassade ganz in Rot  sehen.

Wir wollen erzählen, wie es uns geht

Joachim  Hippe, Caterer und Organisator 

„Wir werden dort keine Reden halten, sondern einfach mit Leuten, die vorbeischauen, das Gespräch suchen und erzählen, wie es uns geht “, kündigt Hippe an. Den wenigsten sei bewusst, dass nicht nur an der Gastronomie, der Automobilindustrie oder dem Einzelhandel Arbeitsplätze in großem Umfang hängen, sondern auch an der Veranstaltungsbranche.

Viele Berufsbilder ohne Lobby

In der verdienten 1,5 Millionen Männer und Frauen ihre Brötchen. Die Branche sei durch Komplettabsagen von Veranstaltungen, Messen, Events in einer „massiven Notsituation“, werde nicht mehr lange durchhalten können.

Da sie sehr heterogen sei mit vielen verschiedenen Berufsbildern, verfüge sie über keine einheitliche Lobby. Umso wichtiger sei es, dass „wir mit einer solchen Aktion in der Politik und der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“. Hippe freut es, dass er mit seinem Wunsch, Ettlingens bekanntestes Gebäude rot illuminieren zu dürfen, im Rathaus offene Türen einrannte. Die Genehmigung sei kein Problem gewesen.