Verschlechterungen durch Umwege fürchten Nutzer des Bahnhofes Forchheim. Der Übergang dort wird aus Sicherheitsgründen geschlossen. Dazu gab es eine Bürgerinfo. | Foto: krk

Im Forchheimer Silberstreifen

Bahnübergang fällt weg – Fußgänger betroffen

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Von Ulrich Krawutschke

Für die Nutzer des Bahnhofes Forchheim ergeben sich durch die Schließung des Bahnüberganges mit Schiebeschranke ab dem 14. September schlechtere Bedingungen. Denn wer von Bahnsteig 1 (Bahnhofseite) auf 2 (Seite Silberstreifen) wechseln will, muss künftig einen deutlichen Umweg über die Unterführung der Herrenalber Straße (Silberstreifentunnel), Häfen- und Akazienweg nehmen. Der erfordert mindestens drei bis vier Minuten , so die Auskunft  bei einer Bürgerinformation der Deutschen Bahn  am Freitag. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger, überwiegend aus dem Wohngebiet Silberstreifen, nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und gleich auch Anregungen zu geben.

Schließung aus Sicherheitsgründen

„Die Schließung des Überganges erfolgt in erster Linie aus Sicherheitsgründen“, sagt Meike Schlitter von der DB-Arbeitsgebietsleitung Freie Strecke. Sie ist zusammen mit Kollegen gekommen, um anhand von Plänen, Prospekten und persönlich das Projekt vorzustellen und zu erläutern. Dass das Thema bewegt, ist erkennbar an intensiven Diskussionen. Künftig sollen hier Züge mit bis zu Tempo 250 und in dichter Folge fahren. Ausgangspunkt ist die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel, von der Rheinstetten zweifach betroffen ist: Am Silberstreifen und weiter südlich in Richtung Durmersheim an der Basheide. Dort wird 2018 ein elektronisches Stellwerk gebaut es werden Gleise erneuert und auf der ganzen Strecke die alten Masten und Oberleitungen von 1957 ersetzt, die die künftig benötigte Energie nicht mehr zur Verfügung stellen könnten.

Das ist für viele ein Nachteil

„Wir wissen, dass der Wegfall des Überganges für viele ein Nachteil ist“, sagt Schlitter, das Risiko aber sei zu hoch. Die Bahn baut parallel zum Bahnsteig 1 einen neuen Weg in Richtung Unterführung zu den Zugangstreppen der Unterführung, um den Umweg für die Fußgänger – Radler, Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren müssen einen etwas längeren Weg über die Zugangsrampen der Unterführung wählen – so kurz wie möglich zu halten: Es sind übrigen nur KVV-Nutzer, die dort Ein- und Aussteigen, die DB hat keine Halte mehr am ohnehin nicht barrierefreien Bahnhof Silberstreifen.

Lärm zu erwarten

Die Bauarbeiten werden auch von Lärm begleitet sein, so die Bahn.   Zu den konkreten Maßnahmen  soll es Ende August nochmals eine Bürgerinfo geben. Auch, weil es während der Arbeiten bis 29. September zu nächtlichen Arbeiten in Sperrpausen für Züge kommen wird.  „Wir müssen  damit  leben, die Schließung ist unvermeidbar“, sagt Rheinstettens Ordnungsamtsleiter Ronald Daum, der vor allem Nachteile für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sieht.

Was machen Menschen mit Rollator?

Genau dieses Problem befürchtet Elvira Lingor aus dem Silberstreifen für ihre oft mit der Stadtbahn fahrenden Eltern, die bei der Info auch dabei sind. Die Mutter ist auf den Rollator, der Vater auf den Stock angewiesen. „Für die beiden wird es richtig heftig, denn die Treppenaufgänge sind nicht rollatorgerecht, sie müssen also einen noch weiteren Umweg nehmen“. Lingor schlägt daher – „es gibt noch viele weitere Fälle im Silberstreifen“ – einen behindertengerechten Übergang per Aufzug vor. Betroffen von der Maßnahme sind auch Hermann Bruns und seine Frau, beide KVV-Nutzer, die auf der Bahnhofseite wohnen. Wenn sie nach Karlsruhe fahren wollen, müssen sie künftig den Umweg über die Unterführung nehmen, um auf Bahnsteig 2 zu kommen. Dennoch hat Bruns Verständnis für die Maßnahme. Sicherheit gehe nunmal vor.