Kochen und heizen mit Gas wird ab 1. November teurer. Die Stadtwerke Ettlingen erhöhen die Preise. | Foto: Warmuth/dpa

Erhöhung ab 1. November

Stadtwerke Ettlingen wollen mehr fürs Gas

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Die Gaspreise ziehen an: Kunden, die von den Ettlinger Stadtwerken Gas beziehen, erhalten in diesen Tagen Post. Darin kündigt der kommunale Energieversorger eine Preiserhöhung ab dem 1. November 2019 an.

Nach Jahren der Stabilität und zwei Preissenkungen 2016 und 2017 wird es jetzt teurer. Konkret: Die Kilowattstunde Gas kostet dann 0,36 Cent mehr. Statt 5,02 Cent werden 5,38 Cent fällig. Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler begründet den Schritt seines Unternehmens mit „gestiegenen Beschaffungskosten am Gasmarkt“. Mehr bezahlen müssten die Kunden beim Verbrauchspreis, „am Grundpreis fürs Gas ändert sich nichts“.

72 Euro mehr im Jahr

Für einen Mehrpersonenhaushalt, der 20 000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, hat die Preisanpassung Mehrkosten in einer Größenordnung von 72 Euro zur Folge, also sechs Euro im Monat. „Wir liegen auch nach dem 1. November in etwa bei dem Gaspreisniveau, das wir 2007 hatten“, sagt Oehler. Damals habe die wirtschaftliche Krisenstimmung dafür gesorgt, dass weniger Gas nachgefragt wurde, die Stadtwerke daher günstiger einkaufen konnten. „Und das haben wir an unsere Kunden weitergegeben“. Die Vorlieferanten des Ettlinger Energieversorgers beziehen Gas vorwiegend aus Russland und aus Norwegen.

Für Regio Gaskunden zunächst keine Änderung

In der Grundversorgung haben die Stadtwerke 6 000 Kunden (Ettlingen, Malsch, Durmersheim), hinzu kommen etwa 4 000 Regio Gaskunden in den unterschiedlichsten Orten, die von der jetzigen Preisanpassung Oehler zufolge zunächst nicht betroffen sind, sondern erst zeitversetzt, da die Verträge eine feste Laufzeit (ein Jahr) haben. Teurer wird auch die Nahwärmeversorgung (zirka 300 Kunden), und zwar im selben Umfang wie das Gas.

Auch Nachschlag beim Wasser?

Beim zweiten großen Geschäftsfeld der Stadtwerke, dem Strom, bleibt alles zunächst mal unverändert. Sollte die Abgabe nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) steigen, „müssen wir im Frühjahr reagieren“, so Oehler. Noch im September wird sich der Aufsichtsrat des Unternehmens mit dem Wasserpreis befassen – auch hier steht ein Nachschlag zur Diskussion, weil die Landesregierung zu Jahresbeginn den Wasserpfennig erhöht hat. Zudem müssen Investitionen, wie der neue Hochbehälter Käthenberg, geschultert werden. Und noch etwas: Oehler bestätigte den BNN, Ende 2020 nach dann 29 Jahren bei den Stadtwerken in Ruhestand zu gehen. Ins Bewerbungsverfahren um seine Nachfolge soll eine Agentur eingeschaltet werden. Die Personalentscheidung treffen dann Aufsichtsrat und final Gemeinderat.