Ringen um Lösungen: Waldemar Fretz, Johannes Rupp, Sebastian Schuster, Michael Kant im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Saebel (von links). | Foto: Weis

Drängen auf Soforthilfe II

Gastgewerbe im Albtal dauert Auszahlung der Gelder zu lang

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Dem regionalen Gastgewerbe dauert die Auszahlung der Soforthilfe II zu lange. Dies kam bei einem Gespräch mit der Grünen-Abgeordneten Barbara Saebel in Waldbronn mit Dehoga-Vertretern zum Ausdruck.

Mit „Warten auf die Soforthilfe II“ könnte der Zuhörer das Gespräch zwischen hiesigen Vertretern des Gastgewerbes und der Ettlinger Wahlkreisabgeordneten Barbara Saebel (Grüne) am Montag bei Schwitzer’s Hotel und Brasserie am Kurpark Waldbronn auf den Punkt bringen.

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Ob Waldemar Fretz, stellvertretender Vorsitzender der Dehoga des Landes, der Karlsruher Dehoga-Geschäftsführer Michael Kant, Johannes Rupp, Geschäftsführer von Schwitzer’s, oder Geldgeber der Gastronomie: Alle baten die Landtagsabgeordnete um aktiven Einsatz.

Das Geld möge so schnell wie möglich kommen

Das Geld müsse so schnell wie möglich kommen. Es gehe auch um Gehaltszahlungen für Mitarbeiter und andere laufende Kosten in den Betrieben.

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Saebel war wegen der Corona-Beschränkungen, der Corona-Hilfen und des Öffnungsszenarios seit Wochen im Kontakt mit Schwitzer’s-Geschäftsführer Johannes Rupp.

Sie informierte sich über den aktuellen Stand bei den vier Betrieben von Schwitzer’s. Mit an Bord war auch der Ittersbacher Hotel Maxis-Geschäftsführer Sebastian Schuster.

Rupp schilderte, wie man mit Hilfe einer WhatsApp-Gruppe täglich Kontakt zu Mitarbeitern gehalten habe, die in Corona-Zeiten Ängste um ihre Zukunft hätten. „Die abgesagte Übernachtung ist weg, die abgesagte Hochzeit ist weg“, meinte Alexander R. Bosch, Investor bei Schwitzer’s.

Das sei für viele Gaststätten und Restaurants nicht mehr aufholbar. Es fehlten Einnahmen, um Kosten des normalen Betriebs auszugleichen.

Mit örtlichen Banken nicht zufrieden

Und die regionalen Banken hätten sich nicht immer entgegenkommend gezeigt, wenn es um die Weitergabe der Soforthilfe gegangen sei oder um die Bewilligung von Krediten. „Das kommt mir so vor, ich schaffe mir eine Melkmaschine an und gebe dafür meine letzte Kuh in Zahlung.“

Viele Betriebe hatten schon vor
der Corona Krise Liquiditätsprobleme.

Waldemar Fretz, stellvertretender Dehoga-Vorsitzender

Der stellvertretende Dehoga-Chef Waldemar Fretz sagt: „Viele Betriebe hatten schon vor Corona Liquiditätsprobleme.“ Sicher habe es manchen Bankdirektor gegeben, der sich gesagt habe: „Da behalten wir lieber die Soforthilfe ein.“

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Der schleichende Prozess von schließenden gastronomischen Betrieben beschleunige sich. Um so bemerkenswerter sei, wie das Team im Schwitzer’s durch seinen kurzfristig aufgebauten Lieferservice die Zeit des Lockdowns überbrückt habe.