Die Feuerwehr ist dabei, den Brand in Malsch zu löschen.
Die Feuerwehr ist dabei, den Brand in Malsch zu löschen. | Foto: Reichelt

Schaden in Millionenhöhe

Mehrfamilienhaus in Malsch brennt ab: Zehn Verletzte

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Am frühen Dienstagabend hat in Malsch ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus gebrannt. Brandursache soll ein technischer Defekt gewesen sein. Der starke Herbstwind bescherte der Feuerwehr einen schwierigen und langwierigen Einsatz. Insgesamt wurden zehn Personen bei dem Feuer leicht verletzt. Der Brand richtete Schaden in Millionenhöhe an. Auch am Morgen sind noch Feuerwehrleute vor Ort.

Nach Informationen der Polizei brach das Feuer in der Malscher Albert-Schweitzer-Straße aus. Laut den Brandermittlern und Kriminaltechnikern soll ein technischer Defekt den Brand ausgelöst haben. Der Besitzer des Mehrfamilienhauses bemerkte das Feuer als erstes und versuchte anfangs, das Feuer in der an das Mehrfamilienhaus angeschlossenen Garage zu löschen. Danach alarmierte er die anderen 15 Bewohner der insgesamt sechs Wohnungen des Hauses, darunter seine Familie. Gegen 18.45 Uhr rückten die ersten Feuerwehrfahrzeuge an. Die Freiwillige Feuerwehr aus Malsch alarmierte noch während der Anfahrt Verstärkung aus Malsch selbst, aus Ettlingen und aus Durmersheim.

Schwieriger Einsatz für die Feuerwehr

Nach Angaben der Polizei war der Einsatz für die Feuerwehr schwierig: Der starke Herbstwind fachte das Feuer immer wieder neu an. Außerdem war eine Dachseite des Gebäudes mit Photovoltaik-Anlagen verbaut, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. Dennoch gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser zu verhindern. Erst gegen 1 Uhr war der Brand komplett gelöscht.

Die Feuerwehr geht davon aus, dass der Brand auf der Terrasse im ersten Stock des Gebäudes ausbrach und sich von dort rasend schnell ausbreitete.

Atemschutz-Einsatz zu gefährlich

Die Flammen loderten mitunter so heftig, dass auch ein „Innenangriff“ unter Atemschutz, um das Feuer einzudämmen, ausschied, da ein solcher Einsatz zu gefährlich für die Wehrleute gewesen wäre.

Insgesamt wurden zehn Bewohner leicht verletzt, darunter der Hausbesitzer selbst, der sich bei seinen Löschversuchen am Bein verletzte. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, glücklicherweise musste aber niemand stationär aufgenommen werden. Die Bewohner des Gebäudes kamen danach alle bei Verwandten und Bekannten unter, heißt es von der Polizei. Die Gemeinde Malsch bot eine Unterbringungsmöglichkeit an, die aber niemand in Anspruch nehmen musste.

Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 1,4 Millionen Euro. | Foto: Reichelt

1,4 Millionen Euro Schaden

Nach bisherigem Wissensstand ist das gesamte Gebäude ausgebrannt und nicht mehr bewohnbar, eventuell sogar einsturzgefährdet. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 1,4 Millionen Euro.

Neben dem Rettungsdienst mit Notarzt waren insgesamt zehn Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren Malsch, Durmersheim und Ettlingen mit etwa 70 Einsatzkräften vor Ort. Auch der stellvertretende Bürgermeister Werner Scherer machte sich ein Bild der Lage. Nach aktuellen Einschätzungen werden die Nachlöscharbeiten noch den ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Immerhin ein Trost: Die Feuerwehrleute werden vor Ort von Anwohnern mit Kaffeespenden und Brezeln versorgt. In einer Pressemeldung dankte die Feuerwehr auch dem Deutschen Roten Kreuz, dass am Abend mit 20 Personen vor Ort im Einsatz war und die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken versorgte.

Die Gemeinde Malsch hat inzwischen eine Spendenaktion für die Bewohner des abgebrannten Hauses gestartet.