Ein Prozessionszug mit über 2000 Menschen zieht sich am Reformationstag durch die Ettlinger Altstadt. An der Spitze Seelsorger aus Ettlingen | Foto: Werner Bentz

Spektakuläre Reformationsfeier

„Geniale“ Prozession mit über 2000 Menschen in Ettlingen

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„500 Jahre Reformation – was für ein geniales Fest, das wir heute feiern.“  Die Worte von Pastor Michael Riedl, zur Eröffnung der zentralen Prozession (!) am Reformationstag trafen – rein äußerlich betrachtet – den Nagel auf den Kopf. Der festliche Zug aus Anlass der Versendung der 95 Thesen von Martin Luther zum kirchlichen Ablass am 31. Oktober 1517 übertraf alle Erwartungen der Organisatoren: Bei frischem, aber sonnigen Wetter versammelten sich über 2 000 Gläubige aller Denominationen und interessierte Bürger im Schlosshof oder standen an den Mikrofonanlagen vor dem Schloss. Schon vor Beginn der Veranstaltung waren die von Ehrenamtlichen verteilten über tausend Liedhefte für die Prozession „weggegangen wie warme Semmeln“. Zu diesem Zeitpunkt erfüllten schon die Bläserklänge der vereinigten Posaunenchöre über den Schlosshof hinaus, die gesamte Innenstadt auf dem Umzugsweg über Martinskirche bis zur Johanneskirche.

Christus steht im Mittelpunkt

Bei der Begrüßung der vielen Menschen kam schon zum Ausdruck, was an dem Tag mit dem Ettlinger Stadtrundgang gefeiert wird: Martin Luther habe wieder einen unverstellten Zugang der Menschen zu Jesus Christus hergestellt. Pfarrer Martin Heringklee von der katholischen Seelsorgeeinheit unterstrich die ökumenische Verbundenheit mit dem Hinweis darauf, dass er die Christusglocke habe läuten lassen. Vor dem Beginn der Prozession hatten Wolfram Drexhage als „Luther“ und Michael Riedl nochmals herausgearbeitet, was Luther mit seine 95 Thesen ausgelöst habe: Er habe vier Grundsätze festgelegt, die das christliche Leben für alle Zeit im Verhältnis zu Gott verändern sollten: Es gelte „allein die Schrift, allein Christus, allein die Gnade und allein der Glaube“.

Luther hatte vier zentrale Grundsätze

Nach dem Auftritt „Martin Luthers“ im Schlosshof – der Reformator war historisch nie in Ettlingen, aber immerhin fand im Asamsaal des Schlosses Ettlingen im 19. Jahrhundert der erste evangelische Gottesdienst der Neuzeit statt – setzte sich der Zug in Gang. Begleitet von den Klängen von Posaunenchor und der Band der Freien evangelischen Gemeinde, die bekannte christliche Songs spielte, gingen die Menschen in Richtung Martinskirche. An der Spitze die Seelsorger der Luther-, Paulus-, Johannes-Pfarrei, der Liebenzeller und der Freien Evangelischen Gemeinde dazu Martin Heringklee von den Katholiken. Das Bild der Prozession prägten einige hundert Luftballons von Kindern und Jugendlichen (Ausführlicher Bericht in den BNN Ettlingen am 2. November).