GROSSER AUFLAUF AM HARDTECK in Malsch: 250 Rettungskräfte und Helfer, zahlreiche Boote und Fahrzeuge versammelten sich zur Jahresübung vor Beginn der Badesaison am Baggersee, um sich auf mögliche Einsätze vorzubereiten. | Foto: Klaus Müller

DLRG übt am Baggersee Malsch

Großaufgebot zum Auftakt der Freibadesaison

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Von Klaus Müller

Die Bedingungen könnten kaum besser sein. 30 Grad sollen es sein – an einem stark frequentierten Baggersee. Später wird eine Gewitterfront aufziehen und für reichlich Chaos und Verletzte unter den Badegästen sorgen. So lauten die Vorgaben zur Übung des DLRG-Bezirks Karlsruhe. Bei dem, was da an Einsatzmaterial und Einsatzkräfte rund um den Malscher Baggersee beim Kieswerk am Hardteck aufgefahren wird, müsste man von einer Großübung sprechen.

250 Personen beteiligt

Die Zahlen, die DLRG-Pressemann Luca Wernert vor Übungsbeginn kundtut, bestätigen die Einschätzung: Etwa 250 Personen beteiligen sich an der Übung, darunter über 50 Mimen (verletzte Menschen, entsprechend geschminkt), Rettungsboote in zweistelliger Menge, zahlreiche Fahrzeuge und weit über 150 Einsatzkräfte. Eine Armada, die da zum Retten ausgerückt ist.

Übungsannahme kannte nur wenige Leute

Zu ihr gehören die Malscher Feuerwehr, das DRK und der ASB. Mit von der Partei sind Einsatzkräfte vom DLRG Mittelbaden. Übrigens: Um die Übungsaufgaben wussten im Vorfeld allenfalls eine Handvoll Leute.

Übung ist Startschuss für die Badesaison.

„So eine Übung halten wir jedes Jahr ab. Sie lässt sich durchaus als Startschuss für die Badesaison bezeichnen“, sagt Timo Imhof. Er leitet die Großübung. Was nach Übungsbeginn sofort auffällt: die Vielzahl an Einsatzkräften und Fahrzeugen, die am weiträumigen Ort des Geschehens eintreffen. Vor allem anderen – darum geht es bei so einer Übung – müssen sich die Helfer einen Überblick verschaffen. Und es müssen Strukturen gebildet werden. „Wir teilen das Areal in Abschnitte ein, für die dann jemand verantwortlich ist und Kontakt zur Zentrale hält“, erklärt Wernert.

50 Statisten „spielen“ Verletzte

Taucher, Strömungsschwimmer, Boote, Mensch und Material, Feuerwehreinheiten, Krankenwagen und vieles mehr müssen so koordiniert werden, dass sie rädchengleich ineinandergreifen – und das effektiv und zielorientiert. Über 50 Statisten, „verstreut“ auf dem Gelände, gilt es, zu finden, zu retten, zu versorgen. Das Übungsszenario entspricht allemal dem, was an einem „normalen Baggerseetag“ passieren kann, einschließlich eines brennenden Baggerkrans. Allein 2017, berichtet Wernert, registrierte der DLRG-Bezirk Karlsruhe mit seinen 23 Ortsgruppen etwa 2 500 Hilfeleistungen. In 17 Fällen handelte es sich um konkrete Lebensrettungen.

Flexibilität und Improvisation gefragt

Weiter geht es mit der Übung. Das vorgegebene Rettungsschema erfährt immer wieder durch unvorhersehbare Ereignisse neue Wendungen. Deswegen: „Flexibilität und Improvisation sind ganz wichtig“, so Imhof. Und nicht zu vergessen die Kommunikation. Mehr und mehr greifen die Räder ineinander.

Es gibt immer was zu verbessern.

„Sicher“, so das Fazit, „zu verbessern gibt es immer was. Dafür üben wir ja.“ Insgesamt waren die Verantwortlichen mit dem Übungsablauf zufrieden. Und dass aus einer Übung schnell ein Ernstfall werden kann, wurde spätestens bei einem echten Rettungseinsatz deutlich, als ein Mitwirkender eine Herz-Kreislaufschwäche erlitt.

Beobachter sind beeindruckt

Beeindruckt vom Übungsablauf zeigten sich die Beobachter von der Polizei, der Feuerwehr und aus der (Kommunal-)Politik.