Eine erfolgreiche Typisierungsaktion gab es für Uwe Frei im Oktober 2017. Letztlich konnte sein Leben nicht gerettet werden. | Foto: Ulrich Krawutschke

Uwe Frei und Daniel Senger

Stammzellenspender für Leukämiekranke in Rheinstetten gefunden

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Von Ulrich Krawutschke

Passende Stammzellenspender  wurden   gefunden und die beiden an Leukämie erkrankten Uwe Frei und Daniel sind überglücklich. Bei Uwe Frei ist die Transplantation gesunder Blutstammzellen mit passenden HLA (Humane Leukozyten-Antigene) Merkmalen bereits am 8. Dezember in Freiburg erfolgt, wo er heute noch behandelt wird. Für den Zunftmeister der Welschkornnarren und Elferrat des Forchheimer Elferratclubs  hatte der Freundeskreis „Fastnachter gegen Blutkrebs“ um  den Rheinstettener Stadtrat Stefan Kungl am 15. Oktober eine Typisierungsaktion gestartet (wir berichteten ausführlich).

Sohn sollte zunächst Spender werden

Damals konnte Frei nicht dabei sein, aber am Samstag, 11.11. beim Rathaussturm war er es. Und bei diesem Termin gab es „das erste vage Anzeichen“ auf einen Stammzellenspender, wie er den BNN erzählte. Doch zu diesem Zeitpunkt war geplant, dass sein Sohn Spender wird. Dazu war noch eine Untersuchung am darauffolgenden Dienstag angesetzt.

Auch Typisierungsaktion in Malsch

Als Frei zum Arzt kam, sagte dieser „das mit dem Sohn hat sich erledigt, wir haben einen besseren Spender. Ich war richtig froh, dass mein Sohn das nicht tun musste“. Dann ging es ziemlich schnell. Auch wenn noch einige „Nachwehen“ da sind, hat Uwe Frei seinen unerschütterlichen Humor nicht verloren, „ich bin halt Fastnachter durch und durch“. Und es sprudelt aus ihm heraus: „Auch der Daniel Senger hat einen passenden Stammzellenspender gefunden“, was auch Stefan Kungl den BNN bestätigte. Für den gebürtigen Birkenfelder Daniel Senger, er lebt heute in Rheinstetten, hatte sein Freundeskreis, der für ihn als Überraschung auch beim Forchheimer Silvesterlauf mitgelaufen war, ebenfalls eine Typisierungsaktion in seinem Heimatort organisiert und parallel lief wie berichtet auch eine Typisierungsaktion in Malsch.

750 potenzielle Spender kamen zusammen

„Es sind so rund 750 potenzielle Stammzellenspender zusammengekommen“, berichtet Uwe Frei. Ob sein Spender aus einer der Aktionen stammt oder aus der Datenbank der DKMS – früher Deutsche Knochenmarkspenderdatei oder einer anderen – wissen Uwe Frei und Daniel Senger nicht. Das erfahren sie wohl frühestens nach zwei Jahren.

Ein Pass könne so viele Leben retten

Noch spielt es für Uwe Frei keine Rolle, ihm geht im Kopf herum, warum es nicht einen Leukämie-Pass gibt wie für Blutspender. „Das könnte doch beispielsweise mit dem Führerschein zur Pflicht gemacht werden, es könnte doch so viele Leben retten“, sagt er. „Es wissen davon einfach zu wenige Menschen. Ich selbst war ja regelmäßiger Blutspender und hatte einen Organspenderausweis, von Typisierungen hatte ich keine Ahnung. Man muss wohl davon betroffen sein. Deshalb wäre wohl eine Pflicht hilfreich.“