Das Obere Albgrün war das letzte größere Baugebiet im Ettlinger Zentrum. Fertig war es 2016. | Foto: Archiv

Preise steigen auch im Albtal

Immobilienmarkt Ettlingen leergefegt

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Die Immobilienpreise in Ettlingen und im Albtal steigen weiter. Eine Trendwende ist nicht erkennbar, nicht einmal eine Stagnation auf hohem Niveau. Das ist die Botschaft der Volksbank Ettlingen, die am Donnerstagabend den Immobilien- und Mietpreisspiegel 2017 vorstellte. Anlass war die Eröffnung der Immobilientage im Haupthaus Wilhelmstraße.

Infos zu Bauen und Modernisieren

Noch bis einschließlich Sonntag wird die Volksbank Immobilien GmbH dort mit den Ettlinger Stadtwerken rund um die Themen Finanzieren, Bauen, Modernisieren informieren. Bei freiem Eintritt gibt es heute und morgen zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr Fachvorträge. Die Botschaft, die Voba-Vorstandssprecher Wolfram Trinks in Sachen Immobilien übermittelte, deckt sich im Grunde mit seinen Äußerungen aus dem Vorjahr: Die Region ist Zuzugsgebiet; der Wohnungs- und Häusermarkt, vor allem im Zentrum Ettlingen, ist „äußerst angespannt, ja man könnte sagen leer gefegt.“ Für neue Eigentumswohnungen zahlt man zwischen 2 900 und 4 700 Euro pro Quadratmeter. Für Baugrundstücke werden 350 bis 900 Euro pro Quadratmeter fällig.

In der Kernstadt keine neuen Baugebiete

Neue und größere  Baugebiete seien Fehlanzeige,  so Trinks, weil „dafür die Weichen vor Jahren nicht gestellt wurden.“ Wohl gebe es Baulückenschluss und habe beispielsweise das „Obere Albgrün“ das Angebot etwas verbessert. Indes fehle vor allem bezahlbarer Wohnraum in Stadtnähe. Laut Hendrik Schwab (Volksbank Immobilien) dauert die Vermarktung von Eigentumswohnungen in der Kernstadt vier bis sechs Wochen, in den Stadtteilen sind es bis zu vier Monate. Die Preisunterschiede seien erheblich. Ungebrochen sei die Nachfrage nach Häusern, hier haben die Preise vor allem in den „Kernstadt nahen Stadtteilen“ wie Bruchhausen, Ettlingenweier und Spessart weiter angezogen. Oberweier profitiert vom Neubaugebiet Gässeläcker, das derzeit erschlossen wird.

Das Baugebiet Gässeläcker in Oberweier wird erschlossen. Familien sollen hier zum Zug kommen. | Foto: kdm

Lage und Stadtbahnanschluss wichtig

Ein Blick in weitere Gemeinden des südlichen Landkreises zeigt, dass Wohnstandorte wie Langensteinbach (Nahe zur Stadtbahn, nähe zu Karlsruhe) beliebt sind. Dort steigen die Preise, wohingegen sie sich in Auerbach und Mutschelbach moderat entwickeln. In Malsch ist die Infrastruktur vor allem im Kernort intakt; da die Preise unter denen von Ettlingen liegen, ziehen gerne junge Familien zu. Im Völkersbacher Neubaugebiet „Malscher Weg“ mit einer Nettobaulandfläche von 1,7 Hektar seien aktuell alle Bauplätze belegt, informierte Schwab.

Bauplätze gehen zu Höchstpreisen weg

Was Marxzell betrifft, so bietet das Wohnen dort einen hohen Erholungswert, die Grundstücke sind groß, teilweise mit schönem Blick ins Albtal. Der Mietwohnungsmarkt dort ist klein, Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen. Neubaugebiete sind aktuell nicht in Planung. Waldbronn verzeichnet eine große Immobiliennachfrage in den Ortsteilen Reichenbach und Busenbach, weil dort die Infrastruktur stimmt. Die Mieten, so Schwab, ziehen auf breiter Front an.  Bauplätze werden, so überhaupt vorhanden, „zu Höchstpreisen verkauft“.

Auch Bad Herrenalb kein Sorgenkind mehr

Etwas günstiger sieht es nur in Etzenrot aus. In der Vergangenheit eher weniger begehrt war Bad Herrenalb. Dort hat sich nach Beobachtung der Volksbank Immobilien GmbH der Markt zwischenzeitlich stabilisiert, auch in den Höhenorten, die schlechter angebunden sind. Will heißen: es gibt mehr Interesse an Eigentumswohnungen und Häusern. Im Neubaugebiet „Rennberg“ sind 50 Prozent der gut 90 Bauplätze vermarktet. Zudem besteht eine Optionsvereinbarung für einen Bauträger. Einen Effekt für den Wohnstandort Herrenalb erwartet man von der Gartenschau.

Voba hat 30 Immobilien zur Vermittlung

Schwab spricht davon, dass „die Preise in Bad Herrenalb mit denen von Ettlingen in keiner Weise vergleichbar sind“. Die Volksbank Immobilien GmbH hat derzeit rund 30 Immobilien in ihrem Bestand, die vermittelt werden können. 2016 erzielten die sieben Mitarbeiter laut Wolfram Trinks einen Provisionsumsatz von rund fünf Millionen Euro.

Der Immobilien- und Mietpreisspiegel findet sich ab Samstag   hier .