Großes Kino: Vor kurzem bei der WM in Budapest wurde Alexander Wieczerzak erster deutscher Judo-Weltmeister seit 2003. Am nächsten Samstag (30. September) tritt er im Bundesliga-Viertelfinale mit Titelverteidiger Hamburg beim JC Ettlingen an. | Foto: dpa

Titelverteidiger Hamburg kommt

Judo-Bundesliga: Großes Kino beim JC Ettlingen

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Der JC Ettlingen trifft im Viertelfinale um die deutsche Judo-Mannschaftsmeisterschaft auf das Hamburger Judo Team (JT). Das ist top besetzt und Titelverteidiger. Deshalb hätte Ettlingens Trainer und Manager Alfredo Palermo auf dieses Duell liebend gerne verzichtet. Zu diesem Zeitpunkt jedenfalls.

Doch  während der JC Ettlingen in der Judo-Bundesliga Süd mit seinem Sieg am letzten Vorrundenkampftag in Rüsselsheim – und der gleichzeitigen Niederlage des Vorjahres-Vize TSV Großhadern gegen den JC Leipzig – das tat, was zu tun war, um Tabellendritter zu werden (und damit dem Nord-Ersten aus dem Weg zu gehen), spielte in der Nordgruppe der UJKC Potsdam nicht mit.

Judo-Bundesliga: Viertelfinale Ettlingen – Hamburg

Die Potsdamer machten mit ihrem überraschenden 8:6-Erfolg gegen das Hamburger Starensemble  das schöne Gedankenspiel an der Alb zunichte. Der Titelverteidiger, eigentlich auf Platz eins in der Bundesliga Nord abonniert, wurde so nur Zweiter – und jetzt steht dem JC Ettlingen im Viertelfinale doch ins Haus, was man vermeiden wollte: Das K.o.-Duell mit dem Hamburger JT. Zuerst, am Samstag, 30. September, in der heimischen Albgauhalle (18 Uhr). Eine Woche später dann im Hamburger Olympiastützpunkt.

Hamburg mit einem Weltmeister

Dass die Hanseaten mit einem frisch gebackenen Weltmeister nach Ettlingen kommen, macht die Sache für den JCE nicht einfacher. Für die Judo-Fans in und um Ettlingen aber umso interessanter. Denn mit dem 26-jährigen Hessen Alexander Wieczerzak vom JC Wiesbaden geht in der Bundesliga der Mann für die Mannschaft des Hamburger JT auf die Matte, der Anfang September bei der WM in Budapest sensationell als erster Deutscher seit 2003 wieder Mal einen Judo-Weltmeistertitel gewann.

Der interessanteste Wettkampf seit langem

Nach ein paar Tagen Erholung mit Freundin auf den Malediven plant der 81-Kilo-Kämpfer die nächsten Schritte: Und da wäre zunächst einmal der Einzug ins Bundesliga-Halbfinale; mit einem Sieg gegen den JC Ettlingen.

Alfredo Palermo lacht. Gar so einfach will er es den Norddeutschen nicht machen. „Hamburg hat die besten Leute. Aber auch wir werden was aufbieten und sind gut bestückt. Wir wollen ins Finale, natürlich“, erklärt Palermo schmunzelnd und freut sich auf „einen der interessantesten Wettkämpfe seit langem“.

Gegen Weltmeister Wieczerzak plant Ettlingens Coach Alfredo Palermo  in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm den jungen Georgier Tmazi Kirakozashvili, Junioren-Europameister von 2015 (73 Kilo-Klasse), zu stellen. Der Bühler Dino Pfeiffer (bis 100 Kilo) in JCE-Diensten bekommt es mit einem weiteren Hamburger WM-Starter zu tun: Dimitri Peters. Der 33-jährige Olympia-Dritte von 2012 schied in Budapest in Runde zwei aus. WM-Achtelfinalist David Tekic (bis 90 Kilo) soll von Ettlingens Franz Haettich bearbeitet werden; Igor Wandtke (bis 73 Kilo), ebenfalls bei der WM dabei, bekommt es wohl mit JCE-ler Garlef Eder zu tun. In den Klassen bis 60 beziehungsweise über 100 Kilo will Alfredo Palermo wie im 81-Kilo-Limit seine Ausländer aufbieten.

Zuhause gutes Fundament legen

„Wir müssen zuhause ein gutes Fundament legen. Wenn wir gewinnen würden, wäre das natürlich toll“, sagt Alfred Palermo. Träumen ist erlaubt, in der Realität bleibt der JCE-Manager aber Pragmatiker: „Hamburg hat mehr Geld. Hamburg hat den größeren Kader. Und Hamburg hat mehr Möglichkeiten. Da sind in jeder Gewichtsklasse drei gute Leute. Hamburg ist sicher die größere Wundertüte. Die können uns leichter durchschauen, als wir sie.“

Werbung für den Judo-Sport

Einmal standen sich die beiden Mannschaften bereits in einem Viertelfinale gegenüber. „Das ist lange her. Sechs, sieben Jahre. In Hamburg“, sagt Palermo. „Wir haben damals verloren. Wir hatten aber auch viel Pech“, erinnert er sich noch. „Hamburg ist eine Judo-Hochburg. Das ist ein großer Verein, da kommen viele Zuschauer“, erwartet er beim Rückkampf einen Hexenkessel. Palermo: „Es war bisher eine gute Runde. Wir haben nichts zu verschenken, wir geben wie immer alles.“ Und egal wie es ausgeht, „wir wollen auch Werbung für den Judo-Sport machen.“ Vor allem natürlich beim Ettlinger Heimpublikum.

 

Judo-Bundesliga, Finalrunde, Viertelfinale: Hinkämpfe: Samstag, 30. September: JC Ettlingen – Hamburger JT (18 Uhr, Albgauhalle Ettlingen); UJKC Potsdam – JC Leipzig; KSC ASAHI Spremberg – TSV Abensberg; SUA Witten – KSV Esslingen; Rückkämpfe: Samstag, 7. Oktober.