Von enormem Publikums- und Medieninteresse begleitet war die Suche nach dem "Monster vom Horbachsee". Möglicherweise gibt es ein Nachspiel vor Gericht. | Foto: rob

Verstoß gegen Tierschutz?

Peta stellt Strafanzeige nach „Monsterjagd“ am Horbachsee

Anzeige

 

Peta stellt Strafanzeige: Möglicherweise ein juristisches Nachspiel hat die Suche nach dem „Monster vom Horbachsee“ in Ettlingen  vor ein paar Wochen (wir berichteten ausführlich. ) Denn die Tierrechtsorganisation Peta hat laut  Pressemitteilung Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe gestellt. Sie sieht einen Verstoß gegen den Tierschutz durch einen Fischer.

Im See wurde  Raubfisch vermutet

Bekanntlich wurde im See ein größerer Raubfisch (etwa Wels) vermutet, weil zuvor einige Schwanenbabies gefressen worden waren. Die Stadt Ettlingen ließ  auch auf Drängen von Tierschützern das Wasser des Horbachsees ab. Mehrere Fischer und Hobbyangler suchten daraufhin begleitet von enormem medialen Interesse – selbst „Bild und das ZDF waren vor Ort –  und  in Anwesenheit von zahlreichen Bürgern das Gewässer mit Keschern ab. Man  fand aber nur kleinere Fische. Ein Foto über die „Monsterjagd“ zeigt laut Peta, wie einer der beteiligten Fischer einem Karpfen den Mittelfinger in das Auge steckt und ihn daran haltend aus dem Wasser zieht. Das sorgte im Netz  auch  unter Anglern für Unmut und wurde Peta zugespielt.

Vorwurf: Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Die Tierrechtsorganisation erstattete daraufhin Strafanzeige.  Sie wirft dem Mann vor, gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes verstoßen zu haben, demzufolge einem Wirbeltier keine unnötigen oder länger anhaltenden Schmerzen und Leiden zugefügt werden dürfen. Einem Fisch seinen Finger in das Auge zu drücken und ihn daran aus dem Wasser zu ziehen sei pure Tierquälerei, so Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta.

„Fische haben Schmerzempfinden“

Die Tierrechtsorganisation veranschaulicht das Leid des Karpfens mit folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Gegenstand in Ihr Auge und zieht Sie daran in eine für Sie fremde Atmosphäre, in der Sie nicht mehr atmen können, dann wissen Sie, was der Fisch durchgemacht hat.“ Zahlreiche wissenschaftliche Studien über die Anatomie, Physiologie und das Verhalten von Fischen belegen laut Peta „zweifelsfrei ein Schmerzempfinden“. Nur wenige besagten das Gegenteil.