Großer Bahnhof: Viele Gratulanten kamen zum Festakt zur Erweiterung von Herrmann Ultraschall in Karlsbad-Ittersbach. Firmengründer Walter Herrmann und Sohn Thomas Herrmann (von links) erläuterten Firmenphilosophie und große Pläne für die Zukunft. | Foto: Rainer Obert

„Wissenszentrum Karlsbad“

Herrmann Ultraschalltechnik wächst und investiert 22 Millionen Euro

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Dass ein Unternehmen seine Betriebsfläche mal eben fast verdoppelt, dokumentiert das rasante Wachstum einer ganzen Branche. Mit mehr als 200 Gästen feierte Herrmann Ultraschall, ein Pionier der Ultraschall-Schweißtechnologie, einen neuen Meilenstein seit der Gründung durch Senior-Chef Walter Herrmann im Jahr 1961. Rund 22 Millionen Euro wurden für Fertigungsfläche und vier Hightech-Labore sowie Sanierung der bisherigen Gebäudeteile investiert.

Pionierleistung gewürdigt

Auch wenn bei der Einweihungsfeier Bilder der Mondlandung aus den 1960er Jahren auf den Bildschirmen liefen, wolle man zwar „zu neuen Welten aufbrechen“, aber nicht im negativen Sinn abheben, betonte Geschäftsführer Thomas Herrmann. Das verdeutlicht der mehrfach ausgesprochene Dank an die Eltern, die einst den Grundstein legten. „Mein Vater war ein echter Pionier.“ Dass das Ultraschallschweißen einen Siegeszug um die Welt antreten würde, etwa um Kunststoffverpackungen jeglicher Art zusammenzufügen, war damals so nicht vorauszusehen.

Gemeinde lobt Bekenntnis zum Standort

Auch wenn stark internationalisiert und weltweit vermarktet wird, ist und bleibt der einzige Produktionsstandort Karlsbad. Nach der Gründung 1961 folgten Erweiterungen 1972, im Jahr 2000, 2008 und jetzt der Sprung um fast 9 000 auf 18 400 Quadratmeter. „Das ist der Herrmann Campus“, erklärte der Geschäftsführer. Alles ist zu einem Komplex vereinigt, fließende Übergänge in alle Gebäudeteile. 7 000 Tonnen Rohbaustoffe wurden verarbeitet, erklärte  Rudolf Harsch, Chef von Harsch Bau aus Bretten. Damit könne zuversichtlich in die Zukunft geblickt werden. Dass dies am Standort Karlsbad passiert, freute Bürgermeister Jens Timm. Herrmann Ultraschall sei ein Vorzeige-Unternehmen, dass sich wie viele große Namen aus einer Garagenfirma entwickelt habe. Er erinnerte auch an die weitere Ultraschall-Konkurrenz in Karlsbad, Sonotronic und Weber Ultrasonics, die auch fortwährend auf Fachkräftesuche sind. Herrmann Ultraschall habe den Standort weiter gesichert und nochmals 100 Arbeitsplätze geschaffen. 520 Menschen arbeiten für den Maschinenbauer, vor zehn Jahren waren es noch 220.

Verzehnfachung der Fläche

Auf „eine Verzehnfachung der Fläche seit 1974“ verwies Gert Adler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Karlsruhe. „Karlsbad wurde zum Wissenszentrum.“ Wie bereits an anderer Stelle berichtet, stieg man zuletzt in einen neuen Bereich ein – die Ultraschall-Schweißsysteme für Nichteisenmetalle, etwa Kupfer. Wie sensibel das Know how in der Branche gehütet wird, verdeutlichte das Fotoverbot bei den anschließenden Firmenrundgängen durch Forschung und Fertigung von Herrmann Ultraschall. „Wir haben fast nur vertrauliche Anwendungen im Haus“, unterstrich Thomas Herrmann.