Im Beisein von Ehefrau Cosima (Vierte von rechts) und den Fraktionsvorsitzenden wurde Moritz Heidecker (Dritter von links) von OB Johannes Arnold zum Bürgermeister in Ettlingen ernannt. | Foto: Bentz

Ettlinger Bürgermeister im Amt

Ein Neuanfang mit Moritz Heidecker

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„Neuanfang“ war das beherrschende Wort bei der offiziellen Ernennung von Moritz Heidecker (36) zum neuen Bürgermeister von Ettlingen  am Donnerstag  an etwas ungewöhnlichem Ort. Nicht im historischen Rathaus, wo Oberbürgermeister und Erster Beigeordneter seit jeher ihre Büros haben, sondern im Sparkassengebäude. Das dient der Verwaltung – wie mehrfach berichtet – für die Zeit des einjährigen Rathausumbaus als Quartier.

Bei der Wahl 28 von 32 Stimmen

„Neuanfang“ – darauf setzen sowohl Verwaltungschef Johannes Arnold als auch der Ettlinger Gemeinderat, der den parteilosen Juristen Heidecker Mitte November mit 28 von 32 Stimmen zum Nachfolger von Thomas Fedrow wählte. Arnold sprach davon, dass das „Königsrecht des Gemeinderats“ nicht die Entscheidung über den kommunalen Haushalt und damit das liebe Geld sei, sondern eigentlich die übers Personal. Die habe nämlich „nachhaltigere Auswirkungen“.

Sehr gute Entscheidung

Mit der Wahl des zuletzt in Bruchsal beheimateten und dort als Rechtsamtsleiter tätigen Heidecker hätten die Volksvertreter eine „sehr gute Entscheidung“ getroffen, befand Arnold. Er hoffe auf einer vetrauensvolle Zusammenarbeit und damit ein Team an der Rathausspitze. In Richtung Vorgänger Fedrow, mit dem es  viele Jahre Stress gab,  sagte Arnold , der habe keine Verabschiedung gewünscht. Der „Schmerz, keine Stimme bei der Wahl erhalten zu haben“ sei verständlich.

100 Tage zum Eingewöhnen

Heidecker solle sich jetzt Zeit nehmen für die Einarbeitung ins neue Amt.  „Ich biete Ihnen eine hundert prozentige Zusammenarbeit an“, so der OB. Für den Gesamtgemeinderat betonte auch CDU-Fraktionssprecher Albrecht Ditzinger, es sei wichtig, dass der neue Bürgermeister Vertauen aufbaue. Zum Gemeinderat wie zur Ettlinger Bevölkerung. Die „ersten 100 Tage sind zum Eingewöhnen da, da darf auch mal was schiefgehen“ kündigte der Nachsicht an.

Amtszeit dauert bis 2026

Von einer „Ehre und Freude zugleich“ sprach der neu verpflichtete „zweite Mann“ sodann. Gemeinsam mit Johannes Arnold wolle er zum Wohle „unserer Stadt“ eine starke Verwaltungsspitze bilden. Das Geschenk Arnolds – Chamapgner aus der französischen Partnerstadt Epernay – kommentierte er mit den Worten „ich bin ein frankophiler Mensch“. In Bruchsasl französischer Partnerstadt habe er einen Spruch entdeckt, der sinngemäß bedeutet „ die Diktatur verschließt deinen Mund, die Demokratie öffnet dein Herz“.Den hänge er sich als Leitmotiv in sein neues Büro. Heideckers Amtszeit dauert acht Jahre. Sie endet am 31. Januar 2026.