Bruker Optik soll nach dem Willen des Betriebsrats und der IG Metall einen Tarifvertrag haben. Dies wurde auf einer Kundgebung vor dem Firmengebäude in Ettlingen gefordert. | Foto: jcw

Bruker Optik in Ettlingen

IG Metall und Mitarbeiter fordern einen Tarifvertrag

Anzeige

Eine Mittagspause der besonderen Art legten die Mitarbeiter bei Bruker Optik ein: Rund hundert Menschen forderten gestern bei einer Kundgebung auf dem Areal vor dem Haupteingang für die rund 350 Mitarbeiter des Unternehmens einen Tarifvertrag. Betriebsratsvorsitzender Marco Straßer bedankte sich bei den Beschäftigten und Vertretern der IG Metall für ihr Kommen.

Betriebsrat und IG Metall: Tarifvertrag bringt Sicherheit

 

Er meinte, dass die Geschäftsführung ihre eigenen Compliance-Regeln ernst nehmen solle. Dazu gehöre eine angemessene Entlohnung der Beschäftigten wie es in einem Papier der Firma zugesichert werde. Ein Tarifvertrag gebe den Mitarbeitern die Sicherheit, dass branchenübliche Löhne bezahlt würden, es Weihnachts- und Urlaubsgeld gebe. Dies sei aktuell nicht der Fall. Man liege derzeit rund 15 bis 20 Prozent unter den Durchschnittsverdiensten in der Branche.

Bruker Optik stellt Spektrometer für Laboranalysen her

In die gleiche Kerbe schlug Martin Obst, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Karlsruhe: Die Beschäftigten des Herstellers von Optischen Geräten für Laboranalysen hätten es verdient, endlich einen Tarifvertrag zu erhalten. Die Geschäftsführer von Bruker Optik sollten endlich in ein Gespräch über einen Tarifvertrag einwilligen. Bislang sei dies nicht der Fall. Im Gegenteil, der Gewerkschaft sei, wie dem Aushang in dem Ettlinger Unternehmen zu entnehmen sei, „der Zutritt verwehrt worden.“ Dabei sei im Konzern von Bruker eine Tarifbindung nichts Ungewohntes. Auch Bruker AXS in Karlsruhe habe eine Tarifbindung. Deren Betriebsratsvorsitzender Anton Marksteiner war ebenfalls da und zeigte sich davon überzeugt, dass wenn die Mitarbeiter von Bruker in Ettlingen solidarisch zusammenstünden, es ebenfalls dort bald in einem Tarifvertrag geregelte, verbesserte Arbeitsbedingungen gebe.
Martin Obst sprach als weiteren Vorteil einer tarifvertraglichen Bindung, den erweiterten Kündigungsschutz im Alter oder Altersteilzeit an. Auf ihrem Weg zu einem Tarifvertrag haben die IG Metall-Mitglieder von Bruker Optik, wie aus einer Pressemitteilung zu entnehmen ist, schon kleinere Erfolge erzielt. „Es gab eine überproportionale Lohnerhöhung für die Beschäftigten von Bruker Optik“ so Marco Straßer, Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens. Einige Beschäftigte erhielten in diesem Jahr, so die IG Metall, einen Entgeltzuwachs von bis zu zwölf Prozent.

Gibt es bald einen Warnstreik?

Martin Obst appellierte an die Geschäftsführung, doch endlich zur gesetzlich verbrieften Koalitionsfreiheit zu stehen und Gespräche mit der IG Metall in Sachen Tarifvertrag aufzunehmen. Man wolle nur, wenn es unbedingt nötig ist, den Druck weitererhöhen.
Wenn sich die Geschäftsführung von Bruker Optik nicht bewege, müsse man aber irgendwann zum Mittel des Warnstreiks greifen.