Entspannt genießen: Das Champagnerfest im Ettlinger Schloss war wieder Treffpunkt von Experten und einfach auch Neugierigen in Sachen Champagner, wobei gern das Gespräch mit den französischen Freunden gesucht wurde. | Foto: Andreas Kleber

Fest mit Partnerstadt Epernay

Im Ettlinger Schloss fließt der Champagner in Strömen

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Von Andreas Kleber

Für viele Menschen ist es das festlichste Getränk der Welt. Manche bezeichnen Champagner abfällig etwa als „Wohlstandsbrause“ – was Jean Manuel Jacquinot, Inhaber des Weinguts „Champagne Jacquinot & Fils“ aus Epernay, nicht gerne hört. „Champagner ist ein sehr feines und edles Getränk. Deshalb sollte man es nicht verunglimpfen“, betont der Önologe am Rande der Champagner-Präsentation, die am Samstag und Sonntag anlässlich des Champagnerfests im Schloss stattfand. In die Richtung bestand aber auch keinerlei Gefahr. Neben Jacquinot schenkten bei der dritten Auflage des von Ettlingen und seiner Partnerstadt Epernay veranstalteten Events sechs weitere Winzer aus der Champagne rund um Epernay edle Tropfen aus.

Arbeitsintensiv, aber durchaus rentabel

Zwar sei die Herstellung echte Handarbeit und daher äußerst anstrengend, doch das Ergebnis entschädigt für alle Mühen, sagte Jacquinot, der auf einer Fläche von sieben Hektar verschiedene Rebsorten anbaut. „Daraus produzieren wir pro Jahr etwa 50 000 Flaschen, die wir auch nahezu alle verkaufen. Die Leute lieben Champagner einfach, weil es eben etwas nicht Alltägliches ist!“, schwärmt Jacquinot, der sein Leben „ganz dem Champagner verschrieben“ habe. Lediglich auf rund 20 000 Flaschen pro Jahr kommt das Weingut „B. Hennequin“, das sich in Ettlingen durch 13 Teilnahmen am Marktfest und drei Beteiligungen am Champagner-Fest bereits einen Namen gemacht hat. „Wir haben sehr viele Stammkunden, die wir seit vielen Jahren kennen und die immer ganz gezielt unseren Stand ansteuern“, erzählt Benoit Hennequin, die den Familienbetrieb seit vielen Jahren erfolgreich führt. Das Geschäft mit dem Champagner bezeichnet Hennequin wie auch ihr Kollege Jacquinot als „arbeitsintensiv, aber durchaus rentabel“.

Besucher schätzen das besondere Ambiente

Beeindruckt von der Präsentation im Allgemeinen und dem Ambiente im Besonderen, zeigte sich Wiltrud Berkenheide, die eigens wegen der Champagner-Verkostung aus Münster angereist war. „Ich finde es toll, dass eine Städtepartnerschaft für so eine Veranstaltung genutzt wird. Für mich ist das ein Stück Kultur, bei dem man seinen Geschmack verfeinern kann. So etwas Edles wie Champagner in solch einer Umgebung zu genießen, ist etwas ganz Wunderbares!“  Ausschließlich positive Worte fand auch Olav Sprenger, für den es nach 2017 der zweite Besuch der Champagner-Präsentation war: „In Deutschland wird sehr viel über internationale Freundschaft geredet, hier in Ettlingen wird sie auf einem ganz hohen Niveau gelebt.“ Für den Wahl-Ettlinger sei das Champagner-Fest eine Veranstaltung, die aufgrund ihrer „unglaublichen Eleganz aus dem hiesigen Event-Einheitsbrei heraussticht“ und „entschleunigend“ wirke.

Rund 800 Besucher sorgen für positive Bilanz

Das Champagnerfest war noch nicht beendet, als die Leiterin des OB-Büros und hauptverantwortliche Organisatorin, Sabine Süß, bereits ein positives Fazit zog: „Sowohl wir als Veranstalter als auch die Aussteller sind mit der Zahl von rund 800 Besuchern an beiden Tagen sehr zufrieden. Zumal auch der Umsatz gestimmt hat. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass wir viel neues Publikum begrüßen durften, das auch aus größerer Entfernung angereist war!“ Zwar sei noch nichts in trockenen Tüchern, doch laut Süß ist davon auszugehen, dass im kommenden Jahr eine Neuauflage der prickelnden Städtepartner-Veranstaltung stattfindenden wird. Andreas Kleber