Prominenz aus der Politik undder Wirtschaft beim Banddurchschnitt in Waldbronn. | Foto: Weber

Neue Energieverbundzentrale

Industrie und Gemeinde Waldbronn sind Partner

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Von Gustl Weber

Im Waldbronner Gewerbegebiet wurde am Mittwoch die neue Energieverbundzentrale   in Betrieb genommen.  Das Besondere dabei: Zwei örtliche  Industrieunternehmen  und die Gemeinde Waldbronn mit ihrem Schwimmbad und dem Eistreff  werden  gleichzeitig  mit Wärme, Kälte und Strom versorgt. Die beiden industriellen Partner sind  Agilent Technologies  und Taller. Mit im Boot ist die Energie Baden-Württemberg, kurz EnBW.

Lob vom Umweltstaatssekretär

„Es ist kein Geheimnis, dass der Weg zur Energiewende steinig ist. In Waldbronn hat man mit dieser Energieverbundzentrale  eine zukunftsträchtige, effektive Lösung realisiert“, so Staatssekretär André Baumann vom Ministerium für Umwelt Baden-Württemberg. Basis der Energieverbundzentrale ist ein Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Koppelung. Es wurde von der EnBW  in knapp einem Jahr für rund fünf Millionen Euro  gebaut.  Die EnBW hat mit den Partnern einen Contracting-Vertrag über zehn Jahre abgeschlossen.

Bisher war das Bad  nichts für Warmduscher

Der überschüssige Strom aus dem Blockheizkraftwerk wird für die Kälte-Anlage des Eistreffs der Gemeinde genutzt. Diese Anlage betreibt künftig die EnBW.  Es ist auch  kein Geheimnis, dass man im Waldbronner Schwimmbad  wegen  niedriger Wassertemperatur im Sommer eher fröstelt. „Bisher war das Bad  nichts für Warmduscher“; meinte  daher Steffen Ringwald von  „Sales & Solutions“  (Tochterunternehmen der EnBW). Dies soll sich nun ändern. Mit der Abwärme wird künftig im Sommer das Freibad beheizt. Da dürften die Wassertemperaturen steigen. Außerdem  werden Kohlendioxid-Emissionen durch die Nutzung der Abwärme gesenkt. Das ist gut für die Umwelt.

Waldbronn ist mit 200 000 Euro dabei

Die Kommune ist mit 200 000 Euro engagiert.  „Das Projekt  wird sich wohl schon in fünf Jahren amortisieren“, so Bürgermeister Franz Masino. Man habe starke Partner aus der heimischen Wirtschaft und den führenden Energieversorger mit im Boot.  Auch Manfred Seitz, Geschäftsführer von Agilent Technologies Deutschland, lobte die innovative Energiemanagement-Lösung. Sie passe gut ins Gesamtkonzept der Campuserweiterung  in Waldbronn.  Das US-Unternehmen beschäftigt im Kurort   rund 900 Mitarbeiter. Es ist auf Expansionskurs  mit einem neuen Kunden- und Technologiezentrum. Agilent gilt  als Impulsgeber für die  Energieverbundzentrale .

Veraltete Kühlwasseranlage entfällt

Michael Schöne von der ebenfalls beteiligten Taller GmbH  berichtete, dass man bisher den hohen Kaltwasserbedarf selbst produzieren musste. Jetzt könne die in die Jahre gekommene Anlage wegfallen. Dadurch   gewinne das Unternehmen Platz  für die Betriebsstätte.

EnBW setzt Partnerschaft mit Kommunen fort

„Hier wurde tatsächlich Nutzen gestiftet“, meinte EnBW-Chef Frank Mastiaux. Die Energiewirtschaft verändere sich. Die EnBW  setze mit dem Waldbronner Projekt ihre jahrzehntelange erfolgreiche Partnerschaft mit den Kommunen und der Industrie  im Land fort.

 

Die EnBW gehört zu den größten Energieversorgern in der Bundesrepublik. Sie beschäftigt  20 000 Menschen. Rund 5,5 Millionen Kunden beziehen über die EnBW Strom, Gas, Wasser, energienahe Produkte und Dienstleistungen. Seit 2013 setzt  das Unternehmen  auf die Strategie der Energiewende und hat  sein Geschäftsmodell neu ausgerichtet.