Pfiffige Ideen: Die Kursleiter Rabena Diana Ahluwalia und Armin Baharian und Volkswirtschaftslehrer Martin Seyfer (von links) unterstützen bei der Entwicklung der Einfälle. Studenten, so ihre Erfahrung, gehen „verkopfter“ an solche Aufgaben heran. | Foto: Ekart Kinkel

Entrepreneurship-Tage

Junior-Unternehmensgründer in Ettlingen: Je jünger – desto kreativer

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Bei den Entrepreneurship-Tagen an der kaufmännischen Wilhelm-Röpke-Schule in Ettlingen entwickelten 90 Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Ideen für mögliche Unternehmensgründungen. Dabei konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Café, Friseur, Nagelstudio, Massage und Schönheitssalon: Mit einer regelrechten Oase der Erholung wollen Marie, Melissa, Özlem und Sephora vor allem berufstätige und alleinerziehende Frauen anlocken. „In einem solchen Erholungszentrum können sich Frauen eine kleine Auszeit vom hektischen Alltag nehmen und dabei auch einige alltägliche Dinge wie den Friseurbesuch erledigen“, beschreiben die vier Schülerinnen der Wilhelm-Röpke-Schule in Ettlingen ihre Geschäftsidee. Allzu hohe Preise könnten von den Kundinnen aber nicht verlangt werden, stellt Marie klar, denn schließlich sollten auch Frauen mit einem durchschnittlichen Einkommen für einen Besuch der Wohlfühloase begeistert werden. Erarbeitet wurde das Konzept im Rahmen der beiden Entrepreneurship-Tage an der kaufmännischen Schule.

Ideen für Unternehmensgründungen

Rund 90 Schülerinnen und Schüler entwickeln dabei in Kleingruppen Ideen für mögliche Unternehmensgründungen. Am ersten Tag wurden dabei außer dem Konzept des Schülerinnenquartetts auch noch weitere pfiffige Ideen wie eine aufblasbare Tribüne für kleinere Fußballvereine ohne Stadion oder ein Magnetrohrpostsystem für Paketdienstleister wie Amazon präsentiert.
„Je jünger die Teilnehmer bei solchen Workshops sind, desto kreativer und ausgefallener sind oft die Ideen“, freuten sich Rabena Diana Ahluwalia und Armin Baharian vom Kursleitungsteam des externen Bildungsträgers RKW Kompetenzzentrum über die motivierte Arbeit der Schüler. „Studierende gehen meist viel verkopfter an eine solche Aufgabenstellung heran. Und meistens wird von den angehenden Akademikern schon sehr viel theoretisches Wissen in die Präsentationen mit eingearbeitet“, so Ahluwalia.

Der Fantasie freien Lauf gelassen

Mit den Kursen für die Absolventen einer weiterbildenden Schule sollen junge Leute im Rahmen der Initiative „Unternehmergeist erleben!“ hauptsächlich für die vielfältigen Möglichkeiten des Gründertums begeistert werden. „Dabei können die Teilnehmer ihrer Fantasie einmal völlig freien Lauf lassen“, so Baharian. Außerdem werden bei den Kursen noch wichtige Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung vermittelt. „Niemand gründet ein Unternehmen ganz alleine. Deshalb muss man früh nach Leuten mit ähnlichen Interessen und Ideen suchen und ein Netzwerk bilden“, so Baharian. Themen wie Preiskalkulation und Marketing werden bei den Seminaren angesprochen.

Unternehmertum liegt im Trend

Kurse und Seminare zum Thema Unternehmertum erfreuen sich nach den Erfahrungen von Ahluwalia und Baharian derzeit einer großen Beliebtheit. „Das Unternehmertum liegt sicherlich im Trend und in Baden-Württemberg gibt es durch seinen starken Mittelstand gute Voraussetzungen für die Gründung einer eigenen Firma“, so Baharian. Allerdings müsse nicht jeder kreative Kopf ein eigenes Start-up aus der Taufe heben. Auch die großen Unternehmen hätten die Zeichen der Zeit schon lange erkannt, und in den meisten Konzernen würden die Mitarbeiter mittlerweile zur Entwicklung von eigenen Ideen und internen Gründungen motiviert.
Für Volkswirtschaftslehrer Martin Seyfer von der Wilhelm-Röpke-Schule können durch solche Entrepreneurship-Tage die teilweise sehr theoretischen Inhalte in den Fächern Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre um eine praktische Komponente erweitert werden. „Wenn die Leute bereits zum Beginn des Schuljahrs eigene Unternehmerideen entwickeln, sind sie später viel besser für Themen wie Preiskalkulation und Buchführung zu begeistern“, sagt Seyfer.

Von Ekart Kinkel