Vororttermin am Epplesee in Forchheim: Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp,(Mitte) und Ordnungsamtsleiter Ronald Daum (rechts) im Gespräch mit einem Bürger.

OB im Gespräch mit Badegast

Kampf gegen die Vermüllung am Epplesee

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 Von  Ulrich Krawutschke
Der Rheinstettener Bürger Jürgen Gallina ist seit vielen Jahren begeisterter Besucher des Epplesees. Die Entwicklung am See macht auch ihm Sorgen. Aber die Stadtverwaltung nur anprangern, das will er nicht . Er setzt auf Dialog und hat deshalb eine Mail an OB Sebastian Schrempp geschrieben. Die ist angekommen und am Donnerstagnachmittag hat es ein Treffen der Beiden zusammen mit Ordnungsamtsleiter Ronald Daum am See – am Kiosk „Seegugger“ – gegeben. Hauptthemen: Die Vermüllung, die Aggressivität einzelner Besuchergruppen, zum Teil aus dem nahen Oberreut, und die Spanner. „Die Leute reagieren nicht auf Vernunft, sind aggressiv, und es ist besser, ihnen auszuweichen“, sagt Gallina. Und auch: „Es wäre schade um den See, wenn nichts passiert“.

Vermüllung, Aggressivität und Sorge wegen Spannern

Was ist zu tun und vor allem von wem? Ronald Daum gibt Antworten und benennt die Aufgaben der vier zuständigen Einrichtungen. Die Polizei: Sie ist dann zuständig, wenn es um Straftaten geht, beispielsweise bei dem Spanner, der Kinder fotografiert hat. Die Polizei hat eingegriffen, und er hat einen Platzverweis bekommen. Für Aufbruch von Autos oder Diebstähle ist nicht der Vollzugsdienst, sondern die Polizei zuständig. „Besteht ein Verdacht, einfach die 110 wählen, die Polizei kommt dann“, sagt Daum. Die Badeaufsicht: „Sie ist nicht zuständig für die Durchsetzung der Badeseeverordnung, sondern dafür, Menschen in Not aus dem Wasser zu retten“. Sie ist von April bis September bei gutem Wetter und über 20 Grad Temperatur an Wochenenden von 15 bis 19 Uhr, in den Ferien von 11 bis 19 Uhr und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 11 bis 21 Uhr vor Ort. An Wochenenden ist die DLRG vor Ort. Der Vollzugsdienst: Er ist zuständig für den ruhenden Verkehr, insbesondere für das verbotene Parken an der Messeallee.

Wildes Parken: 24 Fahrzeuge am Epplesee abgeschleppt

Und er greife durch. Im Mai und Juni seien bereits 24 Fahrzeuge abgeschleppt und über 90 Verwarnungen ausgesprochen worden. „Die Überwachung der Seeverordnung machen wir so gut es geht“, sagt Daum, aber bei zweieinhalb Stellen sei da nicht viel machbar, es gebe ja auch noch Aufgaben in der Stadt. Mehr Stellen habe der Gemeinderat bisher abgelehnt, ergänzt Schrempp.
Die City-Streife: Das ist ein von der Stadt beauftragtes Privatunternehmen, das an Wochenenden und in den Nachtstunden am Epplesee, speziell am Brennpunkt Südwestufer, und an Jugendtreffpunkten auf Streife ist. Die Zweierstreifen haben Mülltüten dabei und übergeben die an lagernde Gruppen, wobei ein Verantwortlicher namentlich benannt wird und im Falle von Vermüllung zur Rechenschaft gezogen wird. „Das hat sich bewährt“, so Daum. So weit, so gut. Schrempp machte deutlich, dass es sich „um einen naturbelassenen See handelt, für den es keine Infrastruktur oder Wegebau geben wird“. Außerhalb des Areals „Seegugger“ dürfe nichts verändert werden.

Was gegen frei laufende Hunde tun?

„Wir müssen manches entspannt sehen, und wenn Jugendliche mal ein Feuer machen, geht die Welt nicht unter“, meint er. Anders sieht das bei freilaufenden Kampfhunden und rüden Haltern im Familienbereich aus. Hier müsse etwas getan werden. Dazu aber seien zusätzliche Stellen erforderlich, „da ist der Gemeinderat gefragt“. Als Konsequenz aus dem Gespräch soll noch mal über Mülltonnen für den See nachgedacht werden, „um den Besuchern die Möglichkeit der Müllentsorgung zu geben“, so Daum. Der OB plant derweil für 2019 das Wiederaufleben der Aktion „Let’s putz“, speziell am See. Daran werden sich, so Gallina, „bestimmt die Stammgäste beteiligen“.

2019 gibt es erneut Let’s putz

Schrempp will versuchen, in Zusammenarbeit mit der Polizei den See zu einem Schwerpunkt zu erklären mit der Folge von regelmäßigen Streifen der Polizei vor Ort. „Präsenz in Uniform wäre hervorragend“, begrüßt dies Gallina. Was alle nicht wollen, ist die einzige Konsequenz: Das Einzäunen des Badesees. „Damit wäre der Charakter des Sees, den die Stammgäste genau so mögen, dahin“, betont Jürgen Gallina, der mit seinem Vorstoß möglicherweise den Anschub für Veränderungen gegeben hat.