Karfreitag in der Paulusgemeinde Ettlingen: Mit einem Szenischen Spiel setzen sich Laien mit dem Thema "Schuld" auseinander. | Foto: Philipp Kungl

Szenisches Spiel über „Schuld“

Karfreitag: „Stillsein und Gedenken an das Leid in der Welt“

Von Philipp Kungl

„An Karfreitag haben wir es zu tun mit der Abwesenheit Gottes“, sagte Pfarrer Roija Weidhas.  Diese Worte   standen am Beginn des Gottesdiensts am Karfreitag  in der evangelischen Pauluskirche Ettlingen. Der Tag sei da zum Stillsein, zum Denken an das Leid in der Welt sowie an Täter und Opfer. Vor allem gedenken Christen an Karfreitag der Kreuzigung und des Todes Jesu Christi. In einer Lesung aus dem Lukasevangelium wurden die Ereignisse von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Hinrichtung nacherzählt.

Lukasevangelium und die Hinrichtung Jesu

„Liebe Gemeinde, was waren das für Menschen?“, fragte Weidhas in Anspielung an die Henker. „Kann man mit so jemandem an einem Tisch sitzen?“ Damit gab er das Stichwort zu einem szenischen Spiel, das drei Laien aus der Gemeinde vor dem Altar spielten.

Festmahl der drei Henker

In einer Kneipe kommen drei der Henker nach der Kreuzigung zu einem Festmahl zusammen. Sie tragen blaue Kittel, ihre Hände sind blutverschmiert. „Wir machen die ganze Sauerei und trotzdem wollte er uns vergeben“, meint einer der drei, den schreckliche Gewissensbisse plagen. Ein anderer geht damit gelassener um: Wenn sie es nicht täten, gebe es andere. Und der dritte im Bunde sieht sich frei von Schuld, denn er habe schließlich nur den Kasten mit den Nägeln getragen. „Heute haben sie einen Unschuldigen hingerichtet“, mischt sich der Pfarrer ins Gespräch ein. Er setzt sich mit an den Tisch und doch möchte er nichts mit den Henkern gemein haben („Zwischen uns liegen Welten“). „Was ist das?“, fragt ein Henker und zeigt auf den Werkzeugkasten mit Nägeln, der unterm Rednerpult des Pfarrers liegt.
Niemand ist ohne Schuld. An Karfreitag solle man sich an die eigene dunkle Seite erinnern, so die Botschaft der Aufführung.

„Wie oft sind wir Zuschauer statt
mutige Leute, die sich einmischen“

„Wie oft sind wir Zuschauer statt mutige Leute, die sich einmischen“, meinte Weidhas. Jesus habe das Leid auf sich genommen, um die Strafe von den Menschen zu nehmen. In unserer Verantwortung für eine bessere Welt müssten wir versuchen, in Jesu Spuren zu gehen, was durch den Kontakt mit Gott gelinge, so Weidhas am Ende des Gottesdienstes. Im Anschluss dankten viele Besucher für die „sehr anschauliche Szene“. pkungl